Ja, so hatte ich es mir vorgestellt / gewünscht

Gothas OB Knut Kreuch
 
Petra Heß (Mitherausgeberin des Buches "Der Mauerfall - 20 Jahre danach")
(mit Video)
Für den gestrigen Montag (22.08.) hatte die „Friedrich-Ebert-Stiftung“ in den Bürgersaal des Gothaer Rathauses geladen, um über Erinnerungen an den Mauerbau und Mauerfall zu lesen und zu diskutieren. Als Magnet war in der Presse eigentlich nur „Jörg Hildebrandt“ genannt und die Veranstaltung als solche gar nicht richtig beworben gewesen.

So hielt sich die Besucherzahl etwas in Grenzen – hätten mehr sein können und sollen.

Der OB Knut Kreuch begann mit einem Grußwort an die gekommenen Interessenten und auch einige der Mitautoren des Buches „Der Mauerfall – 20 Jahre danach“, würdigte die Bedeutung dieses Buches und dankte insbesondere Petra Heß (Integrationsbeauftragte des Freistaates Thüringen und Mitherausgeberin) sowie Jörg Hildebrandt (Mitautor / Zeitzeuge und Publizist).
Petra Heß schloss sich diesen Ausführungen an und fand einige Worte zur Entstehung des Buches und des Anliegens vielschichtiger Darstellungen über das ganze Spektrum der Bevölkerung.

Dann stellte sich Jörg Hildebrandt (Ehemann der Brandenburger SPD-Politikerin Regine Hildebrandt) vor, las aus seinem Beitrag im Buch und stellte dann allerdings bildhaft in Worten aber auch unterstütztem Bildmaterial dar, was mit dem Mauerbau für Situationen und Befindlichkeiten für die Hildebrandts bestanden.

Genau diese einfache Darstellung, das Hauptaugenmerk auf das WAS und WIE des Erlebten mit einfachen politischen Hintergrunddarstellungen, so dass das Erlebte nicht überdeckt wurde.
Genau das war es, was ich erhofft hatte und mir in so vielen Diskussionen (auch über andere politische Themen) fehlt. Keine Argumentation, wie andere etwas zu sehen haben! Keine Verallgemeinerungen sondern immer die persönlichen Erinnerungen und Meinungen.

Weitere Wortmeldungen – auch anderer Mitautoren – rundeten die Diskussion einerseits ab, wie sie andererseits mitunter leider den „Botschaftscharakter“ trugen.

Die Meinungsverschiedenheiten zur Ausgabe der „Junge Welt“ zur Mauer begannen leicht abzugleiten zum Gewohnten: Ich sehe es so – wie können sie anders denken!

Auch die unverständliche Nichtwürdigung der Maueropfer auf dem Rostocker Parteitag der LINKEN wurde vollkommen zu Recht erwähnt und völlig falsch eingeschätzt. Interessant waren mir dabei allerdings die Anzahlnennungen: Einige / mehrere / viele / wenige / drei, die sich zur Ehrung nicht erhoben hatten – wohl eher, wie man es sehen will als wie es wirklich war.

Jorg Hildebrandt stellte klar, dass Ossi und Wessi in Berlin kein Thema war und ist. Petra Heß bestätigte das für (ihre Zeit im) Bundestag.

Es wurde allerdings klar, dass noch viel mehr ganz konkrete Diskussionen nötig sind und die Diskussionspartner akzeptiert werden sollten. Keiner sollte seine Sicht dem anderen aufdrängen. Man muss auch andere Meinungen einfach nur wenigstens als solche stehen lassen können!

Danke für diese Veranstaltung und auch dem Moderator Severin Schmidt sowie allen Gekommenen.




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Hier nur die groteske Situation der Regine Hildebrandt vor dem 13.August 1961:
In der Bernauer Straße 2 war es so, dass man beim Ausdemfenstersehen den Kopf im französischen Sektor hatte, während der Po in der Wohnung und somit im Osten war.
Trat man aus der Haustür, stand man im Westen, ging die Straße bis zum Kontrollpunkt, über den man in den Osten Berlins kam.
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