Gothaer Mysterien: Matthias Hey begibt sich mit Sonderführungen auf die Spur der Illuminaten

Matthias Hey führt auf den Spuren der Illuminaten durch den Mysteriengarten. (Foto: Carmen Groß)

Gotha. Matthias Hey ist fasziniert von den Illuminaten. Vor allem von deren Spuren, die im Mysteriengarten südlich vom Herzoglichen Museum noch heute zu sehen sind. In Sonderführungen erzählt und zeigt er mehr.

Geheime Dinge



Schon vor einiger Zeit begann die Faszination: Immer, wenn die Großmutter ihre alten Geschichten erzählt, ist der kleine Matthias Feuer und Flamme. Gebannt hört er zu, wie sie von dem Geheimbund berichtet und davon, wie er ganz im Verborgenen seine Fäden zog. Die Stimme der Großmutter klingt dann auch ein wenig geheimnisvoll, verschwörerisch gar. Das ist der Stoff, aus dem für kleine Jungen große Phantasien gemacht werden. Zumal sich die geheimen Dinge direkt vor der Tür abgespielt haben sollen. Noch heute kündet der Mysteriengarten südlich vom Herzoglichen Museum davon. Matthias Hey lächelt, wenn er an die ungezählten Erzählstunden in seiner Kindheit denkt. Die Faszination für die alten Geschichten hält sich bis heute. Inzwischen weiß er sogar viel mehr über die Geschehnisse von einst.

Zufluchtsort Gotha



Im Jahr 1776 gründete der Ingolstädter Kirchenprofessor Adam Weishaupt den Illuminatenorden und macht ihn zu einem der mächtigsten Geheimbünde, weiß Matthias Hey. Doch bald schon wird Weishaupt verfolgt, ihm drohen Haft und Intrigen. Zuflucht gewährt Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg in Gotha, selbst führender Illuminat. In dieser Zeit lässt Ernst II. den Park zu einem Mysteriengarten umgestalten.

Bildsprache & Symbolik



Er trägt noch heute Bildsprache und Symbolik der Illuminaten. Man muss schon genau hinsehen, um sie zu erkennen und zu verstehen. Matthias Hey kann dabei helfen. Seit ein paar Jahren unternimmt er in den Sommermonaten für Interessierte Sonderführungen durch den Park. Dabei hat er viel zu erzählen. Mühsam, in vielen kleinen Schritten, hat er dafür das Wissen zusammengetragen. „Es gibt nicht das eine Werk, das über die Illuminaten hier in Gotha und den Mysteriengarten berichtet“, hat er schnell erkennen müssen. Überall sucht er Informationen zusammen, stößt in der Forschungsbibliothek auf umfangreiches Material, von dem er sich wünscht, das es eine Forschungsgruppe einmal sichtet und wissenschaftlich aufbereitet, spricht mit Historikern, erfährt auch von einem Brief, in dem Goethe über den Mysteriengarten schreibt. Schließlich hat er soviel Wissen zusammengetragen, dass er es mit anderen teilen kann. Dafür verzichtet er auch auf den Sommerurlaub, nimmt lieber an etlichen Tagen andere mit auf die geheimnisvolle Reise durch Park und Zeit.

Ausgeklügeltes System



“Der Weg durch den Park erzählt viel über die Geschichte der Illuminaten in Gotha, hat bis heute eine wunderbare Bildsprache“, zeigt sich Matthias Hey fasziniert. Doch nicht alles ist mit einem einzigen Augenblick zu erfassen. Manche Dinge sind auch nicht immer zu sehen, selbst wenn sie da sind. Die geschickt ausgeklügelte Art, wie die Bäume gepflanzt wurden, macht das möglich, gibt die Blickachsen vor. Das Ansinnen der einstigen Pflanzer wirkt bis heute, kaum einer der wenigen noch existierenden Mysteriengärten ist so gut erhalten wie der Gothaer. „Da entzieht sich plötzlich der Merkur-Tempel den Blicken oder aber die Insel ist gar nicht als solche zu erkennen“, staunt Matthias Hey immer wieder aufs Neue. Manchmal auch entdeckt er ein neues Detail. Das gelingt nur dem, der sich darauf einlässt.

Verschworen?



Die Führungsteilnehmer tun das liebend gern. Vielleicht hat das auch ein wenig mit Dan Browns Buch „Illuminati“ zu tun, das weltweit Millionen Leser fand. „Die Menschen sind von Geheimbünden nun mal fasziniert, sie lieben Verschwörungstheorien“, sagt Matthias Hey. Ihn wundert es nicht, wenn sich andere Gedanken darüber machen, ob es die Illuminaten noch heute gibt. Ob er vielleicht sogar zu ihnen gehöre, wird er oft gefragt. Matthias Hey lächelt. Über Geheimbünde spricht man doch nicht. Dann wären sie schließlich nicht mehr geheim. Und würden den Phantasien keine Nahrung mehr bieten können.



Die nächsten Termine:



Matthias Heys nächste Sonderführungen „Tempel, Sphinx und Illuminaten“ finden am 19., 20., 26. und 27. Juli statt, auch für August sind Termine geplant. Treffpunkt ist 17 Uhr an der Brunnenanlage in der Orangerie. Die Personenzahl ist begrenzt, eine Teilnahme nur mit Eintrittskarte möglich. Diese kostenlosen Karten gibt es im Bürgerbüro auf dem Hauptmarkt 36, unter 03621/733216 oder www.matthias-hey.de. Am Ende der Führungen freut sich Matthias Hey über eine Spende, die zu gleichen Teilen den Orangeriefreunden und dem Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha zufließt.
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