Der Papst kommt nach Thüringen – das finde ich super

Der Papst („unser Papst“ – ein Deutscher) kommt nach Thüringen. Einerseits ist es ein Staatsbesuch und andererseits der Besuch der höchsten Persönlichkeit der Katholischen Kirche. Wenn er in letzterer Funktion in Erfurt das Gespräch mit der großen Gemeinschaft anderen Glaubens, der Evangelischen Kirche, sucht, kann dieser Besuch für die Glaubensverständigung sehr wichtig werden und ist in dieser Hinsicht als wertvoll zu werten.
Dass man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben sollte, ist ebenso klar, wie man das gegenüber Obama bei dessen Amtsantritt oder jedem anderen Politiker unserer Zeit ja auch nicht machen sollte.

Des Papstes Worte während seines Aufenthaltes in Thüringen werden ebenso interessiert aufgenommen, wie Thüringen und die besuchten Orte ins Licht der Weltgegenwart gerückt sein werden.
Viel wird davon zu hören sein, wie der Vatikan an Altem und Überdenkenswertem festhält. So werden Kritikpunkte bleiben und gar neuen Nährboden erhalten. Doch darin unterscheidet sich der Papst nicht von anderen Staatschefs und auch ganz nah gesehen unserer Thüringer Regierung.

Es wird darauf ankommen, herauszuhören und so aufzunehmen, dass es zum Nutzen umgesetzt wird, was er an Akzenten setzt: Änderungen im und am bisherigen Glauben, anzustrebende Formen des gegenwärtigen und künftigen Miteinander zwischen den Glaubensrichtungen aber auch losgelöst davon, ob und wie er sich mit der politischen Welt auseinandersetzt.

Freilich stören mich die ganzen speziellen Aufbauten dort, wo er öffentlich sprechen wird. Prunk und zu viel des Guten wird man sehen können. Doch da dies zum Auftreten eines Papstes eben irgendwie dazu gehört, sollten wir es tolerieren.
Es gehört einfach zu dieser Persönlichkeit dazu, wenn es auch für mich befremdlich wirkt und ein geschichtliches Überbleibsel sein mag.

Bei all dem, was wir gegenwärtig in Thüringen, Deutschland und der Welt nicht gut finden, wo Änderungen zum echten Wohl der Menschen mehr als notwendig sind, was wir aber auch nicht handkehrum ändern können, sollten wir vom Papstbesuch Thüringens auch keine Wunder erwarten.

Zeichen, Prioritäten, Glaubensannäherung, Sonnenstrahl für Thüringen als Land an sich wie als Wirtschaftsgebiet, klare Worte, Höhepunkt für Katholiken, Mahnung an den Menschen in seiner Verantwortung gegenüber der Natur sowie seiner Art – das sind gewiss ausreichende Punkte, in denen der Papst uns und auch mir ganz direkt etwas zu geben in der Lage sein sollte. Das fände ich bereits einfach super.

Und was erreicht man mit Gegendemonstrationen, Mahnungen und Forderungen vor und während des Papstbesuchs – außer selbst (zwiespältig) aufzufallen? Die Probleme sind da und bleiben auch noch danach. Während des Papstbesuches werden sie weder durch ihn noch überhaupt geändert oder gar gebessert.
Den Papstbesuch einfach ablaufen lassen, zeugt meines Erachtens von mehr Größe und Achtung, lässt die Fragen offen und dadurch nicht nur etwaig aufgeworfene sondern alle auf der „Tagesordnung“ des Wirkens danach stehen. Ich denke, dass man so mehr erreichen kann.
Anders wäre es, wenn wir unsere Probleme selbst nicht kennen würden und sie zu solchem Anlass ausgesprochen würden – doch dem ist ja nicht so.

Ich werde schauen, wie gastfreundlich Thüringen gegenüber dem Papst ist, ob und was dieser zu sagen hat, welche Zeichen der Glaubensannäherungen zu erkennen sind und wie sein Besuch über die Thüringer Landesgrenzen hinaus beachtet und bewertet wird.
Meinerseits: Herzlich willkommen Papst Benedikt XVI. am 23. September in unserem Thüringen!
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Siehe auch: Fazit des Papstbesuchs
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