Darf eine Zeitung am Wahltag einen einseitigen Leserbrief veröffentlichen?

Offener Brief an den Geschäftsführer der Zeitung "Hallo am Sonntag" vom 22.4.2012

Sehr geehrter Herr Schiffner,

seit vielen Jahren gehört unter anderen Ihre Zeitung am Sonntag mit zur gern gelesenen Lektüre. Berichte aus der Region und ab und an Ihr eigener Kommentaren zum Zeitgeschehen, eine gute Mischung.

Auffällig ist, dass zum politischen Geschehen nur Presseerklärungen veröffentlicht werden und so gut wie nie Leserbriefe. Die Internetseite ist hiervon ausgenommen, was wiederum aus meiner Sicht auch in Ordnung geht.

Mit großer Verwunderung, ja mit Erschrecken habe ich die Ausgabe heute gelesen. Sie geben einem Leser viel Platz für einen Brief, in dem ein Kandidat für das Bürgermeisteramt angegriffen wird, ja der Unwahrheit bezichtigt. Und das ganze wird am Wahltag veröffentlicht ( und kurz nach der Veröffentlichung in der TLZ), mir fehlen die Worte.

Aus meiner Sicht wird hier bewusst und wieder allen Regeln einseitig Wahlbeeinflussung zugelassen – und das durch eine kostenfreie Zeitung, welche an alle Haushalte am Wahltag verteilt wird. Und ohne das die betroffene Person eine Möglichkeit der Erwiderung bekommt. Haben Sie sich mit dem Schreiber des Briefes auseinandergesetzt? Wurde der betroffenen Bürgermeister, der hier angegriffen wird, gehört?
Ob an den Anschuldigungen etwas dran ist oder auch nicht – dazu kann ich nichts sagen, darum geht es auch nicht.
Das die Veröffentlichung den Bestand der Wahlbeeinflussung darstellt ist für eine Demokratie hammerhart und lässt Ihre Kommentare in einem ganz anderem Licht erscheinen.
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