Wenn der Papst im Bundestag spricht, dann . . .

. . . wollen etwa 100 der Abgeordneten demonstrativ nicht im Plenarsaal sein. Na und! Was ist daran so besonders? Immer wieder kann man im TV miterleben, wie bei wichtigsten Themen schier nur eine Handvoll Abgeordneter anwesend waren/sind.
Ja, manche gehen demonstrativ aus dem Saal, wenn ein ihnen nicht genehmer Redner ans Pult tritt. Mögen sie ihn nicht, so sollte ihnen dennoch bewusst sein, dass er von Bürgern gewählt wurde, die man damit gleich mit vor den Kopf stößt! Mit welchem Recht?!

Wie schnell sich das ändert ist allein bei persönlichen Abstimmungen festzustellen, wo es ja stets um dafür persönliche Geldzuwendungen geht. Erschrocken frage ich mich dann immer wieder, ob wir denn wirklich so viele Bundestagsabgeordnete haben, was sie uns kosten und wie sie mit ihrer Volksvertreterrolle sonst umgehen.

Worin liegt also bei der Papstrede im Bundestag das Besondere?! Nicht, dass aktuelle Abgeordnete fehlen wollen, sondern, dass für sie ehemalige die Anzahl der Anwesenden auffüllen sollen!
Wenn man den Papst schon mit Nichtachtung strafen möchte, dann braucht man ihn doch nicht noch zu verhöhnen, zumal die Veranstaltung dadurch zu einem Schmierentheater herabgezogen wird, welches auch das Deutsche Volk nicht verdient hat und was in keinster Weise jeglichem Wählerauftrag entsprechen dürfte.

Wenn der Papst nun einmal eingeladen wurde, vor dem Bundestag zu sprechen, und alle Fraktionsvorsitzenden (*) dem zustimmten, dann gebietet es allein der politische Anstand, dass man diese Rede notfalls einfach aushält! Soviel sollte man aufbringen können!
Wo bleiben denn da Verantwortung und Vorbildwirkung?!
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(*) Korrektur: die Grünen nicht (23.09.11)
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Das erinnert mich an einen Film, in dem die geladenen hohen Herrschaften an ihrer Stelle die Hausbediensteten (als Protest) ins Theater sandten. Als diese dort allerdings unter dem Namen ihrer Herrschaften begrüßt wurden, waren jene erbost / blamiert und fühlten sich zu Recht geohrfeigt. Ihr Handeln traf sie letztlich selbst.

Für so ein Theater ist mir der Bundestag zu schade und sollte dann doch schon bald durch Piraten geentert werden, um die „Rausgehenden“ aus dem Selbstherrlichkeitsschlaf zu schütteln.
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Siehe auch: Fazit des Papstbesuchs
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