Thema „Wulff“ ist OUT // weggeworfene Lebensmittel sind IN

82kg Lebensmittel pro Kopf wird im Schnitt von jedem Deutschen weggeworfen, obwohl sie noch essbar sind, so hört man in Rundfunk und Fernsehen immer wieder. Es wird wohl eine „neue Sau durchs Dorf gejagt".
Ich möchte das keineswegs klein reden. Aber dieser Aufschrei ist doch nicht normal – oder vielleicht in seiner Art doch schon normale Informationsform.

Unsere kg müssen andere mit wegwerfen, weil wir weit unter diesem Durchschnitt liegen! Und für Babys wird es ja wohl auch nicht zutreffen.

Als uns die Wende erreichte, habe ich zumindest kopfschüttelnd wahrgenommen, dass Fleischer in Gotha ihre Ware nicht mehr losbekamen, weil die Einschweißungen uns überschwemmten. Thüringer Wurst vom Fleischer ist heute wieder „in“ – gottseidank!

Aber die unnötig vielen eingeschweißten Wurstsorten, letztens mindestens 8 Salamisorten nebeneinander im Regal, sind geblieben. Vorn die mit der bald zu Ende gehenden Haltbarkeit und gestaffelt dahinter weitere Lieferungen.
Brötchensorten sind ebenfalls unverständlich viele im Angebot. Wird von allen Sorten eine Menge bereitgehalten, bleiben sicher täglich unnötig viele übrig.

Warum heute dieser Aufschrei der Wegwerfmengen?! Das ist doch gelebte BRD schon vor der Einheit gewesen. Das ist doch der Wohlstand, den man vor einigen Jahren noch so hochgehalten hatte!
Als gewachsener DDR-ler wurde ich neben Kopfschütteln auch mit unflätigen Worten belegt – zumindest als ewig Gestriger und nur Nölender tituliert. Und nun dieser Aufschrei ganz offiziell und lachs verallgemeinernd.

Neben dieser ständigen Beschallung aus den Medien (sicher in den kommenden 3 Wochen auch überall lesbar) wird appelliert, sich bewusster zu verhalten.
[Das vergleiche ich mit den Hinweisen, wie man fahren müsse, um Sprit zu sparen. So verhalte ich mich schon ständig, so dass mir diese Hinweise praktisch nicht wirklich etwas geben.]

Es wird wieder bei Appellen bleiben. Auswirkungen auf Produktion von Lebensmitteln gefordert aber nicht konsequent realisiert werden. Also wird das Thema dann wieder kommen, wenn es als Wahlthema oder anderweitig passt – oder gerade nix anderes mahnend wie erstaunt auf die Fahnen geschrieben wird.

Sind wir schon so weit, dass wir im Überfluss zu ersticken drohen, das Macht und Geldgier jegliche Vernunft verdrängt, immer Neues eingeführt wird, weil man Gefundenes nicht umsetzen kann oder will?

Zur Wendezeit wurde mir gesagt, dass alles aus der DDR geprüft werden müsse. Das vom „Westen“ brauche man nicht zu prüfen, weil es allein durch seine jahrelange Praxis geprüft und bestätigt sei - sich als das Bessere bewährte!
Wann wird „aufwachen“ angesagt sein und werden wir unsere Lebensart wirklich auf den Prüfstand stellen mit dem Ziel, sie wirklich zu ändern – zu verbessern?!
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Tobias Schindegger aus Gotha | 14.03.2012 | 11:45  
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