Kann ich das falsch verstanden haben?

Die Münzsammlung Gothas ist wieder komplett. Laut Tagespresse waren 1953 etwa 100000 Münzen, welche die Sowjetunion nach dem Krieg als Reparationszahlungen mitgenommen hatte, zurückgegeben (nicht zurückgekauft).
Andere – nicht mehr so viele - sind nur Leihgabe aber eben an ihrem „angestammten Ort“. Um deren Rückgewinnung wird gerungen.
Ein beachtlicher Teil wurde nach Kriegsende durch die Amerikaner mitgenommen und befand sich bis vor kurzem in Coburger Besitz (Prinz Andreas von Sachsen-Coburg).

Die Landesregierung vereinbarte einen Rückkauf (!!!) von wohl gar über 2Mill.€.
Vor Jahren handelte das Land auch einen Verzicht des Hauses Coburg auf die Kunstschätze des Schloss Friedenstein aus, indem als Ersatz dafür 15000 Quadratmeter an Coburg gegeben wurde.
Nun ist es wohl aber Bernhard von Lindenau (1779-1854 / Astronom / 1820 Minister in Gotha / übernahm 1822 die Regierungsgeschäfte des Herzogs) zu verdanken, dass testamentarisch verfügt wurde, dass Gothas Kulturgüter nicht veräußert werden dürfen – also anders ausgedrückt in Gotha zu bleiben haben.

Da frage ich mich allerdings besorgt, wie man landesseitig das Haus Coburg dafür entschädigen konnte, dass es nicht über die Kunstschätze frei verfügen kann, wo das doch gar nicht zur Diskussion stand?!
Dass es dem Haus Coburg deutlich ums Geld zu gehen scheint, zeigt mir der „Rückkauf der Münzen“. Wenn diese in anderen Besitz gekommen und zur Versteigerung oder Kauf angeboten worden wären, hätte ich dafür ja noch ein gewisses Verständnis haben können. So aber . . .

Sicher kann man sagen, dass Kriegsbeute gesondert zu bewerten und behandeln ist.
Wie man dies aber praktisch umsetzen kann, haben uns gerade zu diesem Thema die Sowjets zu DDR-Zeiten gezeigt.
__________________________________

Zu diesem Beitrag wurde ich angeregt durch die heutige Leserseite der TA (12.11.2011) mit dem Leserbrief des Klaus D. Linstädter(Sömmerda).
__________________________________
Ehrenbürger Gothas:
„2002 Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha
Am 14.November 2002 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt
Gotha verliehen. Damit erfolgte eine Würdigung seiner Verdienste beim Zustandekommen der investiven gütlichen Einigung“
(Wortlaut aus der Begründung der Stadt Gotha)
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige