Eine Lanze brechen fürs „Kaspertheater“ !

Gerade in der Vorweihnachtszeit steht nicht selten die Frage, was man Kindern schenken könnte. Wer das nur auf das Fest reduziert und in finanziellen Größen denkt, denkt zu kurz!

Das schönste Geschenk für Kinder ist, sich Zeit für sie zu nehmen. Das wird nicht immer und schon gar nicht in dem Maß möglich sein, wie es die Kinder gern sehen. Aber wenn man sich Zeit – und das besonders in der Vorweihnachtszeit – nehmen kann, bereichert diese sowohl die Kinder wie einen selbst!

Liebend gern spiele ich Kaspertheater! Über diese Form kommt man fast so gut an Kinder heran, wie das über die Lieblingspuppe / den Kuschelhasen / den Teddy erreicht werden kann.
Am Wochenende war es wieder mal soweit, waren die 16 Kasperpuppen und der Kasper mit auf der Reise zur Kindergeburtstagsfeier. Wenn ein Kind bislang in seinem ersten Schuljahr keine „Niederlage“ kennen lernte, war die Frage, wie man ihm mitgeben kann, dass es auch solche Situationen gut übersteht, keine Welt zusammenbricht und man auf Freunde bauen kann.

Oma hatte schwarz gebrannte Plätzchen aus dem Backofen geholt – weil Opa sie abgelenkt hatte, sagte sie. Nun waren beide sauer und schimpfte Opa die Oma aus, dass dies doch noch nie passierte und er aber sich sooo auf die Oma-Plätzchen gefreut hatte.
Das erfuhr der Kasper vom kleinen schwarzen Hund „Struppi“, der ihn aber auch informierte, dass sich Gretel eingeschlossen habe und weinen würde. Selbst Hänsel ließ sie nicht zu sich.
Kasper beruhigte Struppi und ging mit dem einzigen nicht schwarzem Oma-Plätzchen zu Gretel. Diese bat er, der Oma zu helfen, nochmal neu zu backen. Natürlich fragte er auch nach dem Grund ihres Weinens.
Und nun kam das eigentliche Problem heraus: Gretel hatte in der Schule sich 2x vertan und einmal statt 25 eine 52 geschrieben – so etwas war ihr noch nie passiert!
Mit dem Plätzchen verschwanden erst einmal ihre Tränen. In der Hilfe beim neuen Backen merkte sie, wie gern andere helfen und man solche Hilfe uch selbst erfahren kann. Weil Oma, Hänsel, Struppi und Kasper zu Gretel standen, wird sie ihren Kummer auch überwinden.
Dass es allerdings dem Zaubern des Teufels zu verdanken war, dass Oma schwarze Plätzchen hatte, weil er diese so sehr gern essen würde, zeigte den kleinen Zuschauern, dass Oma eigentlich keine „Schuld“ hatte. Ein Abschluss mit Schmunzeln.


Eine Art „Gruppentherapie“ kann so ein Kaspertheater sein, auch andere Möglichkeiten gibt es. Und am einfachsten ist das Zuhören und sich erklären lassen, woher Freude oder Kummer kamen.

Schließlich noch eine Ehrenrettung!
Mehrfach hörte ich: „Das ist ja wie ein Kaspertheater!“ – als Missfallenskundtun. Das wird dem Wert eines Kaspertheaters wahrlich nicht gerecht! (So wie auch völlig falsch sind: Dummer Hund, blöde Kuh, doofes Schwein . . . – wenn die Tiere wüssten, wie schlecht über sie gesprochen wird !!!)
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 21.12.2011 | 22:29  
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