Strafanzeige gg. Jäger - Waschbärenhaben sich rund um Sömmerda stark vermehrt

Unabhängige Tierschutz – Union Deutschlands
Allianz für Tierrechte – Rechtsdurchsetzungsorganisation für Tier und Natur
Aktionsbündnis – „Jagdfreie Natur“ - zum Schutz von Natur und Umwelt
angeschlossen bundesweit tätige Tier- und Naturschutzorganisationen und Einzelpersonen deren Arbeitsgebiet im karitativen und politischen Wirken für Tiere, Natur und Umwelt liegt.
Ansprechpartner im Netzwerk bundesweiter Tierschutz-Notruf 0700 – 58585810
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Gotha, den 17.09. 2014


Die Unabhängige Tierschutz –Union Deutschlands, vertreten durch deren Kooperationsleiter Harald von Fehr, wohnhaft Tüttleber Weg 13 in 99867 Gotha, erstattet hiermit

S t r a f a n z e i g e

gegen
den Jäger Rüdiger Fladung, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Sömmerda,
wohnhaft Jahnstraße 12 in 99610 Sömmerda

wegen
irreführender TA-Veröffentlichung vom 31.07.2014 unter der Überschrift "Waschbären haben sich rund um Sömmerda stark vermehrt" und somit vorsätzlicher Falschinformation der Bevölkerung.
Der Beschuldigte behauptet in besagter Pressemeldung, daß jeder Grundstückbesitzer das Recht habe, eine Humanfalle auf seinem Grundstück aufzustellen, Waschbären darin zu fangen und diese danach "tierschutzkonform" zu töten und letztlich zu vergraben.

Diesbezüglich sei deshalb darauf hingewiesen, daß lt. Tierschutzgesetz §1 keinem Tier ohne vernünfti-gen Grund Schmerzen und Leiden zugefügt werden dürfen.
Weiter - nach Tierschutzgesetz §4 (1) Ein Wirbeltier nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden darf.
Ist die Tötung eines Wirbeltieres ohne Betäubung im Rahmen weidgerechter Ausübung der Jagd oder auf Grund anderer Rechtsvorschriften zulässig oder erfolgt sie im Rahmen zulässiger Schäd-lingsbekämpfungsmaßnahmen, so darf die Tötung nur vorgenommen werden, wenn hierbei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen.
Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat!
Lt. Tierschutzgesetz § 17 wird zudem mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer gem. Pkt.1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder Pkt.2. einem Wirbeltier
a) aus Roheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.
Zudem wurde bereits 1995 im Artikel 32 der Thüringer Verfassung und seit 17.05.2002 der Schutz der Tiere im Artikel 20a Grundgesetz verankert!

Es kann und darf folglich nicht sein, daß ein Jäger, dazu noch Vorsitzender einer Kreisjägerschaft, öf-fentlich zum unbedarften Fangen und Töten von Waschbären in der Presse aufruft.

Somit hat sich der Beschuldigte gem. § 130a StGB der Anleitung zu Straftaten sowie gem. § 292 der Verführung zur Jagdwilderei zweifelsfrei schuldig gemacht.

Erkenntnisse von Insidern, die bei der Beurteilung "Fallenfang von Wildtieren" keinesfalls unberücksichtigt bleiben dürfen:
Ein Beispiel für tierschutzwidrige Jagdweise ist die Fallenjagd: Mit der Falle werden vor allem Beuteg-reifer mit einer heimlichen, oft nächtlichen Lebensweise gefangen, wie Fuchs und Marder, aber auch Dachs, Waschbär und Marderhund. Die Jagd mit der Falle nimmt erhebliches, lang andauerndes Leiden der gefangenen Tiere billigend in Kauf, was bereits beim Scharfstellen einer Falle berücksichtigt und somit als vorsätzliche Vorbereitung zur Tierquälerei anzusehen ist!

