Hannelore wird für mich nie ganz gegangen sein

Im „Thüringer Tagebuch“ der TA lernte ich sie kennen und schätzen. Als sie als neue Mitautorin mit schier ellenlangen Beiträgen über ihre Krankheit auftrat, überging ich sie zuerst. Dann machte mich ein kurzer Beitrag von ihr auf die Augenkrankheit AMD aufmerksam und fesselte mich regelrecht, las ich all ihre bis dahin erschienenen Beiträge – und sie hätten noch länger sein können, so informativ, interessant und so persönlich aufrütteln waren sie.

Die Anzahl der Mitautoren war überschaubar und ich machte mich auf, einige – mir wertvolle – davon aufzusuchen, um zu sehen, wie diese Mitautoren im Alltag waren. So kam ich auch nach Wiehe und besuchte das Ehepaar Grünler nur ganz kurz – wurde mit einer Herzlichkeit aufgenommen und natürlich von Hannelore intensiv betrachtet und ausgeforscht, wie es eben eine so erfahrene Frau und Lehrerin kann.
Als ich ein Mitautoren-Treffen ins Gespräch brachte und Gotha anbot, war Hannelore sofort dabei. Als wir uns dann trafen, schenkte sie mir eine kleinwüchsige Orchidee, die all die Jahre bis heute mit ihren Blüten Freude bereitet.

Dann schrieb sie mir, dass „meinAnzeiger“ ein Internetportal sei, in dem es sich besser mitmachen lassen würde, wie es ihrem ersten Eindruck nach zu bewerten sei. So wurde ich 14 Tage nach ihr BürgerReporter – zuerst unter „Erfurt“, bis Gotha in diesem Portal eingerichtet wurde.
Seitdem habe ich sie immer begleitet, anfänglich oft kommentiert aber dann meist nur gelesen. So tat Hannelore es mit meinen Beiträgen.

Einige Male war ich noch in Wiehe, durfte über sie einen „Musikalisches LiteraturCAFÉ“-Nachmittag und einen Adventsnachmittag gestalten. Auch war sie eine der Ersten, die mein kleines Büchlein haben wollte.
Sie war einfach eine Frau, der man mit Hochachtung begegnen musste (und ja auch wollte!), über die man viel erfuhr und von ihr lernen konnte. Ein wunderbarer Mensch und eine tolle BürgerReporterin.
Mit der Zeit fraß die Augenkrankheit AMD ihr Augenlicht so sehr, dass sie das Erblinden unmittelbar vor sich sah.

Nun, wo sie nicht mehr schreiben, man nicht mehr von ihr Neues lesen kann, bleibt mir der Wunsch, sie noch einmal besuchen zu wollen, wenn sie endgültig verabschiedet werden wird.
Den heutigen Samstag habe ich dafür genutzt, um alle ( über 300 ) Beiträge im „meinAnzeiger“ von Hannelore Grünler in eine Datei zusammenfassend zu übernehmen.
Dabei habe ich erneut feststellen können, wie wertvoll ihr Schreiben für das Internetportal und überhaupt waren und sind. Es war mein Tag ganz für Hannelore und eine Form meines Danksagens!
Es ist noch nicht zu verstehen und wird auch nicht vergehen, Dich – Hannelore – als Bestandteil meines Lebens zu sehen.

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Siehe: Nachruf - auf Hannelore Grünler

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4 Kommentare
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Gunter Linke aus Saalfeld | 07.11.2016 | 11:21  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 07.11.2016 | 12:44  
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Joachim Kerst aus Erfurt | 08.11.2016 | 09:56  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 12.11.2016 | 22:21  
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