Vom „Lob der besonderen Art“ zum 13.Thüringentag

Natürlich liegt es mir fern, zu meinen, dass nur meine Sicht auf dieses Thüringer Ereignis und weitere gleich geartete Äußerungen das Gelbe vom Ei seien. Da hat jeder etwas anderes erlebt oder davon gehört und gewiss auch anders gesehen.
Wenn allerdings in billigster Wortwahl sowohl sprachliche Sinne zum Entsetzen gebracht werden sollen und inhaltliche Darstellungen grotesk das Gegenteil schildern, wie es selbst bei der Einschätzung „völlig daneben“ nicht möglich ist, dann handelt es sich schlicht und ergreifend um Provokation(en).

So bekam ich eine eMail mit dem Wortlaut, den ich hier nur in Auszügen des Anfangs bringe – gerade soviel, dass man sich ein Bild machen kann:

Thüringen-Tag endlich vorbei
Dreizehn unglückliche Jahre lang gibt es nun schon den, an eine revanchistische Veranstaltung erinnernden, "Thüringen Tag" im unterbelichteten Freistaat.
(…)
die "freiwilligen Helfer" werden aus Stadtbediensteten rekrutiert und die Stände mit dem meisten Umsatz (Schlabberwurst und Ekelbier) an "einheimische" Großkapitalisten vergeben.
Nun durfte das unscheinbare Nest Gotha, in dem einige die Monarchie zurück haben möchten, den "Thüringen Tag" abfeiern. Hier holte man den Adel,
schimpfte die drei Tage Jux und Tollhaus "Gotha adelt". Da man in der Stadt des toten Zentrums, der Bauruinen und . . .
(Internetseite des takt-Magazins)


Bei soviel demonstrierter Verbohrtheit kam ich beim Lesen weder zum Ärgern und erst recht nicht zum Lachen.

Doch bei Lichte betrachtet kann ich mir eigentlich „kein besseres Lob von dieser Seite“ vorstellen, der daran gelegen ist, alles in den Schmutz zu treten und sich im Gegenteil zu ergehen.
So hätte ich mich letztendlich wohl zumindest stark wundern müssen, wenn diesem Schreiberling ein (wiederum überzogenes) Lob eingefallen wäre.
„Wenn dich deine Feinde loben, hast du etwas falsch gemacht. Tadeln sie dich, dann bist du auf dem richtigen Wege." (Ersetzt man hier „deine Feinde“ durch „stets Verneinende“, dann trifft dieser Spruch wohl auch hier zu.)

Da denke ich an den Satz, der Konrad Adenauer zugeschrieben wird:
„Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.“
__________________________

Von mir gelesen, dazu einen Eintrag geschrieben, damit Textteile weitergereicht – der Schreiber des zitierten Textes müsste eigentlich die Nacht im Bett stehen vor Erfolg. – Sei ihm dies gegönnt.
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5 Kommentare
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 13.07.2011 | 22:48  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 13.07.2011 | 22:58  
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Peter Zimmermann aus Gotha | 14.07.2011 | 14:29  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 14.07.2011 | 15:28  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 15.07.2011 | 09:43  
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