Die Bären sind los

Unabhängige Tierschutz – Union Deutschlands
Allianz für Tierrechte – Rechtsdurchsetzungsorganisation für Tier und Natur
Aktionsbündnis – „Jagdfreie Natur“ - zum Schutz von Natur und Umwelt
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Ansprechpartner im Netzwerk bundesweiter Tierschutz-Notruf 0700 – 58585810
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99092 E r f u r t Gotha, den 05.01.2014


Dringend notwendige Klarstellung zu Ihrer Pressemeldung
„Die Bären sind los“ vom 01.01.2014



Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem wir die obige Pressemeldung zur Kenntnis genommen hatten, waren wir uns alle einig, daß wir hier reagieren müssen und die Leser des Allgemeinen Anzeigers über Tatsachen informieren sollten, die in obiger Veröffentlichung nicht bzw. falsch dargestellt wurden.
Der Übersicht wegen werden wir uns chronologisch auf obige Meldung beziehen.

Waschbären eine Plage?
Wir empfinden es ganz einfach als skandalös, daß sofort von „Falle und Gewehr“ die Rede ist, wenn von Waschbären gesprochen wird.
Sind wir Menschen denn wirklich so schlecht, daß speziell von Jägern ungeliebte Mitgeschöpfe – hier speziell von Neozoen – die Rede ist, wir nur eines im Sinne haben, zu töten?!
Wenn dann ganz und gar noch von einer „Waschbärenplage“ gesprochen wird, ist der Bogen doch wohl etwas überspannt. Laut Duden steht für eine „Plage“ – Mühsal, Pein, Belästigung, quälendes Übel, Unheil über das ganze Land bringend. Trifft die Anwesenheit des Waschbären etwa auf eines dieser Definitionen zu?
Was also soll dann die Behauptung einer „Waschbärenplage“?
Wenn unter der Überschrift davon gesprochen wird, daß der Waschbär ein Erbe aus dem Dritten Reich sei, sollte dabei auch das heute noch gültige Jagdgesetz nicht vergessen werden, was aus der Feder von Hermann Göring stammt und somit auch aus dem Dritten Reich!
Wenn man weiter den Aussagen des angeblichen „Waschbärexperten“ und Jäger Glauben schenken soll, gehöre der Uhu zur „Leibspeise“ des Waschbären!
Doch umgekehrt wird eh ein Schuh daraus, da Uhus sehr oft junge Waschbären erbeuten.
Das Aussetzen von zwei Waschbärpärchen am hessischen Edersee im Jahr 1934 markierte den Beginn der nahezu vollständigen Besiedlung Deutschlands durch den Waschbären. Die Bestandszahlen liegen heute im sechsstelligen Bereich. Waschbären können lokal zu einer Gefahr für Vogelkolonien werden, größere ökologische Schäden in der mitteleuropäischen Umwelt sind jedoch nicht zu erwarten.

Doch schießwütige Jagdverbände fordern in den Schlagzeilen regelmäßig die Ausrottung von tierischen Neubürgern, sogenannten Neozoen, ohne dabei die Rolle des Menschen kritisch zu hinterfragen und die Tierrechte zu würdigen.
71.071 Waschbären wurden in Deutschland laut Deutschem Jagdschutzverband im Jagdjahr 2011/2012 erlegt - angeblich zum Schutz bedrohter Arten, wie der Sumpfschildkröte. Deren Bestand ist jedoch hauptsächlich durch die menschliche Fischerei-, Land- und Forstwirtschaft und die damit fortwährende Zerstörung ihres natürlichen Lebensraumes bedroht.
Tierquälerische Giftköder, Schußwaffen oder der qualvolle Fallenfang verursachen unfaßbares Tierleid und haben sich langfristig als wirkungslos bei der Bekämpfung neuer heimischer Bewohner herausgestellt. Den provokanten Rat, Privatpersonen, wenn diese einen Waschbären sehen, zu empfehlen, den Kammerjäger oder den für das Revier zuständigen Jäger zu rufen, kann doch nur ein Mensch geben, der für unsere Mitgeschöpfe absolut kein Herz hat.
Endlich im Sinne von Tierfreunden entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg am 26. Juni 2012, zum unendlichen Bedauern der Jäger, mit einem wegweisenden Urteil, daß Grundeigentümer nicht mehr verpflichtet werden dürfen, gegen ihren Willen die Jagdausübung auf eigenen Grundstücken zu dulden (Urteil des EGMR vom 26. Juni 2012 - 9300/07).

Statt immer wieder über den „Faunenverfälscher“ Waschbär zu schimpfen, sollte man sich unserer Meinung nach lieber freuen, daß wieder etwas mehr Leben in die von größeren Raubtieren rigoros gesäuberten Wälder Deutschlands einkehrt.
Wolf und Luchs sind inzwischen ja ebenfalls wieder auf dem Vormarsch.

Harald von Fehr, Gotha, Kooperationsleiter der UT-UD

Im Namen der Tierschutz-Union und aller Menschen,
denen unsere Natur, die Tiere und auch ihre Mitmenschen noch etwas bedeuten.

Mit freundlichen Grüßen

Harald von Fehr, Kooperationsleiter der Tierschutz-Union
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