Einen Friedhof ins Gothaer Rathaus geholt - besondere Gedenkveranstaltung zum 09. November

Ausschnitt aus dem Film "Der Himmel, unter der Erde"
Das Datum ist im Laufe der Geschichte mehrfach besonders belegt.
Dabei wird wohl gleich der 09.11.1989 vor Augen stehen, als die Mauer in Berlin fiel und die Deutsche Vereinigung ihren Anfang nahm. Das Ausrufen einer „Deutschen Republik“ am 09.11.1918 ist ein dazu passendes Ereignis gewesen.

Aber es gibt auch schreckliche Ereignisse, die auf den 09. November fielen.
Der Beginn der Novemberprognome 1938 ist eines der Schlimmsten mit der „Reichskristallnacht“ vom 09. zum 10. November.
Von da an wurden gute Nachbarn plötzlich zu schlimmen Juden, kam es zur vernichtenden „Lösung des Judenproblems“ im Nationalsozialismus.

Der Oberbürgermeister Gothas, Knut Kreuch, hatte am Nachmittg des Vortages dieses geschichtlichen Datums zu einer „Gedenkveranstaltung der Stadt“ in den Bürgersaal des Rathauses eingeladen.
Nachdem er einige denkwürdige Ereignisse eines 09. November in deutscher Geschichte erwähnte, kam er zum Gedenken an all die vernichteten Juden in der NS-Zeit und die „Reichskristallnacht“.


Seine besondere Freude drückte er aus, als er den Vorsitzenden der jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Wolfgang M. Nossen, begrüßen konnte und ihn bat, ein paar Worte zu diesem Datum und seiner geschichtlichen wie gegenwärtigen Bedeutung zu sprechen.

Dieser hielt eine sehr offene und direkte Rede, ließ es nicht bei Fehlern und Mängeln im Gegenwartthema NSU bewenden sondern konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in den Verfassungsbehörden Rassismus, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit mitspielen. So habe ich ihn verstanden und kann ihm nur zustimmen, weil so viel „Versagen“ nur mit derartiger Grundhaltung verständlich ist.

Den Höhepunkt der Gedenkveranstaltung bildete dann die Premiere des Films:

### Der jüdische Friedhof Berlin-Weissensee
###
„Im Himmel, unter der Erde“

Ein ganz besonderer Film, in dem am Beispiel dieses jüdischen Friedhofs die deutsche Geschichte in Wohl und Leid und mit einem zuversichtlichen, zukunftsfreudigen Grundtenor gezeigt wird, wie Geschichtsaufarbeitung praktisch und ganz einfach aussehen kann.
Der Film macht betroffen aber auch zuversichtlich, wie er jedem das eigene Mittun ins Herz schreibt, dass es nie wieder etwas geben darf, das wie 1938 begann.

[ Da "arte" diesen Film am 12. Dezember – 22:40 – zeigt, kann sich der Leser selbst ein Bild davon machen und wird sicher meinen Eindruck bestätigen. ]

__________________________________________

Und wenn ich wieder auf unseren Gothaer Hauptfriedhof gehen werde, lege ich (nach jüdischer Sitte) einen Stein auf das Grab zum Zeichen dafür, dass ich zu Besuch dagewesen bin. Ich werde ihn das nächste Mal gegen einen anderen Stein austauschen oder diesen hinzulegen.
Die einzelne rote Rose, meinen persönlichen bisherigen „Brauch“ des Grabbesuchs, werde ich nebenher aufrechterhalten, denke ich.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige