Der Wolf ist auch in Thüringen zurück

(Foto: Jürgen Borris)
Ohrdruf: Standortübungsplatz Gotha "Ohrdruf" |

15 Jahre Wölfe in Deutschland - NABU zieht Bilanz, auch mit Blick auf Thüringen.

Aktuell gibt es bundesweit 35 Wolfsfamilien (31 Rudel und vier Paare) in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Über 150 Jahre nach seiner Ausrottung hat der Wolf in Deutschland selbstständig wieder eine Heimat gefunden.

Für Thüringen gelang der erste gesicherte Wolfsnacheis am 11. Mai 2014 mittels sehr eindrücklicher Fotos, die durch ein Mitglied der Landesarbeitsgruppe (LAG) Wolf des NABU Thüringen nahe des Standortübungsplatzes "Gotha-Ohrdruf" gemacht werden konnten. „Seit dem ist die LAG Wolf des NABU Thüringen vor Ort aktiv, dokumentiert Spuren und sammelt Losungen für die Genetik. Hierdurch gelang es der LAG Wolf bis heute regelmäßig die Anwesenheit einer Wölfin im Einzugsgebiet des Standortübungsplatzes zweifelsfrei nachzuweisen, die ursprünglich aus der Lausitz zugewandert war“, sagt Silvester Tamás, ein Sprecher der Landesarbeitsgruppe.

Insgesamt sind fast 40 Mitglieder in der LAG Wolf des NABU Thüringen aktiv. Hierzu zählen insbesondere Forstmitarbeiter, Jäger, Biologen, Ökologen, Biogeografen, Umweltpädagogen, Naturschützer und auch Polizeibeamte. Das Ziel der LAG ist eine breite interessen- und verbandsübergreifende Zusammenarbeit und Aufklärung zum Thema Wolf. So wurden allein im letzten Jahr gut 50 Informationsveranstaltungen, sowie Vorträge und Exkursionen an Schulen, auf Tagungen und auf Jägerfesten, in Behörden und Volkshochschulen durch die Mitglieder der LAG durchgeführt. „Mehr als 70 Presse- und Medienbeiträge wurden bisher im Rahmen unserer Tätigkeiten veröffentlicht. In sozialen Internetforen wie Facebook, konnten zu Spitzenzeiten in einer Woche mehr als 100.000 (!) Nutzer mit den Beiträgen der LAG Wolf des NABU Thüringen erreicht werden. Der Zuspruch zu unserer Arbeit ist enorm! Die Menschen brauchen und wollen schnelle und transparente Informationen zur Wolf-Situation in Thüringen. Eine sachlich fundierte und unmittelbare Informationslage zum Wolf ist die Grundvoraussetzung für eine hohe Akzeptanz. Aus meiner Sicht wünschen sich dies insbesondere Weidetierhalter und Jäger“, erklärt der Sprecher.

Am 18. April 2015 führt der NABU Thüringen seine 1. Fachtagung zum Wolf unter dem Titel "15 Jahre Wölfe in Deutschland - Rückkehr nach Thüringen" an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena durch.

Hintergrund
Mit Blick auf seine vor zehn Jahren gestartete Kampagne „Willkommen Wolf!“ zieht der NABU eine positive Bilanz seiner Arbeit: Inzwischen ist ein Netzwerk von über 500 NABU-Wolfsbotschaftern etabliert, die lokal über das Wildtier Wolf informieren. Mehr als 85.000 Wolfsfans erreicht der NABU über soziale Netzwerke, über 2.000 Wolfspaten fördern die Wolfsprojekte des NABU. Die Forschung zu frei lebenden Wölfen hat in den vergangenen 30 Jahren viele neue Erkenntnisse zu Tage gebracht, die der NABU nun weitergibt. So weiß man heute beispielsweise, dass es in europäischen frei lebenden Wolfsrudeln keine Alpha- und Omega-Tiere gibt. Dieses Phänomen tritt nur in Tiergehegen auf, in denen die Wölfe auch nach Erreichen der Geschlechtsreife im Rudel bleiben müssen, statt abzuwandern.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
12.762
Renate Jung aus Erfurt | 12.03.2015 | 22:44  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige