Kinder haben Macht

Karl Schweinforth und Felix Engelhardt von der Regelschule in Crawinkel
Tabarz/Thüringer Wald: Regelschule | 6. Kindergipfel endete mit einem neuen Zukunftsvertrag zwischen Kundern und Jugendlichen und der Politik



TABARZ. „Kinder an die Macht“ sing Herbert Grönemeyer. Bei ihm nur eine gut klingende Floskel - im Landkreis Gotha schon seit Jahren Realität. Denn zum 6. Mal fand am vergangenen Wochenende der Kindergipfel statt. Seit 2002 wird er vom Kreisjugendring in Kooperation mit dem Landratsamt und der Naturfreundejugend Gotha veranstaltet.

Zwei Tage lang hieß es in der Regelschule Tabarz: „Kinder reden, Erwachsene hören zu“. Rund 40 Kinder aus dem gesamten Landkreis brachten die Zukunftsthemen aus ihrer Sicht auf den Tisch und zu Papier. Dazu diskutierten sie mit Politikern. In verschiedenen Workshops wurden Themen wie: das Essen in der Schule, der Lehrermangel sowie das schulische Umfeld untersetzt. Darüber hinaus brachten die von ihren Schulen delegierten Kinder aber auch mit eigenen Themen auf die Tageordnung. Im Vorfeld hatte der Kinderrat, der derzeitig aus 12 Kindern besteht, den Kindergipfel prozesshaft vorbereitet.

„Wir möchten, dass sich die Bedingungen in unserer Turnhalle verbessern“, sagten Karl Schweinforth und Felix Engelhardt von der Regelschule in Crawinkel. Jessica Selle und Marleen Hartung von der Regelschule in Neudietendorf sprachen den Lehrermangel deutlich an. Leider ließ sich vom Thüringer Kultusministerium niemand in Tabarz blicken, trotz Einladung. Für mehr Spinde oder Schließfächer sprach sich Sophie Becker von der Regelschule Conrad-Ekhof Gotha aus.

Nun ist Reden das Eine, konstruktive Ergebnisse sind das Andere. Deshalb stand am Ende der Zukunftsvertrag, der am Samstag unterzeichnet wurde. Er ist das greifbare und handfeste Kernstück jedes Kindergipfels. Hier sind neben Forderungen an die Politik auch Selbstverpflichtungen der Schüler enthalten. Beispielsweise soll die Atmosphäre in den Speisesälen verbessert werden. Durch ein wenig Farbe und Bilder kann man viel erreichen. Auch soll es in den Schulen mehr Wasserspender geben. Außerdem steht die Forderung, dass mehr Lehrer ihre Bereitschaft erklären mit der neuen Technik in den Klassenräumen umzugehen und sie lernen sollen, diese auch zu bedienen.

Dem entgegen steht die Selbstverpflichtung der Schüler ihren Lehren mehr Respekt zu zollen. Beispielsweise durch ausgeschaltete Handys im Unterricht. Dass zurückliegende Kindergipfel durchaus Handfestes zu Stande bringen zeigt beispielweise ein Punkt aus dem Zukunftsvertrag von 2010. Hier stand der Wunsch nach Anlaufstellen für Kinder in Not. An der Umsetzung wird mit der Aktion „Safe Point“ gerade intensiv gearbeitet. Nur ein Beispiel das zeigt, dass die Kinder im Landkreis Gotha Macht haben, wenn sie gehört werden.
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