Thomaner "beschützt"

800 Jahre „Thomanerchor“ wurde heute im TV erwähnt. Urplötzlich erinnerte ich mich an meine Jugend, als ich mit etwa 12-14 Jahren im Kinder-Ferienlager der Karl-Marx-Universität Leipzig am wunderbaren Scharmützel-See (Bad Saarow) war.

Unmittelbar davor besuchte ich meine Tante im Oderbruch und musste mir dort einen Fingernagel wegen Vereiterung des Nagelbettes entfernen lassen. So kam ich mit einem Verband im Ferienlager an und konnte somit nur bedingt am Lagerleben teilnehmen.
Ein etwas schmächtiger und verschüchtert wirkender Junge machte auch nicht alles mit. So waren wir zwei „Gleichgesinnte/betroffene“.

Dieser Junge wurde oft gehänselt. Besonders wenn er am Vormittag sang und offensichtlich übte, weil das Gesungene keineswegs einem Lied oder einer durchgängigen Melodie entsprach. Ich fand diese Hänselei ganz und gar nicht gut.
Als er schließlich auch geschuppst wurde, ging mir das zu weit. Ich stellte mich vor ihn und drohte. Das Lachen über mich/uns konnte ich schnell mit meiner freien Hand abstellen. Dem Jungen allerdings schien das mehr als peinlich. Nach zwei Tagen ließ man ihn und mich in Ruhe. Wir lernten uns etwas näher kennen. So erfuhr ich, dass er ein junger „Thomaner“ sei. "Thomanerchor war für mich anerkennend zu vergleichen mit dem „Dresdner Kreuzchor“ oder dem „Poznaner Knabenchor“.
Er erläuterte mir, dass tägliche Stimmübungen zu seinem Alltag gehören. Vor seiner Disziplin und Energie zog ich sinnbildlich den Hut.
Fand ich anfangs seinen Singsang sehr eigenartig, hörte ich nun gerne zu und stellte erstaunt fest, dass ich mitbekam, wie sich nach wenigen Minuten seine Stimme lockerte. Beeindruckend!

( Und auf mich war ich ein wenig stolz. )
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