Von Ometepe zum Strandbad Nicaragua 3

  Wir umrundeten die Insel und beobachteten die Insulaner bei Ihren Alltagsgeschäften. Vieles wirkte beschwerlich und armselig und trotzdem strahlten die Menschen Würde und Lebensfreude aus. Einige LKW's aus der DDR machten uns deutlich das enge ideologische und wirtschaftliche Verbindungen zu Ostdeutschland bestanden. Von jeder Insel und mag sie noch so schön sein, will man einmal runter. So überquerten wir den Nicaraguasee Richtung Festland mit einer ebenso überfüllten Fähre, wie auf der Hinfahrt. Auf der Rückfahrt lernten wir eine französische Familie kennen, mit der wir uns anfreundeten. Gemeinsam steuerten wir unseren neuen Ziel entgegen. San Juan de Sur so hieß der Ort an der Pazifikküste der uns erwartete. Ein an einer Bucht gelegener Badeort. Quicklebendig ging es hier zu. Eine Vielzahl von Rucksacktouristen bevölkerten die Strassen. Keine Hotelburgen verschandelten das Stadtbild. Dafür überschaubare Hotels, Pensionen und Privatunterkünfte gaben den perfekten Anlaß sich hier nieder zu lassen. Wir suchten uns eins der ältesten Hotels des Ortes aus. Von hier war es nur ein Katzensprung bis zum Strand mit seinen Bars und Restaurants. Das Hotel hatte das Flair der dreißiger Jahre bewahrt. So großzügig und urig im Eingangsbereich und die Zimmer mit Balkon mit einen riesigen Ventilator versehen. So einfach und gut, das wir uns in den Tagen des Aufenthaltes an diesem Badeort pudelwohl fühlten. Was machte es schon, dass man zu den Waschräumen und Toiletten in das Erdgeschoß mußten. Im Rückblick bin ich sehr dankbar in unserer hochtechnisierten Welt ein solches Hotel erleben durfte. Uns wurde berichtet das hochkarätige Hotelkonzerne sich diese Hotel schon ins Visier genommen hat. Wie lange werden die Eigentümer diesen Druck noch aushalten? Ja - wir haben die Ursprünglichkeit in dieser Unterkunft noch erleben dürfen. Der Preis von 15 Dollar für Übernachtung und Frühstück waren ebenfalls unschlagbar. Der Preis war aber für uns zweitrangig. Uns gefiel einfach die Lage und das historische unveränderte Ambiente in diesem Hotel. In der Mittagsglut saßen wir oft auf dem Balkon ließen die Seele baumeln und schauten gern dem Treiben auf der Straße und Strand zu. Eine Besonderheit an diesem Badeort war eine riesige Jesusstatue, die die ganze Bucht überragte. Sie erinnerte uns ein wenig an Rio de Janeiro. Hier ging es aber wesentlich beschaulicher zu. In diesem kultigen Hotel lernten wir Mira kennen.Sie war eine alleinreisende rüstige Rentnerin aus der Schweiz mit einenen jung gebliebenen Geist. Ein Kanadier der ebenfalls im Hotel wohnte war chronisch betrunken und verbrachte wahrscheinlich die meiste Zeit mit Jonny Walker in seinem Hotelzimmer. Unvergesslich bleiben uns die Sonnenuntergänge in der Bucht. Für genügend Abwechslung sorgten auch die Strandbars mit Lifemusik. Verschiedene Musikrichtungen ließen uns regelmäßig das Tanzbein schwingen. Die Kombination Strandspaziergänge, Baden, Strandbar, Musik und Tanz gab uns das ideale Urlaubsfeeling. Ja und da lockte noch die Jesusstatue hochdroben auf dem Berg. Wir fassten uns ein Herz und erglommen den Berg. Ein regelrechter Bauboom war um die Statue zu erkennen. Schicke Hotels wechselten mit noblen Wohnanlagen. An der Jesusstatue ordnete ein Wächter den Besucherverkehr und verlangte auch einen Eintritt. Erhaben stand die Jesusstatue auf dem Berg. Im Fundament der Statue befand sich eine kleine Kirche. Dort begegneten wir der polnischen Heiligen Faustyna als Bild. Diese polnische Nonne hatte die Offenbarung des barmherzigen Jesus. Es war eine Wohltat seelisch aufzutanken in diesem kleinen Kirchlein. Auf Bildern wurde gezeigt, dass auch der ehemalige Präsident Jimmy Carter den Weg hierher gefunden hat. Von der Jesusstatue hatten wir einen hervorragenden Überblick über die Bucht und das Strandbad San Juan de Sur. Nach erlebnisreichen Tagen in San Juan de Sur hieß es Abschied nehmen. Am letzten Abend erlebten wir noch einen folkloristischen Augenschmaus in einen der Strandbars. Eine Tanzbarbietung mit Anspielung auf die großartige indianische Vergangenheit von Nicaragua.

Fortsetzung nächste Woche
Artikel:
Vulcanmädchen vor Managua Nicaragua 4
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige