13. August 1961 – Mauerbau – was man da so lesen und hören kann – mitunter sehr abstoßend

(mit Video)
Der Mauerbau und das Glück, dass sie weg ist, Erinnerungen an die Mauertoten, kein Bezug zu dieser Mauer – alles wird gegenwärtig regelrecht vermarktet – und leider allzu oft sehr einseitig gesehen.

Nun auch noch ich? Naja, muss man ja nicht auch noch lesen.

Als die Mauer gebaut wurde, war mein Vati bereits sehr zeitig muntertelefoniert worden und stand in Bereitschaft, wie er aufgeregt sagte. In Berlin passiere etwas und die Kampfgruppen könnten vielleicht auch aus Jena angefordert werden.
Für mich als 14-jährigen wurde ein Riegel der Abwanderung und des Abwerbens in den Westen vorgeschoben. Immerhin wurde meine Schwester 1959 in den Westen gelockt und stand dort unempfangen – wichtig war, die Familie zu treffen. AN ihr selbst bestand kein Interesse. Wenige Jahre zuvor wurde mein Hautarzt genötigt in den Westen zu gehen. Ganz private Erfahrungen, die mir den Mauerbau gut erscheinen ließen – auch im Zusammenhang mit den offiziellen Argumentationen.

Die Mauer überflüssig werden zu lassen war zur Wende in meinen Augen ein Glücksfall und ein deutliches Zeichen dafür, was ich mit Inbrunst in der DDR-Hymne immer so empfunden hatte „… Deutschland einig Vaterland. Alle Welt sehnt sich nach Frieden. Reicht den Völkern Eure Hand. …“.

Nun haben ich und meine Familie nicht zu denen gehört, welche in der DDR gelitten haben, Repressionen ausgesetzt oder inhaftiert waren. So erfuhr ich von Vielem erst in und nach der Wende, war über Bekannte entsetzt, die als Informanten der STASI enttarnt wurden, war stets entsetzt, wenn immer mehr an „Morast“ ans Tageslicht trat.

Heute werden die Mauerflüchtlinge hochgehoben, gedenkt man ihrer Toten, werden die Fahnen am 13.08.2011 auf Halbmast gesetzt. In der Sache verstehe ich das sehr wohl. Aber die reißerische Behandlung dieser Thematik zeigt mir, dass hier eien Meinungsmacherei zu sehen ist, die wiederum eine einseitige Geschichtsaufarbeitung dokumentiert.
Dass eine Grenze – und wenn es auch eine innerdeutsche war – mit Schusswaffen geschützt wird, dass insbesondere diese vor allem nach innen als nach außen gerichtete Abwehr bedeutete, hatte man erfahren. Wer dennoch sein Leben und dass der Familie aufs Spiel setzte, wusste, worauf er sich da einließ.
Wie wird der erschossenen Grenzern gedacht? Hatten sie den Tot verdient, weil sie diese Grenze bewachten?

Es wird von neuen Dokumentationen gesprochen, die Aufschlüsse über den Mauerbau 1961 bringen. Was tat das damalige Westdeutschland, vor welcher Situation standen DDR und Warschauer Pakt zur damaligen Zeit?
Eine solche Mauer baut man nicht einfach nur so, weil einem danach ist. Warum 1961 und nicht früher oder später?

Als die STASI-Zentralen gestürmt wurden, wünschte ich mir, dass Pullach geöffnet würde, um hineinschauen zu können, was und wie von dort aus gegen die DDR „gearbeitet“ wurde.
In einem Fernsehfilm wurde zumindest einmal der Versuch gemacht, die Arbeitsweisen zu vergleichen.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir wieder einseitig informiert und gelenkt werden.
Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass ich den Fall und Wegfall dieser Berliner Mauer sehr gut finde, dass ich jeden Mauer- und Grenztoten als einen zu viel sehe!

Seitens echter Opfer als ewig Gestrigen bezeichnet zu werden, habe ich schon mehrfach erfahren. Sie kann ich verstehen darin, dass andere ihr erlittenes Leid nicht richtig sehen oder werten. Aber mir das zum Vorwurf zu machen, dagegen sträube ich mich immer wieder. Ich lasse mich auch heute für mein DDR-Leben nicht schuldig sprechen.

Es sind noch einige Mauern einzureißen. Darunter auch diese, welche mit einseitiger Meinungsmacherei solche aufbauen können.
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Niemand hat die Absicht ...
1961


(nicht eigene Aufnahme)

und noch vor Kurzem: Wir nehmen an keinem Krieg in Afganisthan teil.
Ich weiß, dass es nur einem Vergleich hinsichtlich der "Lüge" entspricht - aber das reicht ja schon.
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