JOH, es geht weiter!

Unternehmerfamilie Wittenberg führt das Traditions-Kaufhaus in Gotha weiter:

GOTHA. „Das war die beste Nachrichten seit langem“, sagte Oberbürgermeister Knut Kreuch, als er die Rettung des traditionsreichen Gothaer Kaufhauses JOH bekannt gab. „Als ich damals von der Insolvenz hörte, waren meine ersten Gedanken, dass jetzt die harte Arbeit vieler Jahre umsonst gewesen war.“ Nun haben die rund 50 Mitarbeiter und die Gothaer Gewissheit: Ihr Kaufhaus bleibt bestehen. Die Unternehmensgruppe Moses-Leininger aus Bad Neuenahr-Ahrweiler hat die Filialen in Gotha und Saalfeld gekauft. Norbert und Martina Wittenberg, ein erfolgreiches Unternehmer-Ehepaar betreibt in Deutschland sieben Häuser – und auch in Gotha.

Renate Brand und ihre Schwester Margot Möller, beide im Rentenalter, erinnern sich noch gut, als nach dem Krieg in dem Traditionshaus wieder Leben einzog. „Wir sind sehr froh, dass unser Kaufhaus bleibt“, sagen beide.
Eröffnet wurde das erste Kaufhaus an dieser Stelle unter dem Namen Conitzer im Jahr 1895. Die Brüder Julius und Sally Israelski aus Westpreußen gründeten in der Erfurter Straße 7 eine Filiale des Manufakturwarengeschäftes „M. Conitzer & Söhne“, dessen Hauptgeschäft sich in Marienwerder/Westpreußen, unter der Leitung der Brüder Nathan und Alexander Conitzer, befand. Neun Jahre später kam ein weiteres Haus hinzu, welches der Architekt Richard Klepzig plante. Der Neubau des Hauses Erfurter Straße 5 fand am 30. März 1904 statt.

Ein weiterer Conitzer-Neubau, nämlich die Erfurter Straße 5-7, plante der Architekt Bruno Tamme im Bauhausstil. Es wurde am 4. Dezember 1928 eröffnet. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten erfolgte am 5. Oktober 1938 die „Arisierung“ als Modehaus Sauskat. Nach 1945 konnten die Gothaer wieder im Conitzer-Kaufhaus einkaufen.

Ein weiteres Mal änderten sich am 3. August 1953 die Eigentumsverhältnisse und das HO-Kaufhaus in der Erfurter Straße 5-7 (vormals Conitzer) öffnete erneut seine Pforten. Nach der sozialistischen Mangewirtschaft zog am 1. Oktober 1990 ein frischer Wind in die Räume ein. Es wurde die Wiedereröffnung des vormaligen HO-Kaufhauses „Magnet“ als Kaufhaus „Joh/Magnet“ gefeiert. Das Ende ist bekannt.

Und erneut wehen nun die Fahnen in eine andere Richtung. „JOH, es geht weiter“, überbrachte Norbert Wittenberg auch seinen Mitarbeitern die frohe Kunde. Eiligst wurden Verträge mit den meisten „alten“ aber auch vielen neuen Lieferanten gemacht und ein Konzept erarbeitet, gemeinsam mit dem Personal, das geschlossen übernommen wurde. Es werden sogar wieder Lehrlinge hier ausgebildet.

Für die Stadt Gotha entsteht eine zentrale Einkaufserlebniswelt im Herzen der Stadt, die mit Aktionen, Events, Modenschauen und neuen Verkaufsfeldern die Angebotspalette der Innenstadthändler ergänzen soll, um so die Tradition des großen Kaufhauses in der Gothaer Innenstadt weiter zu führen.
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kristina cubonova aus Gotha | 01.08.2013 | 09:15  
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