Kann man so begrüßen dürfen?

Natürlich gibt es protokollarische Richtlinien, wer in welcher Reihenfolge Begrüßungswort sprechen sollte. „Absteigend“ vom Ranghöchsten oder „Aufsteigend“ bis zum Ranghöchsten, je nachdem, wessen Worte mit größter Spannung erwartet werden, meine ich gelesen zu haben.
Auf politischem Parkett wird es da Zwänge geben, denen man sich unterzuordnen hat.

Und (immer) grüßt jeder Redner die Anwesenden in "absteigender" Reihenfolge.
(Um Wiederholungen und Zeit zu sparen, könnte das auch der erste Redner für alle übernehmen.)

Wenn aber zu einer Veranstaltung eines Verbandes, Vereins, eines Ortes – also mit hautnahem Bezug zur Basis durch den Veranstalter die Begrüßung der Anwesenden ausgesprochen wird, fände ich es als durchaus machbar, wenn hier die Reihenfolge von „unten“ nach „oben“ gewählt wird - angefangen bei den Mitgliedern und deren Angehörigen und fortgesetzt bis hinauf zum ranghöchsten Gast.

Wie komme ich auf diesen Gedanken?

Die wesentlichen Menschen, auf denen die Vereinsarbeit ruht, das Leben des Vereins angewiesen ist, sind seine Mitglieder. Dass diese ihr (oft ehrenamtliches) Engagement auch ausüben können, wird nicht unwesentlich durch deren Familien abgesichert / unterstützt im Mitmachen oder Übernahme anderer Aufgaben. „Hochrangige“ Gäste hingegen kommen oft von Amtswegen oder im Auftrag oder einfach, um gesehen zu werden – nach dem Motto „Wer weiß, wofür’s gut ist!“.
Selbst, wenn ein „besonderer Gast“ zum Beispiel Spenden oder Auszeichnungen überbringt, sind das (meist) Übergaben „im Auftrag von“.

Wenn also nicht gerade eines Gastes wegen eingeladen wurde, weshalb sollte man da nicht von dieser geschilderten „praktischen Wichtigkeit“ ausgehen und begrüßen.
Und wenn nun der Vorsitzende des Kreis- oder Landesverbandes verschnupft ist, weil er zuletzt in den Begrüßungsworten aufgeführt wurde? – Interessiert es, ob die sonst zuletzt Erwähnten darüber verschnupft sind?

In diesem Sinne grüße ich von Herzen die nun schon über 2.000 BürgerReporter des mA, ihre Familien, die Mitarbeiter der Lokalredaktionen und die Redakteure des mA/AA.

Und wenn in der Begrüßung ausgeführt wird „meine Damen und Herren“, könnte man schauen, ob man dabei nicht auch erwähnt „liebe Kinder und Jugendliche“.
(Die Jugend wird mir allzu oft bei Begrüßungen "vergessen". Mit welcher Rechtfertigung?)
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2 Kommentare
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Uwe Zerbst aus Gotha | 31.07.2012 | 23:14  
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Silke Dokter aus Erfurt | 01.08.2012 | 08:03  
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