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Petra Scharf bei der Wasseruntersuchung.
  Luisenthal: Talsperre | Geänderte Verordnung verpflichtet Vermieter, Hotel- und Pensionsbetreiber zur Wasseranalyse:

Kommen immer mehr Krankheiten aus dem Wasserhahn? "Garantiert nicht", beruhigt Andreas Raab, Diplom-Chemiker am Institut für Wasser- und Umweltanalytik in Luisenthal (IWU). Und doch haben er und seine Kolleginnen und Kollegen jetzt deutlich mehr Arbeit. "Das liegt an der Novelle der Trinkwasserverordnung, die der Bundesrat am 26. November 2010 beschlossen hat und die am 1. November 2011 in Kraft getreten ist", erzählt Fachgruppenleiter Raab und erläutert worum es geht. Danach wird unter anderem die Einführung eines so genannten technischen Maßnahmewertes für Legionellen eindeutig geregelt. Die Vermieter von Wohnhäusern mit mehreren Parteien sowie Hotel- und Pensionsbetreiber müssen künftig einmal jährlich auf eigene Kosten die Wassergüte analysieren lassen, sofern sie in ihren Objekten Großanlagen zur Warmwasserbereitung vorhalten. Die vom Thüringer Sozialministerium verordnete Kontrollpflicht greift ab Warmwasserspeichern, die das Volumen von 400 Litern überschreiten oder mehr als drei Liter Wasser in den Rohrleitungen zwischen Erwärmer und Wasserhahn führen.


Und was heißt das konkret? "Die Speicheraustrittstemperatur muss mindestens 60 Grad, die Zirkulationseintrittstemperatur 55 Grad betragen. Die Kaltwassertemeratur darf 25 Grad nicht überschreiten", sagt Matthias Meister, bester Meister seines Jahrgangs in der Heizungs- und Sanitärbranche. "Darüber hinaus darf die Zirkulationspumpe am Tag höchstens acht Stunden abgeschaltet werden, ein Dauerbetrieb ist aber hygienischer. Damit soll verhindert werde, dass Speicheranlagen mit nur 35 bis 40 Grad betrieben werden, der idealen Wachstumstemperatur für Legionellen." Private Ein- und Zweifamilienhäuser mit Kleinanlagen sind von der Regelung ausgenommen. Eine regelmäßige Überprüfung erachtet Matthias Meister aber auch hier für sinnvoll. Und wie sieht solch eine Prüfung aus? "Der Betreiber solcher Anlagen beauftragt ein Labor wie das IWU. Dann nehmen unsere Mitarbeiter oder eigens dafür geschulte und bestellte freie Mitarbeiter an mehreren Stellen eine Probe. Nach etwas zehn Tagen liegt das Ergebnis vor. Wird kein Befund festgestellt, oder befindet der sich im Toleranzbereich, ist alles in Ordnung", sagt Andreas Raab. Ist der Befund allerdings positiv, muss eine Gefärdungsanalyse erstellt werden. "Dann gilt es zu schauen, wo die Probleme liegen und ob in dem Objekt gefährdete Nutzer, wie Kinder, Schwangere oder Dialysepatienten wohnen. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt wird dann ein Maßnahmeplan erstellt, der die Schritte Desinfektion festlegt", erläutert Andreas Raab den Werdegang. Erst wenn der Wert um das 100-fache überschritten wird, kann es zu einem Nutzungsverbot kommen. "Bleibt dann die Meldung an das Gesundheitsamt aus, begeht der Betreiber eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Strafe von bis zu 25 000 Euro belegt werden kann. Kommen dadurch Menschen zu Schaden drohen sogar bis zu zwei Jahren Haft", macht Andreas Raab vom Luisenthaler Labor den Ernst der Lage deutlich. "Doch soweit muss es nicht kommen", relativieren sowohl Raab als auch Matthias Meister.


Wer sich also an die Temperaturvorgaben hält und regelmäßig Kontrollen durchführen lässt, dessen Leitungswasser ist kein Träger schädlicher Bakterien.


o Eigentümer oder Betreiber müssen entsprechende Objekte dem Gesundheitsamt, 18.-März-Straße 50, 99867 Gotha schriftlich oder per E-Mail an gesundheit@kreis-gth.de bekanntgeben o Mit den Untersuchungen und der Probenentnahme dürfen nur zugelassene Labore und Einrichtungen beauftragt werden. Liste unter: http://www.thueringen.de/de/tmsfg/gesundheit/gesun...
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