‚Männertag’? - (kein Wunder / mit Frauen / Kegel-Schock)

Heute „Internationaler Kindertag“ und morgen „Männertag“. Während mich mit dem Ersteren viele schöne Erinnerungen verbinden, sind es beim Zweiten sehr gemischte Gefühle.
Oft sah ich ganz zeitig lautstark mit Stock, Klingel und viel Trinken überwiegend Männergruppen losgehen und vereinzelt gegen 14 Uhr den „viel weiteren Heimweg“ zwar zielsicher aber fast im Unterbewusstsein antreten.

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So nimmt es nicht Wunder:
Als ich 2009 einem Kunden anbot, am 21. und 22. Mai bei ihm zu sein, sagte er nach ein paar (Schreck-)Sekunden, dass wir darüber am 18. bei ihm noch reden werden.
Dass dieser Donnerstag (21.) ein Feiertag und der Freitag ein Brückentag waren und als Teil eines langen Wochenendes willkommen waren , hatte ich gar nicht bedacht.
Wie kann man einen „Männertag“ vergessen!?!

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Meist ein ‚Tag mit Frauen’

war so ein ‚Männertag’ für mich zu den DDR-Zeiten – also nach dem Krieg und vor der Wende.

Da erinnere ich mich eines solchen Tages, der damals kein grundsätzlicher Feiertag in Thüringen war. Mit den beiden Kollegen in meinem Zimmer wollte ich eine Männertour machen. Aber beide kniffen dann doch, wollten keine Überstunden abbummeln oder gar einen Urlaubstag opfern.
Da ich mir das aber schön gedacht hatte und (wie es so meine Art ist) von solcher Planung ungern Abstand nehmen wollte, fragte ich die Frauen der Abteilung demonstrativ vor den Ohren der Kollegen – und erhielt ein: Ja, gerne! zur Antwort.

An besagtem Tag machten wir dann eine kleine Thüringenfahrt im Gothaer Nahbereich. Eigentlich war das Wetter bis in den frühen Nachmittag freundlich, hatten wir einen herrlichen Tag. Dann aber zog ein Gewitter auf, kamen wir zum Kaffeetrinken auf der Insel in Günthersleben unter. Dort war der größte Teil der Gaststätte von einer Gesellschaft belegt. Als plötzlich eine Anzahl aufstand, sich alle anfassten und in einer Reihe losgingen, dachte ich zuerst an eine Polonaise. Aber diese Schlange ging hinaus.
Später erfuhren wir und sahen es dann auch, dass es Blinde/Sehschwache waren, die gemeinsam zur Toilette gingen. Das war für mich ein einprägsames Erlebnis.

Völlig zufrieden mit dem gemeinsam verbrachten „Männertag“ kamen wir wieder in Gotha an.
Einer meiner Kollegen sagte danach: Ja wenn ich gewusst hätte, dass so was gedacht war, dann wäre ich ja auch mitgefahren.

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‚Männertag’ - mit Keglern

Da gab es noch vor der Wende eine Zeit, in der mich ein Hausmitbewohner mitnahm zum Kegeln. Das fand regelmäßig an einem Donnerstag ganz in Wohnnähe statt. Eine Bahn, ein kleiner Aufenthaltsraum das war die Räumlichkeit. Es wurde zu einer guten sportlichen Betätigung und eben auch stets zu einem geselligen Beisammensein. Dass viel getrunken wurde und so mancher recht angesäuselt den Heimweg antrat störte mich kaum –mich betraf es ja nicht.

So kam es, dass das Kegeln auf einen „Männertag“ traf. Die Bedeutung dieses Zusammentreffens sah ich sofort, als die ersten beiden Kegler sich singend und in weitem Bogen der Kegelbahn näherten. Froh, erst einmal den wohl mit jedem Schluck größer werdenden Durst stillen zu können, war das Kegeln selbst eine Randerscheinung. Als Ernst dran war, stellte er sich an die Bahn, stützte sich mit einer Hand an der Wand ab, bat darum, ihm eine Kugel zu reichen, und machte keine Anstalten, gar einen Anlauf nehmen zu wollen. Leicht ging er in die Knie, schwang den Arm mit der Kugel und rief laut, dass man ihm sagen solle, wann er sie loslassen müsse.
Das war mir dann doch etwas zuviel! Mein Gehen brachte mir noch einige ungewohnte wie unschöne Worte mit auf den Weg, von denen Memme und Schlappschwanz noch zu den edelsten zählten.

Dies zur Vervollständigung meiner Erfahrungen mit Männern am ‚Männertag’.
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2 Kommentare
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Lutz Blobner aus Artern | 01.06.2011 | 12:18  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 01.06.2011 | 21:15  
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