Thüringens Charme erobert die 53. EUROPEADE im belgischen Namur - Planungen für Turku in Finnland 2017 beginnen

    Sie stand am Beginn des Jahres 2016 nicht unter dem besten Stern, denn die Anschläge von Brüssel und die mediale Berichterstattung erschütterten die Menschen im Vorfeld der 53. EUROPEADE zu der die Stadt Namur und das Internationale Europeade-Komitee ins Heimatland der Europeade nach Belgien eingeladen hatte. Die Stadt Namur und mehr als 600 Helfer vor Ort stellten sich trotzdem der gewaltigen Aufgabe und boten den fast 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vom 21. bis 24. Juli 2016 eine prächtige Kulisse für das Festival des Friedens und der Völkerverständigung. Hoch über Namur thront die alte Zitadelle, deren Bergsporn vom Zusammenfluss der Maas und der Sambre umspannt wird. Etwa acht Tanzplätze und Bühnen waren rund um die historische Burganlage ausgelegt, die den Tänzern, Musikanten und Sängern gewaltige Entfaltungsmöglichkeiten boten.

Mit 105 Teilnehmern stellte Thüringen ein stattliches Kontingent. So waren dabei der Trachtenverein mit Musikkapelle „Schumlach“ aus Sichelreuth bei Sonneberg, die neugebildete Thüringer Trachtentanzgruppe „Gotha“ mit Tänzerinnen und Tänzern aus Wechmar, Tambach, Günthersleben, Dachwig, Dietharz und Großfahner sowie das begeistert gefeierte Fanfaren- und Showorchester Gotha. Natürlich stellte die Gastgeberstadt der EUROPEADE von 2013 auch einen eigenen Informationsstand im Forum. Dort war Christian Petters von der KulTourStadt Gotha GmbH von morgens bis spät in die Nacht dicht umringt von Besuchern und Fans, die nur eine Frage hatten „Wann ist wieder Europeade in Gotha?“ Noch immer hat die Jubiläums-Europeade des Jahres 2013 bei den Teilnehmern in allen Ländern einen herausragenden Klang. Davon konnte sich auch Oberbürgermeister Knut Kreuch überzeugen, der von dutzenden begeisterten Menschen immer wieder angesprochen wurde, doch das Festival wieder nach Gotha, in die Mitte Deutschlands und Europas, zu holen. Begehrtestes Produkt am Gotha-Stand war natürlich der Prospekt „Der Opa von Europa“ mit dem Stammbaum der belgischen Könige. Als Vertreter der Stadt Gotha war der Oberbürgermeister Gast eines Empfanges des deutschen Botschafters in Belgien, Rüdiger Lüdeking. Der Botschafter hatte eine Idee aus Gotha aufgegriffen, die ihm der Oberbürgermeister während eines Konzertes der Thüringen Philharmonie im November 2015 gab. Vertreter aller deutschen Gruppen waren von ihm zu diesem Empfang in die Kunstgalerie gebeten worden. Er war damit der einzige Diplomat, der seinen kulturellen Botschaftern diese Ehre erwies. Knut Kreuch war während der Festivaltage auch Teilnehmer des Bürgermeister-Kongresses im Rathaus sowie des Empfanges der Stadt Namur gemeinsam mit dem Thüringer Trachtenpaar Sofia und Christian Jäger für alle teilnehmenden Gruppen.

Rund zwanzig Auftritte absolvierten die drei Thüringer Gruppen. Höhepunkt war natürlich die Mitwirkung aller an der Eröffnungsveranstaltung, wobei das Fanfaren- und Showorchester Gotha mit einem einstündigen Konzert begann und danach zur Premiere einlud, denn unter den Klängen des Gothaer Orchesters kam erstmals der „Rühler Springer“ zur Aufführung, den die Thüringer Trachtentanzgruppe Gotha schwungvoll in Szene setzte. „Ich bin begeistert und so glücklich, dass wir diesen Auftritt so souverän und schwungvoll gemeistert haben“ jubelt Trainerin Natalie Kreuch, denn noch vier Stunden früher gab es mächtige Probleme bei der Generalprobe mitten auf einer stark befahrenen Straße. Begeisterungsstürme rief der Thüringer Schwerttanz hervor, den die Schumlacher darboten und als Marko Thieg auf den gekreuzten Schwertern stehend in zweimeterfünfzig Höhe die Thüringer Fahne schwang jubelte das Publikum.

Auch ein verregneter Samstag mit der Europeade-Parade konnte die gute und friedliche Stimmung des Festivals nicht trüben. „Wir tanzen auch bei Regen“ lacht Steffi Prinz aus Tambach und Yvonne Lars ergänzt „ist eben nur ein bisschen warm unter den Trachten schützenden Plastikhüllen“ und schon nimmt ihr Mann Sven-Erik sie in den Arm und beide schwelgen bei bayerischer Blasmusik über das Parkett der Straße. Unermüdlich während des gesamten Festumzuges war der gebürtige Gothaer Dr. Harro Frels, dessen Dudelsack auf drei Kilometer Länge nie verstummte. „Ich fand toll, dass neben der Gothaer Bürgerdelegation so viele Menschen am Straßenrand jubelten, wenn wir kamen und das Schild in der Hand von David Mäder lasen“ meinte Peggy Halecker und Johanna Schack ergänzt „überall, wo die Menschen was von Gotha entdeckten, wusste jeder was damit anzufangen“. Ich habe sogar weitere Gäste aus Friedrichroda und aus Gotha am Straßenrand gesehen, die nicht mit uns im Bus waren und extra wegen der Europeade angereist waren“ ergänzt Arndt Schmidt aus Großfahner.

„Ich habe mich besonders gefreut auf dieser Europeade den langjährigen Präsidenten Bruno Peters wiedergetroffen zu haben“ betonte der Thüringen- und Deutschland-Trachtenchef „er hat uns im Jahr 2011 die Chance gegeben eine Bewerbung für eine Europeade zu starten.
In Gotha war er nicht mehr dabei, denn Armand de Winter hatte sein Amt übernommen. Die Begegnung mit ihm, damals wie heute, ist ein Geschenk, sie hat Gotha verändert“ schwärmt ein sichtlich stolzes Stadtoberhaupt.

Nun heißt es Ideen zu sammeln, wie die Teilnahme an der 54. Europeade im finnischen Turku gelingen kann. Um dem Fanfaren- und Showorchester aber auch den Tänzerinnen und Tänzern eine Teilnahme zu ermöglichen ist es wichtig Sponsoren zu finden, die bei der Finanzierung dieser langen und teuren Reise unterstützen. Besonderer Dank gilt dem Gothaer Reisebüro „Sonnenklar“ unter Federführung von Chefin Manuela Spottke, was in eigener Regie wieder eine Bürgerreise nach Namur plante und dabei ein exzellentes Programm bot. Auch für 2017 steht das Reisebüro bereits in den Startlöchern. „Am liebsten wollen wir fliegen, denn so können wir am besten die Brücke ins Land der tausend Seen überqueren und sind sofort spielfähig“ wünscht sich Kristina Wagner vom Fanfaren- und Showorchester. „Das wäre toll“ ergänzt der Gothaer Oberbürgermeister, „denn dann wird vom Start bis zur Landung durch Orchester, Bürger und Tänzer beste Stimmung und die gute Botschaft des Friedens unterwegs sein“.
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