Hurra ! Mein erstes Knöllchen - 1976

(nur ein Tagebucheintrag)
Eigentlich wollte ich ja gar kein Auto, wollte nie fahren. Dann aber und mit Familie und überhaupt – änderte sich diese Meinung. Trabant? Was sonst? Ein Skoda MB1000 eines Kfz-Mechanikers wurde es schließlich. Ein Kollege, der selbst Skoda fuhr, war beim Kauf dabei, begutachtete es und fuhr es schließlich zu sich, da meine Fahrprüfung ja erst unmittelbar bevor stand. Doch noch immer ohne Fahrerlaubnis holte ich „mein Auto“ zwei Tage später und stellte es vors Haus – konnte es wenigstens immer ansehen!

Bald darauf in allem fahrtüchtig (mit Papieren ausgerüstet) machten wir unsere ersten Ausflüge. In einer Stadt (weiß nicht mehr welche) fuhren wir links abbiegend in eine größere Straße. Plötzlich meinte meine Frau, dass wir doch wohl soeben die Straße verpasst hätten, in die wir abbiegen sollten.

Ich, kurz entschlossen, wendete bald möglichst, fuhr zurück und bog im vollen Glücksgefühl des Fahrens in die besagte Straße ein, um nach etwa 150m von einem Polizisten angehalten zu werden.
In dem Moment war mir schon komisch, dass die Autos alle eigenartig standen – alle mir entgegen. Ich war falsch in eine Einbahnstraße eingebogen!

Lächelnd besah sich der Polizist die Papiere. Na, wohl gerade so die Fahrprüfung bestanden? Wegen sofortiger Einsichtigkeit und aus Nächstenliebe zu einem Fahranfänger bekam ich eine gebührenpflichtige Verwarnung über 5Mark.
Als ich ihn bat, es besonders sorgfältig auszufüllen, weil es meine erste Strafe sei und ich diese besonders aufheben wolle, sah er mich düster an. Ob ich ihn verar… - Aber nicht doch! Ich wolle das wirklich. Mein kindhaft stolzes Gefühl über die erste Strafe wird ihn sicher noch eine Weile beschäftigt haben.
Und heute? Dieser Strafzettel wurde inzwischen entsorgt.

Ein anderes Mal gerieten wir in eine Kontrolle. Als ich den Kindern sagte, dass sie nun mal eine Fahrzeugpapierkontrolle miterleben können, fuhr ich urplötzlich aus der Reihe heraus und zurück, was sie nun gar nicht verstehen konnten. Doch hatte ich erfühlt, dass ich die Brieftasche mit allem nicht bei mir hatte. Als ich es bei den hartnäckigen Fragen der Kinder gestand, meinte einer der beiden: Aber du sagst doch immer, dass man vor der Fahrt an alles denken soll.
Stimmt ja auch „soll“ – doch man (ich) hatte einfach diese Devise selbst nicht beachtet – allerdings folgenlos. (Bis auf die Schadenfreude der Familie.)
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