Zu Fuß von München nach Prag - Pilger Hans Jürgen berichtet

  Nach unserem Elisabethweg 2011 und einer Pause 2012, wurde es für uns wieder Zeit einen Weg zu planen. Wenn ich von wir spreche, so sind das Walter Dawidowicz aus Friedrichroda und Hans-Jürgen Frank aus Schönau v.d.Walde. Und so planten wir den Weg von München nach Prag, jede Stadt hat ein Hofbräuhaus und die Strecke dazwischen wollten wir mit unserem Weg verbinden. Nach unserer Planung ging es dann Anfang Juni los, da ich auch noch nie München gesehen hatte, brauchten wir dann vor Ort noch einen Tag um die Stadt ein wenig kennen zu lernen. Nach vorherigen Besuch des Hofbräuhauses, begann unser Start auf dem Marienplatz, ging unser Weg entlang den Isarauen nach Freising-Landshut-Dinggolfing über Deggendorf-Passau Richtung Österreich-Tschechien.Trotz des enormen Hochwassers der Isar kamen wir schnell voran. Was für eine Kraft in so einem reisenden Fluß steckt, konnten wir an vielen Abbrüchen der Wege sehen. Aber ab Landau war dann Schluß, denn unserer nächster Ort stand unter Hochwasser, aber mit dem Zug ging es weiter und so konnten wir sehen, was dort los war. In Passau standen wir mitten drin, man muß es sehen, denn erzählen kann man so etwas nicht, es macht nur traurig. Und jetzt ging es nach den Auen in die Berge und ich muss schon sagen, jeden Tag war 1-3 steile Berge dabei und wir mussten feststellen, dass unser Weg nun doch wieder ein Abenteuer werden würde. Denn es ging wieder einmal über Stock und Stein und ich muss schon sagen, dass dies nur von etwas Geübten zu Fuß zu überwinden waren. Die Wege in Niederbayern waren noch einigermaßen Gut, dafür sehr schlecht beschildert. In Tschechien war es umgekehrt, eine gute Kennzeichnung der Wege, aber die Wege waren katastrophal, als ob darüber lange keiner gegangen war. Nur auf ca.30cm breiten Pfaden, ging es oft kilometerweit, dass ist schon nicht ganz einfach. Ein paar mal ging es offiziell über die Grenze nach Österreich, dann noch über den Dreisessel, das heißt ungefähr 2000m, bei 60° Steigung immer nach oben und das mit einem Rucksack von 14kg, da bekommt man Respekt vor der Natur. Ja, und dann waren wir auch schon in Tschechien, wie schon voraus gesagt, schlechte Wege, aber ab jetzt war das Leben viel billiger. Denn ein großer Faktor bei solchen Fernwanderungen, ist ja der tägliche Preis für Essen, Trinken und Schlafen. Obwohl während des Laufens eigentlich bei uns nur Wasser getrunken wird, denn dies schmeckt wenn es lauwarm wurde, trotzdem noch am Besten . Nun waren von unseren ca. 600km schon die Hälfte unter den Füßen, nur hier wurden immer mehr Richtung Prag die Wege anspruchsvoller, manchmal war ja wirklich gar keiner da. Auch standen wir einmal nach 5km im Gestrüpp vor einer Felswand, ja dann eben wieder zurück, dass waren aber nun schon 10km und unsres Etappenziel lag immer noch 25 km entfernt ! Oft werde ich gefragt, so viele Kilometer, dies ist für uns Fernwanderer nicht das Problem, dass Problem liegt mit welchen Partner laufe ich, denn immerhin waren wir 2011 über 60 Tage ununterbrochen zusammen und ich kann nur sagen, bei uns Beiden stimmt dies einigermaßen. Auch sagen wir Beide, außerhalb der Städte laufen kein Problem, aber wenn es durch große Städte geht, dann wird schon mal einer von uns Beiden unruhig, der dortige Stress überträgt sich sehr schnell auf einen. Z.B., an den Isarauen entlang hörte man ein paar Tage lang überhaupt keinen Verkehr, dass tut der Seele gut. So erreichten wir nach 22 Tagen Prag und durften wieder Station in der Evang.-methodistischen Kirche machen und im Hofbräuhaus von Prag dem „ U Fleku“ wurde dann zum Abschluss unserer Tour 2013 dann noch ein gutes Bier getrunken. Und eines weiß ich auch schon wieder, es wird nicht unsere letzte Tour gewesen sein.
Erinnerungen
von
Hans-Jürgen Frank
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