Ein Angebot in Abrede stellen! – Aber was macht man selbst?

Josef Saller (rechts)
 
Studie in Auftrag gegeben durch die Stadt Gotha!
Da will die Firma „Saller“ ein Einkaufszentrum nahe an die Innenstadt ran bauen. Damit wird Kundschaft aus der Stadt gezogen. Da macht dann nur noch einer Geld, während die Innenstadt vereinsamt.
Halt! So ist das ja gar nicht! „Saller“ wurde von der Stadt gefragt, ob an einem Einkaufszentrum in unmittelbarer Innenstadtnähe Interesse besteht und dies so projektiert werden kann, dass es die jetzige Innenstadt mit einbezieht, keine Geschäfte der Innenstadt abwirbt und auch keine Konkurrenzgeschäfte für eben die Innenstadt schafft.

Dass „Saller“ dem nicht abgeneigt gegenüber steht, zumal schon einige vergleichbare Objekte in anderen Städten von „Saller“ errichtet wurden, ist verständlich, zumal damit eine Aufwertung Gothas gerade im Innensektor verbunden wäre und es somit für „Saller“ auch ein Geschäft zu werden verspricht.

Alles ganz schön und gut, wenn da nicht die Gartenstraße als Trennung zwischen dem (volkstümlich bezeichneten) „Glitzerpalast“ und der Innenstadt gesehen würde. Aus der Innenstadt zum „Glitzerpalast“ werden die Leute schon gehen. Aber umgekehrt – wohl kaum?

Am gestrigen Mittwoch (25.05.2011) wurde eingeladen zum „Gewerbestammtisch mit Informationsveranstaltung ‚Residenzgalerie’ “. Da wollte ich auch einmal die Atmosphäre dieser schon wochenlangen Diskussion schnuppern und freilich auch Herrn Josef Saller kennen lernen.
Das Projekt wurde vorgestellt, Veränderungen erläutert, Ergebnisse von Gutachten herangezogen und Aussichten für das Zusammenwirken von Innenstadt und „Residenz Galerie“ (=Glitzerpalast) angesprochen. Durch das Interesse von vier Unternehmen, dort einzuziehen ist die Nutzung des Baus gesichert. 650 freie Parkplätze sind in der Planung enthalten.

Alles ganz schön und gut – ABER!
Neben Fragen zu geplanten Nutzern, Verkaufsflächengröße, Kino-Option (sofern die Stadt das möchte), Parkgebühren, Verbindungsgestaltung von der Galerie zur Innenstadt ging es eigentlich um etwas ganz anderes:

Wird diese Galerie direkt in das Zentrum Gothas gebaut werden können, würde das wohl Akzeptanz finden. Die Trennung durch die Gartenstraße schneidet die Innenstadt und deren Geschäfte von der einladenderen Galerie mit ihrer Vielfalt und modernen Geschlossenheit aber ab.
Wenn Gotha also damit leben kann, dass viele Bürger immer wieder nach Eisenach und Erfurt fahren, um dort bei C&A oder H&M einzukaufen, wenn diese „Residenz Galerie“ in Gotha gar nicht gebraucht würde – bis auf die Parkplätze vielleicht, was bedeutet das für die Geschäfte in Gothas Innenstadt?

Will man die „Residenz Galerie“ in vorgestellter Form nicht (mit allen Ein-/Beschränkungen, welche bis zu einer Festlegung durch den Stadtrat noch einfließen), dann wird auf der anderen Seite das Interesse von „Saller“ weg sein.

Deshalb aber muss überlegt werden, ob und vor allem wie die Gothaer Innenstadt ein Zugmittel wird, welches Kauffreudige aus dem Landkreis und der Stadt in Gotha verweilen lässt.
Gegenwärtig kann von einer derartigen einladenden Ausstrahlung meines Erachtens nicht die Rede sein. Gotha ist eine Stadt, die man aus historischem Interesse und beiläufig neben den musealen Angeboten mitnimmt – in der man vielleicht auch da oder dort in die Geschäfte schaut und letztlich gar etwas kauft.
„Gotha adelt“ ist das Thema für 2011 und damit wird auch der 13.Thüringetag in Gotha beworben. Ist davon strahlend und unübersehbar in den vielschichtigen Fassetten in den wenigen Geschäftsstraßen Gothas etwas zu spüren / zu sehen?

So bleibend, wird die „Kaufzukunft“ an der Innenstadt und ganz Gotha vorüber gehen, oder sich allein auf die Kaufmärkte am Rande der Stadt beschränken.

Die gegenwärtige Hauptaufgabe sehe ich darin
• Gothas Innenstadtleben und Einkaufs- wie Verweilanreize so gestalten, dass allein deswegen schon ein Interesse besteht, nach Gotha zu kommen und dieses Flair zu erleben – und daraus resultierend auch den vielfältigen Service zu nutzen.
• Zu überlegen, womit die Gothaer Innenstadt bei einer „Residenz Galerie“ deren Besucher zu sich locken kann. (Denn in die Innenstadt zu gehen nur, weil es sie gibt, ist sicher nicht ausreichend.)


Dass die „Residenz Galerie“ allein schon in ihrer Bewerbung, in der damit geschaffenen Alternative der Landkreisbewohner zu Eisenach oder Erfurt, in der Bereitstellung von Parkplätzen und der Kino-Option ein Magnet würde, ist sicher nicht zu bezweifeln.
Dass Josef Saller auch eine Koppelung zur Innenstadt wichtig ist für die Akzeptanz und Zukunftsträchtigkeit einer „Residenz Galerie“, hat er in der Informationsveranstaltung immer wieder betont.

Ein letztes Wort zu Gutachten. Mir wurde in dieser Informationsveranstaltung deutlich, dass bislang schon ordentliche Gutachten erstellt wurden. Wenn diese aber deutliche Lücken wegen Auslassung wesentlicher Aspekte aufweisen, was taugen sie dann noch zur guten Entscheidungsfindung?
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