Mit Rechts auseinandersetzen

Bislang empfinde ich es so, als würde man es oft verstehen wollen, dass man sich auseinander setzt (die einen hierhin die anderen dahin – eben auseinander), so dass man nichts mit Rechts zu tun bekommt.
So ist es aber doch wohl nicht gemeint!

Diskussionsrunden mit den Rechten? Das würde ihnen eine Plattform bieten, sich und ihre Gedanken darzustellen und damit zu werben – denn, dass sie sich auf eine wahrhafte Diskussion einlassen, glaube ich nicht.

Bei den Landtagswahlen jüngst in Mecklenburg-Vorpommern habe ich es gesehen, wie von der NPD „der Finger auf die offene Wunde“ gelegt und Missstände benannt wurden. Angefügt wurde die Bemerkung, dafür zu sorgen, dass die anderen Parteien sich künftig nicht drumrum mogeln können. Das klingt eigentlich wunderbar. Doch mehr als ein „auf sich aufmerksam machen“ ist das nicht, weil es an dem Willen und wohl auch Können positiver Umsetzungen mangelt.

Auseinandersetzung mit Rechts sehe ich so:
• Bei passender Gelegenheit weist man darauf hin, dass zu anstehenden Themen die Rechten keinen Lösungsansatz bislang gegeben haben.
• Liegt ein Wortlaut vor, so sollte dieser nicht wörtlich und damit als Form der Werbung angesprochen werden. Aber man kann auf ihn sinngemäß verweisen mit den abzusehenden Konsequenzen, um seine Unsachlichkeit / Halbherzigkeit / praktische Nichtverwirklichung gegenüber eigenen Realisierungsvorschlägen aufzuzeigen.
• Echt positive Vorschläge der Rechten sollten in der Sache mitgegangen werden aber ein Zeichen dafür sein, dass man selbst nicht daran gedacht hat – dass man umfassender denken muss.
• Nicht auf Veranstaltungen der Rechten sondern allen anderen kann man Rechte Ziele benennen und eine eigene Stellung dazu beziehen. Ja, man muss dies tun, damit Rechtes Gedankengut nicht unwidersprochen in den Köpfen sich einnistet.

Gerade Letzteres wird nicht so einfach sein, weil die Zielformulierungen mitunter sehr gut klingen und man dazu wissen sollte, wie sie entstanden und in welchem Zusammenhang sie zu sehen sind.

Als rechte Flyer verteilt wurden von kriminellen Jugendlichen und eine These auf dem Flyer „Gegen Gewalt und Kriminalität“ als Ziel stellte, da trugen sie eigentlich etwas aus, was gegen sie selbst gerichtet war.
Wenn man den Flyer gelesen hatte, war man spontan der Meinung, dass man das alles auch vertreten könne. Weshalb mit diesen Zielen man eine Extrapartei brauche, führt dann allerdings zu dem nicht Gedruckten „Wie?“ Und da stellte sich dann ganz fix heraus, dass die geschriebenen Worte nur wie ein voran getragenes Plakat gedacht waren. Die wahre Zielstellung war ganz anderer Art.

Die Rechten links liegenlassen ist genauso verkehrt, wie die LINKEN radikal und nicht selten den Rechten in dieser Hinsicht gleich zu setzen.
Rechte von vornherein ausgrenzen, ist meines Erachtens falsch. Ihnen die Chance zu geben, sich mit einzubringen ist (wo es machbar ist) besser. Einerseits sieht man, was sie wirklich erreichen wollen. Andererseits sehen manche von ihnen, was und wie im umfassenden Miteinander zu schaffen und notwendig ist.

Bei all dem wird man schwer erreichen, dass „tief Rechte“ sich ändern. Aber vorbeugend kann man dazu beitragen, dass sich rechtes Gedankengut nicht in jungen Generationen festsetzt.
Dass dazu freilich auch ein gesellschaftliches Umfeld der Ausbildung und Arbeit gehört, ist selbstverständlich – aber praktisch (noch) nicht im ausreichenden Maße gegeben.
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