Nach § 19 Abs. 1 Nr. 9 Bundesjagdgesetz sind Fanggeräte verboten, die nicht unversehrt oder tödlich fangen. Aber die sicher tödlich fangende Falle gibt es nicht. Wie hoch die Zahl der Tiere ist, die mit gebrochenen Gliedmaßen über viele Stunden festsitzen oder langsam in den Fallen ersticken, ist nicht bekannt. Diese Zahlen können nur die Jäger liefern und die haben wenig Interesse daran.
Eine Untersuchung des Instituts für Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover von 1990 ergab, daß mehr als 10 Prozent der von Profis in geprüften Fallen gefangenen und eingeschickten Füchse nach dem Fang sicher noch lebten und es bei weiteren 2,1 Prozent unsicher war. Bei den unter-suchten Mardern waren die Zahlen noch höher (5). Da nur solche Tiere untersucht wurden, die von den Jägern selbst eingeschickt wurden, kann begründet angenommen werden, daß die tatsächliche Zahl der »Fehlfänge« deutlich über diesen Werten liegt.

Fallenjagd ist weder mit dem Staatsziel Tierschutz vereinbar, noch erfüllen die Fallen die Anforderun-gen des Bundesjagdgesetzes - sie gehörte folglich bereits längst verboten!!!
Darüber hinaus ist Fallenjagd nicht selektiv und regelmäßig sterben auch gefährdete Arten, Tiere in der Schonzeit und Haustiere. Und wozu das alles? Eine Regulierung von Beutegreifern ist nicht erforder-lich, denn sie regulieren sich über verfügbare Reviere, Streß und Jagderfolg selbst - auch in unserer Kulturlandschaft.
Zum Abschluß ein Wort des Autors Bruno Hespeler, der selber Jäger ist: »Die Jäger Italiens, der Schweiz oder Tirols haben ihre Eisen auf den Schrott geworfen. Nur in Deutschland tut man sich noch schwer, einer anständigen Behandlung auch der Beutegreifer das Wort zu reden.«
(5) HESPELER, B. (1999) Raubwild heute - Biologie, Lebensweise, Jagd. 2. Aufl., 227 S., BLV Verlagsgesellschaft Wien, Zürich, München.
Hierzu nun einige aufklärende Worte, die gerade für Staatsanwälte, die sich mit dieser Materie be-schäftigen sollten, sehr nützlich sein kann:
Ist der Waschbär eine heimische Tierart?
Natürlich hat sich der Waschbär, wie seine gesamte Verwandtschaft, die "Kleinbären" auf dem ameri-kanischen Kontinent entwickelt und ist nur dank menschlicher Hilfe nach Europa gelangt. Er ist hier ein Neozoe: Das ist der Fachausdruck für vom Menschen in neue Gebiete eingeführte Tierarten.
Aber: Nach dem Bundesnaturschutzgesetz gilt jede Tierart als "heimisch", die sich im Inland in freier Natur und ohne menschliche Hilfe über mehrere Generationen als Population erhalten kann, auch wenn sie durch menschliche Einflüsse eingebürgert wurde. Somit besitzt der Waschbär nach bundesdeutsch-em Recht den Status einer "heimischen Art". Die Antwort auf diese Frage lautet folglich: Ja!
Nach dem Thüringischen Jagdgesetz, was schließlich auch in Sömmerda seine Gültigkeit hat, und was der Beschuldigte Fladung eigentlich wissen sollte, dürfen in den Setz- und Brutzeiten bis zum Selbstständigwerden der Jungtiere die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere, auch die von Wild ohne Schonzeit, also Waschbären, nicht bejagt werden.
Haben Waschbären natürliche Feinde?
Regelmäßig wird die Überzeugung vertreten, daß die Waschbären sich bei uns nur deshalb ausbreiten konnten, weil sie in Europa keine natürlichen Feinde hätten.

Mit "natürlichen Feinden" sind dabei andere Tiere gemeint, die ihrer Beute so erfolgreich nachstellen, daß sie deren Bestand nachhaltig reduzieren. Die haben Waschbären tatsächlich nicht, weder bei uns, noch in ihrer amerikanischen Heimat! Dort kommen zwar einige zusätzliche Tierarten als Freßfeinde in Frage, etwa Rotluchs, Puma, Alligator und andere, aber einen entscheidenden Einfluß auf die Bestandsgröße haben sie nirgends.

Die Sterblichkeit, insbesondere von Jungtieren, ist auch ohne "natürliche Feinde" sehr hoch. Die Ursachen dafür sind vielfältig, aber die entscheidenden Faktoren sind das Nahrungsangebot sowie Krankheiten und Parasiten.

