Offensichtlich stört der „grüne Abbiegepfeil“ in der BRD

Gestern sah ich eine TV-Sendung, in der auch der „grüne Abbiegepfeil“ Erwähnung fand. Offensichtlich ist er neben dem „Sandmännchen“ offensichtlich das einzig (direkt) Übernommene aus der DDR. Er sollte nach der Wende in der „alten BRD“ eingeführt werden. Doch die Bürger konnten mit ihm nichts anfangen und wollten sich schon gar nicht daran gewöhnen, wie der Kommentator feststellte.
(Also klar, dass ich mich in der Überschrift natürlich auf die „alte BRD“ beziehe.)

Ja, mit der Wende, deren wichtiger „Mauerfall“ heute wieder Jahrestag hat, änderte sich für die DDR-Bürger eigentlich alles. In einer schier gesetzlosen Zeit wurde alles unternommen, die Gesetze / Gepflogenheiten der bisherigen (und nun „alten“) BRD der „DDR“ überzustülpen.

Grundsätzlich war alles aus der „alten BRD“ gut und aus der „früheren DDR“ zumindest zu überprüfen, wenn nicht gar gleich „wegzuwerfen“.
Doch ist das Thema nicht die „frühere DDR“ sondern die BRD – und zwar der Teil, den man zur „alten BRD“ zählen muss!

Als man in der „alten BRD“ die Gastarbeiter (auch aus der Türkei und Italien) brauchte und sie umwarb, gaben diese dem Land einen Ruck nach vorn.
Als die „neuen Bundesländer“ zur „alten BRD“ hinzukamen, waren das Land und seine Bürger eine erneute Aufwärtsspritze für diese „alte BRD“. Das Gesundstoßen an den gut ausgebildeten DDR-lern sowie deren Kaufkraft, das Abwickeln bis dahin lästiger Konkurrenten zeigen das deutlich.

Während die DDR-ler alles neu erlernen mussten – auch das, was ungeprüft und nicht immer gut zu übernehmen war – hatte es den Anschein, dass in den „alten Bundesländern“ alles beim Alten blieb. Selbst den „grünen Abbiegepfeil“ hat man bis heute nicht so recht angenommen / annehmen wollen!

Mit der Deutschen Einheit hat sich aber für jeden etwas gewandelt!
Man hält der Ex-DDR-lern vor, sie würden sich nostalgisch ihre DDR wieder herbeiwünschen. Abgesehen von den langsam/heimlich/durch die Hintertür wieder kommenden guten Sachen ist das aber gar nicht der Fall. Stellt man allerdings diese DDR-ler als ewig Gestrige hin, drängt man sie in ein Abseits, was ihnen und der Wirklichkeit nicht gerecht wird.

Es scheint mir eher so zu sein, dass man sich in den „alten Bundesländern“ nach der „alten BRD“ sehnt, in der noch die fast heile Welt genossen werden konnte. Das scheint mir umso mehr der Fall zu sein, je mehr „alte Gepflogenheiten“ zu Krisen führen und die Politik dies bestärkt.

Nehmen wir nur das Beispiel der Rentenunterschiede zwischen „Ost-“ und „West-Deutschland“, die nicht wegzureden sind. Wenn das Anheben der „Ost-Renten“ an die westlichen nicht machbar ist und zuviel kosten würde, weshalb gleicht man da nicht die „West-Renten“ an die im Osten an. Eine Gleichheit mit Kosteneinsparung!

Nehmen wir die Bildungspolitik. Da zementieren 16 verschiedene Bundesländer ihr jeweiliges Bildungssystem, üben sich in Kleinstaaterei im Zeitalter der Globalisierung! Da ruft man nach ausländischen Fachkräften, weil man die Heranbildung eigener nicht schafft!
Da habe ich kürzlich in die Unterlagen eines deutschlandweiten Lernkonzepts geschaut und auf dem linken Rand den Vermerk gelesen, dass dies allerdings nicht für Bayern gelte!

Ach, es müssen noch so viele Mauern fallen, ehe die Deutsche Einheit auch in den Köpfen voll angekommen sein wird. Vielleicht brauchen manche nur von ihrer sturen Richtung mit dem „grünen Abbiegepfeil“ abzubiegen – das würde aber bedeuten: Augen auf im Straßenverkehr (ganz gleich welche Straße in die Zukunft damit gemeint sein kann).
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4 Kommentare
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Ulf Wirrbach aus Gotha | 09.11.2011 | 20:40  
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 11.11.2011 | 22:45  
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Frank K. Viezenz aus Erfurt | 23.11.2011 | 21:59  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 23.11.2011 | 23:01  
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