„Triumphator“

Diese Rechenmaschine "Triumpfator" kann eine eingestellte Zahl durch Drehen der Kurbel und Vorschieben des unteren Schlittens auf Zehner/Hunderter/Tausender-Position multipliziert werden.
Das ist eine kleine Rechenmaschine, die ich noch von der Ausbildungszeit bei „Carl Zeiss Jena“ kenne. Damals lernte ich auch etliche elektromechanische Rechenmaschinen kennen an denen meist ein Schild angebracht war „Division durch Null verboten!“ - damit die Maschine nicht kaputt ging.
Wir nutzten die Handrechenmaschine „Triumphator“ für größere Multiplikationen.

Sie half und war nicht Ersatz fürs Kopfrechen. Auch konnte man sie ja nicht ständig mit sich herum tragen. Pfiffig war, wer mit den wenigsten Kurbelumdrehungen eine Multiplikation schaffte (siehe Beispiel unten).

Heute haben und nutzen Schüler - wohl ab der Klasse 8 - einen Taschenrechner.
Ist ja grundsätzlich nicht schlecht. Doch was soll man dazu sagen:
1 ### Ein Schüler hat Schwierigkeiten im Kopfrechnen, braucht lange, bis er 7mal8 errechnet hat. Die Denkzeiten sind zu lang und die Ergebnisse oft falsch.
2 ### Plötzlich löst er eine Reihe von Aufgaben einwandfrei und schnell – weil er den Taschenrechner arbeiten lässt und dort nur den „Rechenbefehl“ eintragen musste. (Was man wie eingeben muss, erlernt er ganz schnell.)
3 ### Im Ergebnis war dies der Einstieg in die endgütige Verdummung hinsichtlich eigenen Kopfrechnens.
4 ### Selbst bei 63 geteilt durch 7 wird nach dem Rechner gegriffen.

In höheren Klassen wird ein Taschenrechner vorgeschrieben, der komplizierte Rechnungen durchführen und dazu noch Zeichnungen von Ergebnissen anbieten kann.
5 ### Man braucht keine Formeln, kein Tafelwerk mit Regeln, keinen Mathe-Duden, aus dem man Lösungsansätze herauslesen und trainieren kann.
6 ### Man erlernt die Bedienung des Taschenrechners und kann danach einen Rechenbefehl eintippen – schwupps kann man das Ergebnis ablesen.
7 ### Ergebniskontrollen schenkt man sich, weil man da ja ein entsprechendes mathematisches Grundwissen haben müsste. So macht man sich keine Gedanken, wenn von 1000 Litern nach Abzug einer berechneten Menge noch 1025 Liter übrig bleiben.

Zusammenfassung:
Früher hatte ich einen Rechner (siehe Bild) zur Unterstützung des Rechnens mit großen Zahlen – musste aber das Grundwissen zur Berechnung erlernt haben.
Heute kann ein Schüler mit dem Taschenrechner Funktionen berechnen, ohne Formeln, Regeln, Tafelwerk, Kopfrechnen verwenden zu müssen. Wenn er den Taschenrechner bedienen kann, sind schwierige Aufgaben fast nur noch auf das Eintippen reduziert.

Man lernt, den Rechner zu beherrschen! Und wenn?
Sollte man nicht in erster Linie das mathematische Denken erlernen?!
Muss ein "normaler" Mensch im Alltag die komliziertesten Aufgaben lösen?
Hat man stets den Rechner bei sich? Den Kopf ja!

Was nutzt ein Taschenrechner, wenn der Mensch ohne ihn bereits an 7mal8 zu scheitern droht?

Wer oder was ist eigentlich der "Triumphator" ? !!!!!

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Beispiel für das Rechnen mit dem "Triumphator" (im Bild):
314256 * 999 = 313941744
1 ### Man kann die erste Zahl eintragen durch dann 9x nach vorn drehen, den Wagen um eine Stelle vorschieben (auf den Zehner) und wieder 9x drehen noch einmal den Wagen um eine Stelle vorschieben (Hunderter) und erneut 9x kurbeln = 27x die Kurbel gedreht.
2 ### Man dreht die Kurbel 1x zurück und hat damit 99999999 eingestellt, fährt drei Stellen den Wagen vor (Tausender) und dreht 1x nach vorn, so dass die vorderen Neunen verschwinden. Das bedeutet: Zuerst minus 1 und dann plus 1000. Die Kurbel wurde nur 2x gedreht.


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3 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 07.11.2013 | 13:14  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 07.11.2013 | 19:27  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 07.11.2013 | 21:11  
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