Wer das Argument von den fehlenden "natürlichen" Feinden vorbringt, ist meist auch der Meinung, der Mensch müsse diese Rolle übernehmen, da die Bestände andernfalls außer Kontrolle gerieten.

Immerhin stieg die Jagdstrecke seit den 1970er Jahren von ca. 1 000 auf fast 20 000 Tiere im Jagdjahr 2002/03. (Ein gutes Drittel davon wurde allein im Regierungsbezirk Kassel erlegt!) Der Bestand in Deutschland ist in dieser Zeit allerdings von damals schätzungsweise einigen Zehntausend Tieren auf mittlerweile (mindestens) mehrere Hunderttausend gewachsen!

Ganz offensichtlich konnte die Jagd diese Entwicklung nicht bremsen, sondern dokumentiert nur den Anstieg. Trotzdem wird in Jagdzeitschriften unverdrossen eine "scharfe Bejagung" empfohlen – oft mit dem bedauernden Hinweis, daß diese in vielen Revieren meist unterbleibt. Und da sich die Jagdpraxis diesbezüglich auf absehbare Zeit höchstwahrscheinlich nicht tiefgreifend und flächendeckend ändern wird, werden derartige Appelle auch weiterhin ins Leere laufen.

Wesentlich stärker als Freßfeinde können seuchenartig verlaufende Krankheitsepidemien in die Popu-lationsentwicklung eingreifen.
In Amerika sind hierbei besonders die Staupe und die Tollwut von Bedeutung.

Diese Krankheiten können wahre Kahlschläge verursachen. Allerdings wird das alte Populationsniveau nach einigen Jahren stets wieder erreicht. Und die Randerscheinungen, die diese Epidemien in bezug auf Gesundheitsgefahren bei Menschen und Haustieren und damit auch an ökonomischen Schäden verursachen, sind so immens, daß wir nur froh sein können, davon bisher verschont worden zu sein! Es gibt keine Hinweise darauf, daß die Staupe oder die Waschbär-Tollwut in Europa je aufgetreten sind.

Können wir diesen Neozoen nicht wieder ausrotten?
Das kann nicht gelingen! Die Verfolgung müßte dabei so flächendeckend und möglicherweise mit bei uns gesetzlich verbotenen Mitteln durchgeführt werden, daß das bei realistischer Betrachtung nicht möglich ist. Da wo Waschbärpopulationen gute Lebensbedingungen vorfinden (Nahrung!) und z.T. seit Jahrzehnten fest etabliert sind, können sie sehr hohe Verlustraten von einem zum anderen Jahr ausgleichen. Weder die Jagd, noch Verkehrsopfer, noch natürliche Feinde können da wirklich etwas ausrichten. Die Jagd trägt nicht einmal dazu bei, die Population niedriger zu halten, als sie es ohne Bejagung wäre.
Das Argument der Populationskontrolle entbehrt jeder Grundlage!
Unsere Natur und wir werden lernen müssen, uns mit dem Vorkommen von Waschbären zu arrangieren

Steht der Waschbär unter Naturschutz?
Nein. Aber er stand in Hessen nach seiner Auswilderung am Edersee in den 1930er Jahren unter Naturschutz. Die folgenden Kriegswirren waren wohl der beste Schutz. Lange Zeit hörte man nichts von Waschbären und offensichtlich konnten sie ganz in Ruhe eine stabile Kernpopulation aufbauen. 1954 erklärte Hessen ihn als erstes Bundesland zum jagdbaren Wild.

Unterliegt der Waschbär dem Jagdrecht?
Der Waschbär wurde meist zusammen mit den anderen Neozoen (eingeführte Tierarten) Marderhund (=Enok), amerikanischem Nerz (=Mink) und z.T. auch dem Nutria in fast allen Bundesländern mittels Verordnung der im Bundesjagdgesetz (BJagdG §2 Abs.1) vorgegebenen Liste an jagdbaren Wildarten zugefügt.
Er unterliegt somit in allen Bundesländern mit Ausnahme von Bremen und Saarland dem Jagdrecht.

