Hilfe, die ankommt

  Tabarz/Thüringer Wald: Gemeinde | Sammelaktion und Bericht über die Rumänienhilfe in Tabarz:

Von Livia Zimmermann:

„Stundenlang warten die Kinder am Ortsrand und wenn wir endlich im kleinen rumänischen Dörfchen Balanu eintreffen, ist der Empfang jedes Mal einfach überwältigend. Die Pfiffigsten stürmen die Fahrerkabinen unserer bis unters Dach beladenen Kleinbusse und wir sitzen dann schon mal zu Acht im Führerhaus auf den letzten Metern“, schildert Walter Bromme die Eindrücke seines letzten Hilfstransportes.

Der Arbeitskreis Rumänien bereitet derzeit die Frühjahrsfahrt vom 2. bis 14. Mai vor.
1998 fuhr der Initiator Albrecht Feige aus Neudietendorf erstmals nach Rumänien. Aus einer kleinen Hilfsaktion entstand so ein Projekt, welches mit wachsender Unterstützung und Bekanntheit auch über die Thüringer Landesgrenzen hinaus immer bekannter wird. Zwei Hilfstransporter fahren zweimal im Jahr nach Temeswar, Hunedoara und Balanu. Nach einem eiskalten Winter mit enormen Schneemassen wird die diesjährige Hilfe sehnlichst erwartet. Insbesondere die Vorräte haltbarer Lebensmittel sind erschöpft. Hygieneartikel und Schulmaterialien werden dringend benötigt. Und ohne finanzielle Unterstützung, um die Kosten für Benzin und Schulausbildung zu bezahlen, wird die Realisierung des Projektes schwer.

Seit sieben Jahren fährt Walter Bromme einmal pro Jahr mit dem „Arbeitskreis Rumänien“ ehrenamtlich nach Siebenbürgen. Dem Team der Helfer sind die Kinder und Familien ans Herz gewachsen. Die Zustände vor Ort muten für den 51-Jährigen zum Teil mittelalterlich an: „In Hütten, die kleiner sind, als unsere Schrebergärten, leben drei bis vier Generationen unter einem Dach, schlafen mehrere Personen in einem Bett, auf dem Fußboden oder auf Stühlen. Die unfruchtbare Erde lässt eine gesunde, regelmäßige und selbstversorgende Ernährung kaum zu. Ein Kiosk versorgt die Bewohner mit dem Nötigsten und nicht selten werden Tagelöhner noch mit Naturalien bezahlt.“

Die Rumänienhilfe möchte vor Ort ein geregeltes Leben ermöglichen. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten und dafür zu sorgen, dass alle Unterstützung auch die richtigen Empfänger erreicht: Kinder sollen zur Schule gehen und Kosten für Unterkunft und Fahrt werden übernommen. Die Rumänienhilfe errichtete gemeinsam mit den Dorfbewohnern in Balanu ein Sozialgebäude. Hier werden Kinder betreut und erhalten regelmäßig eine warme Mahlzeit.
„Uns ist es wichtig, das die Kinder gut ausgebildet in ihr Leben starten und so eine bessere Zukunft vor sich haben, als ihre Eltern und Großeltern. Wir haben in Rumänien Freunde gefunden, die Lebensfreude und Gastfreundschaft sind überwältigend“, freut sich Walter Bromme auf das Wiedersehen im Mai.


Dazu im Infokasten:

Die diesjährige Sammelaktion findet in Tabarz im Zeitraum vom 10. bis 20. April statt.
Die Rumänienhilfe berichtet am Freitag, 30. März, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus Tabarz, Walter-Rathenau Str. 12 über die Arbeit sowie die Herbstreise 2011 und lädt hierzu recht herzlich ein. Weitere Informationen unter www.ak-rumaenien.de
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