Es hilft nicht, beruhigt nur und bewirkt höchstens ein: Aha!

Jüngst hört ich in einer Fernsehsendung, die Antwort eines Karikaturisten auf die Frage, ob denn seine Karikaturen etwas bewirken würden, dass er das für sehr unwahrscheinlich halte. Eigentlich sei er sehr deprimiert, dass fast alle seine politischen Karikaturen stets so jung und aktuell geblieben sind.

Auf der Leser-Seite der TA war zu lesen, dass Kritik der Leser doch eher nichts brächte. Selbst habe ich das bei der TA erfahren, dass Hinweise, Vorschläge aber auch Kritik schließlich wie gegen die Wand gesprochen abprallen.

Bundespolitiker erhöhen ihre Diäten, obwohl die Landessituation eher das Gegenteil nahe legt. Die Thüringer Regierung streicht den Kommunen 250 Millionen Euro für 2012 indem sie einen entsprechenden Aufwärtstrend der Steuereinnahmen prognostiziert, was sie weder mit den Kommunen erkundet hat noch anderweitig praxisnah belegt. Dagegen sich auflehnen, nachfragen, statt Schönreden wagehalsiger Prognosen deren fundierte Untersetzung fordernd, die Arbeitsweise und Entscheidungen kritisieren – was hilft es? Offensichtlich nichts!

Heute finden in Mecklenburg-Vorpommern neben Kommunalwahlen auch Landtagswahlen statt. Da ergehen sich alle in Wahlversprechen, schweben die Grünen auf der bundesweiten Popularitätswelle, ist die NPD noch der Hoffnung, aus dem politischen Dilemma Kapital zu schlagen und in den Landtag einzuziehen.
Die FDP mahnt ihre Beachtung an, während die Linke mehr darauf baut, so mitregieren zu wollen, wie es schon einmal im Land mit der SDP doch ganz gut geklappt hatte.
Nach der Wahl, wird es wieder einen LKW voll geben, der die ganzen Wahlversprechen auf den Müll fährt, wie ich es in der eingangs erwähnten Fernsehsendung auf einer Karikatur sah – alle Wahlen wieder.

Wenn man also kritisiert oder auf Veränderungswürdiges hinweist, sollte man keine großen Erwartungen daran knüpfen. Zumindest beruhigt es einen selbst, dass man sich nicht vorwerfen lassen braucht, nix gesagt zu haben.
Und vielleicht hat man bei Diesem oder Jenem sogar ein aufleuchtendes „Aha!“ bewirkt.

Irgendwie aus der Art geschlagen ist das allerdings bei unserem mA. Da habe ich wenig aber doch Hinweise gegeben – und sie wurden aufgenommen. Keine vergnatzte Reaktion. Das Eine war machbar, das Andere wurde als nicht realisierbar angegeben. Richtig wohltuend und eben dem Charakter des mA entsprechend, wie ich ihn empfinde.
(z.B.: Gerne würde ich es sehen, wenn unser „meinAnzeiger.de“ komplett Thüringenweit genutzt und damit eine umfassende Thüringendarstellung geboten werden könnte. Das ist allerdings mehr als schwierig oder gar fraglich.)

Es gibt also doch ein paar Hoffnungsschimmer, dass Kritik aufgenommen und umgesetzt wird. (Hier möchte ich darauf hinweisen, dass Kritik nicht nur Missstände aufzeigen muss sondern durchaus auch das Positive hervorheben und zum Weitermachen oder Nachmachen auffordern kann.)

Schließlich muss man auch bedenken, dass bei Nichterwähnung von Veränderungswürdigem der Eindruck entstehen könnte, dass es so gut sei, wie es gerade ist. Also sollte man es wenigstens mal gesagt haben.
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