Eine Tierart die nicht dem Jagdrecht unterliegt, darf zwar eigentlich nicht erlegt werden, aber bei vorliegen eines "vernünftigen Grundes" (TierSchG §1 und §17 Abs.1), darf ein Tier doch getötet werden. Dies ist z. B. bei Bisamratte oder Hausmaus der Fall, die laut Gesetz als Schädlinge (=vernünftiger Tötungsgrund) verfolgt werden dürfen. Ebenso verhält es sich nach Lesart einiger Juristen, wenn Krähen nicht dem Jagdrecht unterliegen oder mit streunenden Katzen.
Hier darf der Jäger diese im Sinne einer Schädlingsbekämpfung erlegen (sog. Raubzeugbekämpfung).

Im Saarland und Bremen fällt auch der Waschbär in diese Kategorie, darf also erlegt werden und zwar ohne Schonzeit. Auch die im BJagdG ausgeführte Setzzeiten-Regelung (§22, Abs.4 BJagdG, siehe oben) greift dann nicht. Die kann allerdings unter Berufung auf eine "Störung des biologischen Gleichgewichts oder bei schwerer Schädigung der Landeskultur" (§22, Abs.2 BJagdG) ebenfalls außer Kraft gesetzt werden, wie das Bayern im Falle des Waschbären tut.

Hier folgen die für den Waschbär relevanten Abschnitte des
§ 22 Bundesjagdgesetz (BJagdG): Jagd- und Schonzeiten:
(1) Nach den in § 1 Abs. 2 BJagdG bestimmten Grundsätzen der Hege bestimmt der Bundesminister durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die Zeiten, in denen die Jagd auf Wild ausgeübt werden darf (Jagdzeiten). Außerhalb der Jagdzeiten ist Wild mit der Jagd zu verschonen (Schonzeiten). Die Länder können die Jagdzeiten abkürzen oder aufheben; sie können die Schonzeiten für bestimmte Gebiete oder für einzelne Jagdbezirke aus besonderen Gründen, insbesondere aus Gründen der Wildseuchenbekämpfung und Landeskultur, zur Beseitigung kranken oder kümmernden Wildes, zur Vermeidung von übermäßigen Wildschäden, zu wissenschaftlichen, Lehr- und Forschungszwecken, bei Störung des biologischen Gleichgewichts oder der Wildhege aufheben.
Für den Lebendfang von Wild können die Länder in Einzelfällen Ausnahmen von Satz 2 zulassen.
(2) Wild, für das eine Jagdzeit nicht festgesetzt ist, ist während des ganzen Jahres mit der Jagd zu verschonen. Die Länder können bei Störung des biologischen Gleichgewichts oder bei schwerer Schädigung der Landeskultur Jagdzeiten festsetzen oder in Einzelfällen zu wissenschaftlichen, Lehr- und Forschungszwecken Ausnahmen zulassen.
(3) Aus Gründen der Landeskultur können Schonzeiten für Wild gänzlich versagt werden (Wild ohne Schonzeit).
(4) In den Setz- und Brutzeiten dürfen bis zum Selbständigwerden der Jungtiere die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere, auch die von Wild ohne Schonzeit, nicht bejagt werden.
Die Länder können für Schwarzwild, Wildkaninchen, Fuchs, Ringel- und Türkentaube, Silber- und Lachmöwe sowie für nach Landesrecht dem Jagdrecht unterliegende Tierarten aus den in Absatz 2 Satz 2 und Absatz 3 genannten Gründen Ausnahmen bestimmen. ...
In Literatur und Rechtsprechung ist ein Jungtier selbständig geworden, sobald es sich selbständig fortbewegen und sich selbst Nahrung beschaffen kann.
Zur Aufzucht notwendig sind Elterntiere insoweit, als ohne sie das Jungtier zugrunde gehen würde (Mitzschke/Schäfer, Kommentar zum Bundesjagdge-setz, 4. Auflage, Anmerkung 11 zu § 22 BJagdG). Die Festlegung der Setzzeiten ist Angelegenheit der einzelnen Bundesländer(s.u.).


Darf man Waschbären in der Stadt fangen oder erlegen?
Zum Zwecke der Schadensabwehr darf ein Grundeigentümer in einem befriedeten Bezirk bestimmte, bei ihm lebende Wildtiere, wozu auch der Waschbär gehört, fangen und töten. Dabei müssen jagd- und tierschutzrechtliche Vorschriften ebenfalls eingehalten werden!
z.B. ist es verboten, vergiftete Köder auszulegen. Wenn Sie einen Waschbären unbedingt los werden wollen, dann wenden Sie sich am besten an den örtlichen Jagdpächter, bzw. an die Bevollmächtigten der Unteren Jagdbehörde (z.B. Förster). Wer selbst auf dem eigenen Grundstück einen Waschbären fangen will, muß die Berechtigung zur Fallenjagd besitzen.

Diese kann z.T. auch von Nicht-Jägern durch Teilnahme an einem speziellen Lehrgang mit Abschlußprüfung erworben werden.
In Berlin ist jegliche Fallenjagd nur mit behördlicher Ausnahmegenehmigung erlaubt. Es ist nicht verboten, einen Waschbären woanders wieder laufen zu lassen, wenn das Einverständnis des Jagdausübungsberechtigten vorliegt. Der Einsatz einer Schußwaffe ist innerhalb eines befriedeten Bezirks auch dem Grundbesitzer oder einem beauftragten Jäger in jedem Fall nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde erlaubt. Solche Ausnahmegenehmigungen werden i.d.R. nur zur akuten Gefahrenabwehr oder zur Tierseuchenbekämpfung erteilt.

Macht es Sinn einen Stadt-Waschbären zu töten?
Nein! Das Problem läßt sich nicht lösen, indem Sie "den" Waschbären "einfach" fangen und töten oder woanders hin bringen. Die Forschungen im östlichen Stadtgebiet von Kassel haben ergeben, daß dort auf einer Fläche von 100 ha mehr als fünfzig erwachsene Waschbären leben und jeder dieser Waschbären hatte im Durchschnitt einen Aktionsraum von über 100 ha Hektar. Die Aktionsräume dieser Waschbären überschneiden sich also hochgradig. Daher könnten theoretisch auf einem Grundstück in diesem Gebiet auch über fünfzig verschiedene Waschbären auftauchen! Im Sommer und Herbst sind wegen der vielen Jungtiere auf der Fläche sogar mindestens einhundert Tiere unterwegs!
So manch einer wird schon erfahren haben, welchen Aufwand und Kosten es verursacht, auch nur einen einzigen Waschbären fangen und töten zu lassen. Ihn einfach an einem anderen Ort wieder laufen zu lassen, würde das Problem ebensowenig lösen und höchstens woanders ein neues schaffen! Und selbst wenn Sie alle Waschbären bekommen könnten, dann würden aus den umliegenden Gebieten viele, viele in den nun unbesetzten Lebensraum drängen. Glauben Sie mir: Es bringt gar nichts! Statt dessen sollten Sie dazu beitragen, daß draußen nicht zu viel Freßbares herumliegt, vor allem nicht auch noch füttern! Und dann müssen Sie die entsprechenden Maßnahmen ergreifen, um die Waschbären daran zu hindern, in Ihr Haus einzudringen.
Wirksame Maßnahmen sind auf der Seite Stadtbären beschrieben.

Über kurz oder lang ist es also völlig sinnlos gegen den kleinen putzigen Kerl vorzugehen.

Der Aufruf des beschuldigten Fladung in dem TA-Presseartikel (siehe Anlage) ist folglich nicht nur strafrechtlich verfolgbar, er ist auch völlig unsinnig, da das Töten von Waschbären weder einen vernünftigen Grund darstellt, noch an der Waschbärenpopulation etwas ändert, jedoch - und hier greift das Tierschutz- und das Grundgesetz - für die Tiere stets ein gravierender Eingriff in deren Familien-verband ist, der mit nichts zu rechtfertigendes, völlig unsinniges Tierleid erzeugt!

Mit der Bitte über weitere Ermittlungen sowie das Verfahrenskennzeichen in Kenntnis gesetzt zu werden,
im Namen der Tierschutz-Union und aller naturverbundenen Menschen


mit freundlichen Grüßen
Harald von Fehr, Kooperationsleiter der Tierschutz-Union


Anlage: TA-Pressemeldung vom 31.07.2014
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