Sahra Wagenknecht verhöhnt aber keine sachliche Gegenargumente

Am gestrigen Donnerstag ging es bei „Maybrit Iller“ im ZDF um die Schulden-Europa-Politik. Sahra Wagenknecht (DIE LINKE) wartete mit klaren Zahlen auf, verwies dabei auf „linksunverdächtige“ Dokumentationen und legte dar, dass und warum die bislang nach Griechenland geflossenen Milliarden keineswegs dort gelandet seien, wo sie hingemusst hätten.

Wie immer, konnten ihr die Zahlen nicht abgesprochen werden, wie auch nicht ihre Beurteilung. Das aber nicht so stehen zu lassen, war offensichtliche Strategie der anwesenden Männerriege.
Sie habe wieder nur eine gezielte Auswahl genommen (was ja nichts gegen den Inhalt sagt), sie habe laut Hans Peter Keitel (Industriepräsident) wieder mal alles durcheinander gebracht (ohne zu sagen, was er damit meinte). Schnell wurde sie von ihm gelobt für ihr stets intensives Studium seitens der Industrie herausgegebener Dokumentationen. Ja, dass sie mit einer Reihe Zahlen Recht habe, aber dazu gesagt werden müsse . . . zollten dieser LINKEN einen gewissen Respekt. Eine fehlende Aussicht auf Machbarkeit linker Positionen wurden ihr diesmal nicht ans Herz gelegt, weil sie klar lösungsorientiert sprach.

Dennoch konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Männer der Runde einerseits viel Gewesenes bedauerten, für Aktuelles Rechtfertigungen fanden und für die Zukunft Modelle skizzierten, die einem unausgegorenen Sandkastenspiel glichen. Und soetwas hört / sieht / liest man nun alle Jahre wieder – ohne aber auch nur die Spur von Glaubwürdigkeit vermittelt zu bekommen.

Sahra Wagenknecht wurde neulich in der Sendung „Unter den Linden“ schier ausgelacht, als sie von fehlenden Investitionen in Griechenland sprach und eine reine Sparpolitik als falsches Mittel brandmarkte. Nun sprechen alle anderen Parteien auch von notwendigen Investitionen.

Wann werden die dargelegten Argumente von den „wissenden“ Männern einer solchen Sendung nicht nur wehmütig und ungeduldig wie notgedrungen angehört sondern aufgenommen und beachtet?

Wenn man genau hinsieht, haben die anderen Parteien viele Argumente der LINKEN gerade im Vorfeld der letzten Wahlen übernommen, damit gepunktet und dann auf diese LINKE gezeigt, dass sie keine eigenen Ideen hätte und (endlich) überflüssig sei.

Jedenfalls sah ich, wie Sahra Wagenknecht in Maybrit Illners Sendung ganz toll „ihre Frau stand“! (Der Ausspruch „seinen Mann stehen“ verlor wieder einmal mehr an inhaltlicher Aussagekraft.)
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2 Kommentare
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Antje Hellmann aus Jena | 27.07.2012 | 11:15  
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Antje Hellmann aus Jena | 27.07.2012 | 11:18  
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