Kater Sonnti vor dem Schloss

  Eigentlich sollte Kater Sonnti nur zur Nachkontrolle zum Tierarzt in Friedrichroda, aber dann kam alles ganz anders. Beim herausheben des Katzenkorbes gab es einen großen Knall und Kater Sonnti erschreckte sich sehr. Die Tür des Katzenkorbes sprang auf und Kater Sonnti lief um sein Leben. So was hatte er noch nie erlebt und als er wieder zu sich kam befand er sich in einer fremden Umgebung. Viele Häuser, verkehrsreiche Strassen, hektische Menschen und kein vertrautes Gesicht weit und breit. Wo war nur sein geliebtes Frauchen? Nein, hier war nicht sein zu Hause. Alles war fremd und feindlich. Der Magen knurrte ihm und die operierte Hüfte schmerzte. Seine Augen waren auch nicht die Besten und so irrte er durch eine Kleinstadt, die er nicht kannte. Über eine Brücke laufend bemerkte er, das Futter an Blechcontainern stand. In kleinen Plastiknäpfchen fand sich Futter, so wie er es von seinen Frauchen gewohnt war. Ja und da waren auch Katzen, die wartend an dem Container saßen. Sonnti kam näher und hörte ein „Mau – Wer bist du denn.“ Vor ihm saß ein zerzauster Kater. „ Ich heiße Sonnti und habe mein zu Hause verloren. „ antwortete Kater Sonnti. „ So ein feiner Kater hier bei uns Strassenkatzen ist schon selten, erwiderte der zerzauste Kater, der auf den Namen Freddy hörte. Mau – wir sind hier alles Katzen, die ihr zu Hause verloren haben. Erst heiß geliebt und dann ausgesetzt. So ist es den meisten von uns ergangen. Plötzlich kam eine Unruhe bei den Strassentigern auf. Da kommt sie ja endlich. „ Wer kommt denn? „ fragte Sonnti. Na Katzengisela unsere Katzenmama. Sie ist die Einzigste, die sich um uns noch kümmert. Jetzt hörte es Sonnti auch. Mit einen Rollgeräusch näherte sich ein Fahrgestell. Schiebend befand sich eine ältere Dame dahinter. Den Kopf konnte sie nicht richtig heben und eine warme Stimme rief laut: „ Miez, Miez – kommt meine Lieben.“ Auf dem Fahrgestell befanden sich Büchsen und getrocknetes Futter. Sonnti hatte zwar sein geliebtes zu Hause verloren, aber hier gab es auch Menschen, die sich liebevoll um Katzen kümmerten. Monate vergingen und Sonnti gewöhnte sich an das Strassenleben. Abends vermisste er oft die Streicheleinheiten seines Frauchens und das gemütliche Sofa. Es war Sommer und so fand er geschützte Stellen zum Schlafen. Mit Kater Freddy philosophierte er oft über das Leben als Strassenkatze und das sonderbare Verhalten der Menschen. Drei mal die Woche kam ein Mann an den Containern vorbei und begrüßte sie. Kater Sonnti holte sich dann auch die Streicheleinheiten ab, die er so brauchte. „ Was für ein schöner Kater du bist. Wer hat dich wohl ausgesetzt ? „ sprach der freundliche Mann und ging anschließend seines Weges. Eines Tages folgte Kater Sonnti diesem netten Mann. Er lief einen weiten Weg, an großen Häusern und viel befahrenen Strassen vorbei. Kater Sonnti lief ihm immer weiter hinterher. Plötzlich befand en sie sich vor einen großen verborgenen Tor. Das Haus dahinter sah sehr herrschaftlich aus. Der Mann holte einen Tisch aus einem Haus und legte lauter Zettel darauf. Dann schien er zu warten und nach einer geraumen Zeit kamen Leute und begrüßten den Mann. Er verteilte Zettel und ging mit ihnen durch das verborgene Tor und erzählte sehr viel. Nachdem die Leute wieder gegangen waren, setzte er sich auf eine Bank. Jetzt bemerkte der Mann den Kater. „ Ach da ist ja mein Schöner. Wolltest wohl auch eine Schlossparkführung machen“ und liebevoll streichelte er das Fell von Kater Sonnti. Kater Sonnti gefiel es hier sehr gut am Schloss. Regelmäßig kam der nette Mann und manchmal war auch ein Junge bei ihm, der genauso nett und aufmerksam war und natürlich die vielen Schlossparkbesucher. Hier gab es viele Streicheleinheiten und ab und an Futter. Hier werde ich bleiben beschloss Kater Sonti. Eines Tages kam ein Ehepaar mit einem Hund am Schloss spazieren. Als die Frau Sonnti sah sprach sie ihn an. Sonnti fasste Vertrauen trotz des Hundes und ließ sich streicheln. Die Frau war sehr aufgeregt und diskutierte mit ihren Mann. Kater Sonnti spürte, das es keine gewöhnlichen Streicheleinheiten waren. Hier war jemand der sich Gedanken über ihn machte. Dann kam der Tag wo Sonnti eine vertraute Stimme wieder vernahm. Er hörte seit Monaten seinen Namen und hatte den Duft seiner Lieblingsspeise in der Nase. „ Sonnti, Sonnti“ -.ja da war sein Frauchen. Sonnti konnte es nicht fassen. Sein Frauchen weinte und wollte nicht mehr aufhören ihn zu streicheln. Er ließ sich gerne in den Katzenkorb setzen und hörte die Klappe der Autotür. Ja und plötzlich war Sonnti wieder zu Hause im kleinen Dorf Leina. Kater Sonnti war überglücklich.
Manchmal dachte er schon an die Zeit als er ein Strassenkater war oder an die Zeit als er der Schlosskater von Reinhardsbrunn war. Ach ja ,aber so richtig schön ist es nur bei seinen Frauchen in Leina.

Diese Geschichte beruht auf eine wahre Begebenheit. Bei einen Tierarztbesuch gab es einen Auffahrunfall. Der Katzenkorb öffnete sich und Kater Sonnti entlief. Monatelang suchten die Besitzer den Kater mit Steckbriefen und anderen Suchaktionen. Die Aufmerksamkeit beherzter Tierliebhaber, ein nachfragen beim Tierarzt führte dazu, das Kater Sonnti sein zu Hause wieder fand.
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2 Kommentare
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Andreas Paasche aus Gotha | 12.09.2013 | 16:08  
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Irina Köllner aus Gotha | 08.11.2013 | 13:15  
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