Öfter mal ein ein Fass aufmachen: Rainer Richter vom G-Haus Gotha tut es mit Niveau

Humor ist, wenn man trotzdem zapft: Dieses Foto mit G-Haus-Wirt Rainer Richter entstand gegen 2 Uhr morgens.
Gotha: ... |

"Hauptsache, Niveau!" - Das ist der Leitspruch von Rainer Richter, Wirt des Gemeinschaftshauses "Goldbacher Siedlung" am Stadtrand von Gotha. Nach dieser Maxime führt er das G-Haus, agiert er als Vorsitzender der gleichnamigen Siedlergemeinschaft und arbeitet er im Stadtrat von Gotha. Jana Scheiding führte mit ihm ein Interview der besonderen Art.


Wer nichts wird, wird Wirt. Stimmt das?


Ich würde nicht sagen, dass ich nichts geworden bin, auch wenn ich eine Zeit im Steinbruch gearbeitet habe. Aber nicht mit Fußfesseln, sondern weil ich nach der Wende die Herausforderung im Westen suchte. Zu DDR-Zeiten war ich Gaststättenleiter in Friedrichroda, da brauchte ich nur Anweisungen zu geben. Heute muss ich als Wirt selbst mit anpacken.

Abwarten und Tee trinken?


Könnte man denken, wenn man in manchen Gaststätten eine Stunde vor leeren Gläsern sitzt. Das ist aber auf Dauer für das Wirtshaus nicht gesund.

Wer muss bei Ihnen die Suppe auslöffeln?


Der, der sie eingebrockt hat. Wer auch immer das ist.

Wem braten Sie eine Extrawurst?


Meinen Gästen. Die hole ich auch mal mit dem Oldtimer ab. Zum Beispiel mit Honeckers Volvo.

Wie oft machen Sie ein Fass auf?


So oft wie möglich.

Wann sind für Sie Hopfen und Malz verloren?


Wenn Menschen nicht begreifen, dass man für sein Geld arbeiten muss.

Stimmt es, dass das Auge mit isst?


Ich esse eigentlich mit dem Mund. Aber es stimmt schon: der visuelle Reiz beflügelt den Gaumen.

Was ist für Sie das Salz in der Suppe?


Wenn alle an einem Strang ziehen, wissen, worauf es ankommt. Sowohl im Betrieb als auch in der Familie.

Wen haben Sie zum Fressen gern?

Stammtischbrüder, die sich daneben benehmen.

Von wem lassen Sie sich die Butter vom Brot nehmen?


Von jungen Leuten, die flexibel und engagiert an ihr Tagwerk gehen. Das imponiert mir und das erkenne ich an.

Wem schenken Sie reinen Wein ein?


Dem Finanzamt. Und meinen Gästen natürlich.

Wann reden Sie um den heißen Brei herum?


Bei Mitarbeitern, die ich nicht vor den Kopf stoßen will.

Geben Sie gern Ihren Senf dazu?


Natürlich. Bei der Stadtratssitzung im Rathaus zum Beispiel. Oder im Verein.

Schauen Sie ab und zu über den eigenen Tellerrand?


Das tue ich fortwährend. Es ist nicht gut, im eigenen Saft zu schmoren. Vor allem in der Gastronomie ist Stillstand mitunter tödlich.

Hat schon einmal jemand die Rechnung ohne Sie, den Wirt, gemacht?


Ja, das war vor einigen Jahren. Die Gäste einer Jugendweihe haben nicht bezahlt. Ich sagte ihnen, dass ich einige meiner Bierfassheber vorbeischicken würde. Wir haben dann Ratenzahlung vereinbart.


www.gotha.de
www.restaurant-g-haus.de
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10 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 26.06.2014 | 04:53  
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Renate Jung aus Erfurt | 26.06.2014 | 11:58  
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 26.06.2014 | 21:37  
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Antje Hellmann aus Jena | 30.06.2014 | 11:54  
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Katrin Treydte aus Erfurt | 30.06.2014 | 14:25  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 30.06.2014 | 20:24  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 30.06.2014 | 20:25  
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Katrin Treydte aus Erfurt | 01.07.2014 | 08:12  
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Renate Jung aus Erfurt | 01.07.2014 | 13:09  
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Constanze Fuchs aus Gotha | 01.07.2014 | 22:00  
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