Irgendwo steht sicher ein Abfallbehälter – also irgendwo wegwerfen

Das scheint die Devise zahlreicher Mitmenschen zu sein.

Da regt man sich zu Recht über eingezäunt stehende Abfallcontainer auf, die wegen des Nichtleerens überquellen. Bei „Events“ sind meist zu wenig Abfallbehälter aufgestellt, sind schnell überfüllt und haben bald ringsum Berge von Müll.
Bei diesen Situationen kann man ja fast noch eine plausible Begründung finden.

Um das „Schwein Mensch“ deutlich zu machen (ohne dem Tier dabei nahe treten zu wollen) braucht man gar nicht die versteckten oder frei sichtbaren Müllentsorgungen in Wäldern heranzuziehen.

Ich bin einfach mal 15 Minuten auf dem „Coburger Platz“ Gothas stehen geblieben und zählte über 30 Wegwerfsituationen. Einige Erwachsene sprach ich darauf an und erhielt die preisverdächtige Antwort: „Na schau‘n sie mal, wie das hier aussieht, da kommt's nun auch nicht mehr drauf an.“ Meist wurde ich wortlos von oben bis unten abfällig gemustert, als sehe man solch „Außerirdischen“ ja nicht oft.

Eine Zigarettenschachtel und eine Papiertüte trug ich hinterher und steckte sie jeweils in die Einkaufstasche mit den Worten: „Entschuldigung, das ist ihnen heruntergefallen!“
[ Die Schachtel wurde in ausreichender Entfernung demonstrativ erneut weggeworfen. ]

Wenn man der Meinung ist, dass meist Kinder wegwerfen, dann ist das meines Erachtens falsch. Die meisten waren sich erwachsen fühlende Mitmenschen. Wenn einem Kind beim Bonbonauswickeln das Papier herunter fällt, kann das schon mal sein, weil es ganz und gar nur das Bonbon sieht. Erst wenn das zur Normalität wird – sind die das duldenden Erwachsenen in erster Linie daran schuld!

Die größte Schweinerei ist allerdings, wenn früh mehrere Bierflaschen in Scherben anderer vorzufinden sind.
Als ich mir einmal Schaufel und Kehrbesen geben ließ, um Schlimmeres zu verhindern, war ich empörten Blicken ausgesetzt nach dem Motto: Das hätte ich von DEM nun aber wirklich nicht gedacht. (Als hätte ich die Sauerei verbockt.)

Wer diese Zeilen liest und schmunzelnd meint, dass ich doch schon ein irrer Typ sei, mich da im Grunde doch erfolglos einzumischen, der gibt damit zu, dass er es nicht machen würde, dass er zu den vielen Wegguckern gehört, weil es ja sowieso nichts bringt – nur Ärger.
Was aber, wenn alle das Wegwerfen von Kippen / Papier / Flaschen u.a.m. nicht wortlos hinnehmen würden?! Das wäre doch ein guter Anfang und dann auch aussichtsreich!
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Martina Giese-Rothe aus Gotha | 28.05.2012 | 12:47  
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