Schulranzen mit Beinen

Gingen gestern früh zwei Schulranzen an mir vorüber mit kleinen zierlichen Beinchen dran. Einer war weiblich, weil oben zwei freche Harrbüschel heraus sahen. Da dachte ich an meine Schulzeit und kann nur immer wieder mit dem Kopf schütteln, welche Lasten diese Kinder tragen müssen oder eben sollen!

Wenn Deutschland wahrlich ein Staat für Kinder sein will, dann darf man doch diese „Schullasten“ nicht übersehen, ignorieren oder gar klein reden. Mediziner (so ich verschiedentlich lesen konnte) finden dies auch nicht angebracht.
Aber nein, es können diese „Schulcontainer“ nicht groß genug sein und natürlich auch nicht bunt und cool genug. Gegen Letzteres habe ich ja gar nichts, wenn es da nicht wieder ausartet, dass nur „in“ ist, welcher diese oder jene Markenartikel besitzt.

Die armen zierlichen Kinder taten mir leid. Als ich andere kommen sah, schaute ich in ihre Augen, in denen nicht gerade Freude und Zuversicht zu sehen waren. Ein Junge biss ganz intensiv in ein dickes Brötchen, welches er sich wohl unterwegs als Frühstückersatz gekauft hatte.

Wenn ich mich da an meine Schulzeit erinnere, war das alles ganz anders – natürlich auch in einer anderen gesellschaftlichen aber wohl vor allem menschlichen Umgebung.
Da kommt mir in den Sinn, gegenwärtig oft schon Eltern gesehen zu haben, welche den Ranzen ihres Kindes zur Schule oder von dort heimtragen.
Aber auch Kinder, die den Riesenranzen auf dem Rücken, eine Tasche zusätzlich vorn tragen und mit einem Beutel (wohl für den Sport) hin und her schwenken: eine Bildungsfestung! Ob das die Bildung festigen wird, wage ich zu bezweifeln!
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(Dies schrieb ich 2009 und ist doch leider nach wie vor brandaktuell, meine ich.)
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3 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 25.08.2011 | 01:31  
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kristina cubonova aus Gotha | 26.08.2011 | 17:35  
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Hannelore Grünler aus Artern | 26.08.2011 | 23:55  
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