Eiszeit auf dem Feld (endet)

  Waltershausen: Ackerrand |

Die Bauern stehen in den Startlöchern, die Traktoren scharren mit den Rädern: Nachgefragt bei Gothaer Agrarbetrieben:

GOTHA. Wir schreiben den 100. Januar 2013. Es ist einer der längsten Winter. Die Felder im Freistaat liegen noch immer im tiefen Winterschlaf. Zu dem gegenwärtigen Stand der Arbeiten haben wir Olaf Broneske, Geschäftsführer Agrargenossenschaft Drei Gleichen Mühlberg eG., Thomas Spittel, Vorstandsvorsitzender der Agrarprodukte Schwabhausen e.G., Heiko Giese, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Goldbach e.G. und Beate Willmes, Geschäftsführerin Agrar e.G. Waltershausen gefragt.

Können Sie jetzt schon arbeiten?

Olaf Broneske: „Wir haben angefangen mit dem Streuen von Dünger. Viel mehr können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht tun.“
Thomas Spittel: „Auch wir streuen auf den schneefreien Flächen Dünger.“
Heiko Giese: „Bei dem Wetter nicht. Wir versuchen zwar zu tun was möglich ist und beginnen zu düngen, aber an eine Feldbearbeitung oder Aussaat ist nicht zu denken.“
Beate Willmes: „Nein, wir stehen aber in den Startlöchern.“

Was machen die Bauern solange?
Olaf Broneske: „Vorbereitende Arbeiten.“
Thomas Spittel: „Die meisten Kollegen bauen Überstunden ab oder sind in der Werkstatt eingesetzt.“
Heiko Giese: „Wir haben umdisponiert und kümmern und verstärkt um die Vermarktung von Kartoffeln. Nach dem Neubau unseres Kuhstalls helfen die freien Kräfte beim Ausbau oder dem Abriss des alten Stalls mit.“
Beate Willmes: „Wer noch nichts machen kann, hilft im Stall mit, wartet die Maschinen oder räumt auf.“

Was wäre jetzt gerade in einem normalen Jahr zu tun?
Olaf Broneske: „Im Vergleich zu anderen Jahren würden wir gerade Sommergerste säen und die Flächen für die Aussaat der Zuckerrüben vorbereiten.“
Thomas Spittel: „Wir liegen eigentlich im Zeitplan mit dem Streuen von Dünger auf die offenen Flächen.“
Heiko Giese: „Beginnend ab dem 10. März wären wir gerade mit der Aussaat von Sommergerste und Zuckerrüben beschäftigt. Gegenwärtig liegen wir mehr als drei Wochen hinter dem Zeitplan zurück.“
Beate Willmes: „Könnten wir arbeiten, würden wir gerade die Wiesen schleppen, Felder düngen und das Sommergetreide in den Boden bringen.“

Wie wirkt sich der lange Winter auf die Arbeitsabläufe aus?
Olaf Broneske: „Durch den langen Winter verschiebt sich alles. In den kommenden Wochen hoffen wir mit voller Kraft anfangen zu können. Durch konzentrierte und gut geplante Arbeit wollen wir die verloren gegangene Zeit minimieren.“
Thomas Spittel: „Noch drängt uns keine Eile. Für uns ist der lange Winter noch nicht so tragisch, weil wir keine Sommergerste haben. Wir steigen erst später ins Geschehen mit ein.“
Heiko Giese: „Wir können gewisse Dinge umstellen und anders koordinieren. Aber jeder Tag den es länger dauert und wir nicht arbeiten können wirft und in unserem Zeitplan zurück.“
Beate Willmes: „Durch das bescheidene Wetter verzögert sich alles um mindestens drei Wochen – hoffentlich nicht noch mehr.“

Reicht die Zeit zur vollen Reife der Feldfrüchte?
Olaf Broneske: „Wir denken schon, wir sind in der Beziehung optimistisch.“
Thomas Spittel: „Da müsste ich jetzt die Glaskugel rausholen. Ich denke, dass die Natur im Jahresverlauf vieles wieder aufholen kann.“
Heiko Giese: „Das kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwer beantworten. Leichter wäre es, wenn wir wüssten wie das Wetter in den nächsten drei Wochen ist. Dann ist es auch die Frage ob nach dem Winter gleich der Sommer kommt mit Trockenheit. Dann könnte es eng werden.“
Beate Willmes: „Das werden wir sehen. Ich hoffe aber schon, dass die Zeit reichen wird.“

Sind Ernteausfälle vorprogrammiert?
Olaf Broneske: „Das könnte durchaus passieren. Es ist damit zu rechnen, dass es bei den Kartoffeln und bei der Sommergerste zu Ausfällen kommt.“
Thomas Spittel: „Das werden wir sehen. Dazu kann ich jetzt nicht viel sagen.“
Heiko Giese: „Ja sicher. Jeder Tag, den es länger kalt bleibt wirkt sich negativ aus und lässt die Ernteprognosen sinken. Wir glauben aber an das gute Wetter. Es muss ja irgendwann kommen“
Beate Willmes: „Das kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen.“

Kann man die verlorene Zeit wieder aufholen?

Olaf Broneske: „Das ist machbar. Wir wissen allerdings nicht, was im Verlauf des Jahres noch kommt. Bislang hat es die Natur immer wieder einigermaßen hinbekommen.“
Thomas Spittel: „Das kommt voll und ganz auf das Wetter an. Wie gesagt, arbeitsmäßig liegen wir selbst gut im Plan.“
Heiko Giese: „Das ist schwer vorherzusagen. Ich hoffe doch, dass die Natur mitspielt. Dann kann es klappen“
Beate Willmes: „Ich glaube doch. Die Natur macht das schon."
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