Scheinheilig, gesellschaftlich Selbstverschuldetes plötzlich massiert anzuprangern !

Es ist für mich nachgerade unerträglich, derzeit die vielen weggeworfenen Lebensmittel nun massiert in Rundfunk und Fernsehen vorgehalten zu bekommen. Neben unverständigem Wegwerfen von selbst noch nicht ganz die Haltbarkeitsdauer überschrittenen Lebensmitteln der Supermärkte, das „Lieber wegwerfen“ statt einer Tafel zu geben, wo in der Welt durch Hunger in jeder Sekunde mindestens ein Kind stirbt – neben all dem kann man selbst ein unwohles Gefühl bekommen, wie man mit dem Essen umgeht.

Da kaufe ich eine große Packung Toastbrot, weil sie gleichviel kostet, wie eine kleine Packung. Aus Erfahrung weiß ich freilich, dass wir das Toastbrot meist wenig essen, so dass fast die Hälfe schimmlig – und somit weggeworfen wird.

Habe ich mich schon immer so falsch verhalten?

Nein! Auch wenn es manchem die Augenbrauen heben und ein spöttisches Lächeln ins Gesicht zaubern wird: In der DDR? Kann mich nicht an solchen Umgang mit Lebensmitteln erinnern! - Abgesehen davon, dass vieles nicht so schnell schlecht wurde, wie man es heute erlebt.
Gut, es gab weniger oder nicht all das, was heute im Überfluss angeboten wird. Aber dass ist keine Begründung.

Wer aber braucht 20 verschiedene Brötchensorten, von denen mindestens 5 sowieso kaum gekauft werden. Wer braucht all die schier unzähligen Wust- und Schinkensorten.
Bei Waschmitteln ist das jahrelang in der BRD hochgelebte System mit am deutlichsten, weil da immer wieder eines angeboten wird, welches erst heute zu 99,9% die gewollt beste Qualität hat. Und kurze Zeit später wird man erneut lesen, dass erst jetzt wirklich … mit 99,9% … angeboten wird.

Soll es von allem nur eine Sorte geben? Nein! Wenn die unnötige Vielfalt und der schändliche Umgang gerade mit Lebensmitteln hinterfragt werden, dann ist das davon Abwenden nicht ein anderes Extrem von „jeweils nur einem Produkt“!

Vor der Deutschen Einheit hat sich in der ehemaligen BRD das entwickelt, was heute angeprangert und in Frage gestellt wird! Gesellschaftskritik? Nein, bloß nicht, weil man doch sonst auf den Gedanken kommen könnte, dass versäumt wurde, bei der Einheit auch BRD-Gepflogenheiten auf den Prüfstand gelegt zu haben!

Wenn die Lebensmittel wirklich haltbar wären, dass Wurst nicht schon nach 2-3 Tagen schimmlig wird, Gemüse oft nur am ersten Tag so genutzt werden kann, dass nicht die Hälfte verdirbt, „Lang haltbare Milch“ geöffnet bereits am dritten Tag im Kühlschrank mehr als eigenartig schmeckt, dann würde ich selbst nicht so stark am Wegwerfen mitwirken müssen!

Doch wenn auch diese Thematik jetzt in aller Munde zu sein scheint, dann keine Angst, weil ein Thema meist drei Wochen der Beachtung nicht überdauert und Konsequenzen eh nur in Wort und weniger in der Tat gezogen werden.
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Birgit Baier aus Gotha | 07.09.2011 | 21:31  
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