Wenn es doch wirklich um die Kinder ginge!

Thüringen hat bereits das Betreuungsgeld in der Praxis. Die Ministerpräsidentin Lieberknecht wirbt nun für die Einführung bundesweit. Das besagt allerdings nicht, ob diese „Herdprämie“ wirklich sinnvoll ist. Aber im Fall der bundesweiten Einführung verlagern sich die Kosten vom Land auf den Bund!
Bayerns Ministerpräsident Seehofer macht den Bestand der Koalition von der Entscheidung für ein bundesweites Betreuungsgeld abhängig – die Kanzlerin will es bis Sommer 2013 eingeführt haben, wurde über die Medien berichtet. Seehofer argumentiert also nicht sondern erpresst gewissermaßen – ganz davon abgesehen, dass an Bayern die Kosten vorbei gehen.
Durch die Inaussichtstellung der Kanzlerin ist eine Diskussion um das OB oder OB NICHT des Betreuungsgeldes quasi beendet. Sachlich sinnvoll, benötigt, unbedingt baldmöglichst einzuführen, abzulehnen – alles nicht mehr im Gespräch zu halten.
Wieviel Geld zu zahlen sein wird, bleibt von allem für Diskussionen übrig. Das ist wahrlich nicht das Gelbe vom Ei und schon gar nicht die Basis.

Dazu kommt noch die Argumentation, dass das Kind in den ersten Lebensjahren daheim bleiben und dort erzogen werden muss! Das kann man nicht wegdiskutieren – jeder Versuch bedeutet, dass man gegen die normale Entwicklung der Kinder und gegen die Familie ist.
Die Gegenwart hat sich grundlegend geändert im Verlauf der letzten 2-3 Generationen und zeigt sich im Arbeitsleben und damit den Familien mitunter sehr gravierend. Dass deshalb auch die Gegebenheiten der Kindererziehung ein Überdenken notwendig macht, wird von den Kita-Gegnern allzu oft jedoch grundlegend abgelehnt.

Geld für Kitas wird zu einem großen Teil in die Qualifikation der Erzieherinnen gesteckt, die ihrerseits um ständige Weiterbildung bemüht sind.
Welche Qualifikation müssen Eltern nachweisen, um der heutzutage notwendigen Erziehung ihrer Kinder gerecht werden zu können? Allein die Zeugung des Kindes erscheint mir als viel zu wenig, um vollwertige Eltern zu sein.
(Diese elterliche Überschätzung setzt sich später in der Schulzeit der Kinder fort, wo nicht selten die Eltern „am besten wissen“, was und wie ein Lehrer tun darf oder muss – als hätten die Eltern Pädagogik studiert.)

Da es bei dem Betreuungsgeld offensichtlich fast ausschließlich eben ums Geld geht, kann nur in den Kitas nachgewiesen werde, was mit den erhaltenen Geldern gemacht wurde.
Welchen Nachweis müssen Eltern bringen, wie kann deren Tun in Hinblick auf die Kindeserziehung kontrolliert werden? Ihnen das Geld zu geben und sie auf ihre Verantwortung gegenüber ihrem Kind hinzuweisen, ist nicht ausreichend und macht Geldmissbrauch möglich!

Noch geht es in den Diskussionen nicht vornehmlich um beste Voraussetzungen für die Kindererziehung und –entwicklung. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt!
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3 Kommentare
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Silke Dokter aus Erfurt | 26.04.2012 | 09:29  
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Silke Dokter aus Erfurt | 29.04.2012 | 08:47  
Wolfgang Rewicki aus Eisenach | 04.05.2012 | 10:57  
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