Wolf, Waschbär und Waidmannsheil

Unabhängige Tierschutz – Union Deutschlands
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Gotha, den 10.04.2014

Pressemeldung der Unabhängigen Tierschutz-Union Deutschlands zur TLZ-Veröffentlichung unter der Überschrift „Wolf, Waschbär und Weidmannsheil“ vom 08.04.2014



Dem Herrn Steffen Liebig, seines Zeichens Vorsitzender der Jenaer Jägerschaft und Präsident des Thüringer Jagdverbandes wurde in seinem, ihm von der Thüringischen Landeszeitung sehr großzügig gewährten Platz in der Thüringenausgabe vom 08.04.2014 erlaubt, sein persönliches Hobby in den angenehmsten Farben zu schildern, daß jeden Nichtjäger direkt die Lust zum Jagen packen könnte.
Was wir jedoch hierzu richtigstellen und zu ergänzen hätten, bitten wir die TLZ- Redaktion uns ebenfalls zu gestatten und den Lesern mit folgender Pressemeldung nahezubringen.

Waidmannsheil ? – was die Jagd für die natürlichen Abläufe in der Natur bedeutet
In der TLZ-Ausgabe vom 08.04.2014 wurde den Lesern unter der Überschrift „Wolf, Waschbär und Weidmannsheil“ die Jagd auf Wildtiere vom Präsidenten des Thüringer Jagdverbandes auf angenehmste Weise erläutert, in den schillernsten Farben dargestellt und somit schmackhaft gemacht.
Wenn der Jäger Liebig von „Zwiesprache“ mit der Natur, dem Wald und den Tieren und dabei von etwas „Wunderschönen“ spricht, kann kein Mensch, der die Natur mit ihren Tieren und Pflanzen wahrlich liebt, eine solche Heuchelei nachvollziehen. Der Jäger Liebig meint den Jägern werde Unrecht getan, wenn sie als schießwütige Leute hingestellt werden, obgleich sie doch das Weidwerk sehr verantwortungsvoll betreiben, sich sogar als „Naturschützer“, die die Tiere schätzen, sehen!
Schizophren ist die Aussage, daß Jäger einen sehr wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisteten – zumal wenn sie behaupten, daß ohne ihr „regulierendes Eingreifen“ durch Vermehrung des Raubwildes schon einige Tierarten ausgestorben wären. Was geschähe nur mit unserer Natur? – gäbe es keine Jäger.
Abgesehen davon, daß es Jäger waren, die Wolf, Luchs, Bär und andere Beutegreifer ausgerottet bzw. an den Rand der Ausrottung gebracht haben – kein anderes Lebewesen außer dem Menschen hat dieses traurige Werk zustande gebracht, sind sie überhaupt nicht in der Lage deren Funktion im Naturhaushalt zu übernehmen. Die Jäger – und das muß hier ganz klar gesagt werden – sind die einzige Spezies, die die immerwährenden Bemühungen der Natur, ein rationelles und sinnvolles Zusammenlebens aller Geschöpfe der Evolution herzustellen, zunichte machen, indem sie geordnete Familienverbände der verschiedensten Tierarten zerstören und somit dort ständig unendliches Leid erzeugen.
Wie der TLZ-Ausgabe zu entnehmen ist, kam der damals 25-jährige Herr Liebig 1969 über seinen Nachbar zu dem „begeisterten Hobby“ der Jagd. Ein sehr schönes Hobby – unschuldigen, lebensfrohen Lebewesen auf äußerst heimtückische Art und Weise ihr einziges Leben zu nehmen!

Auch ich kam, obgleich schon als Kind viel mit Tieren beschäftigt, 1963 als 25-Jähriger zu einem Hobby, was entgegen dem von Herrn Liebig den Tieren nicht den Tod sondern Schmerz – und Leidminderung verschafft – dem Tierschutz, der mir somit in all seinen Variationen sehr genau bekannt ist –ich also weiß, worüber ich spreche, wenn ich mich zur Jagd äußere. Es geht folglich nicht um „Vorurteile“ wenn ich mich zur Jagd äußere, sondern um Tatsachen, die auch kein Präsident eines Jagdverbandes auszuräumen in der Lage ist.
Wenn sich also der Jäger Liebig äußert, daß sich verschiedene Wildtierarten in den letzten Jahren stark vermehrt haben, möge er doch auch gleich offen sagen, warum das wohl so ist. Eine rein jägergemachte Vermehrung hat diese Bestände in die Höhe getrieben – und das mit voller Absicht!
So werden geordnete Familienverbände, in denen völlig natürliche arterhaltende Geburtenraten evolutionsbedingt die Norm sind, von Jägern derart zerschossen, daß die übrigbleibenden Familienmitglieder solcher Verbände die Verluste durch die Jäger wieder ausgleichen müssen. Es entstehen dadurch abnormal ansteigende Geburtenzyklen und Nachkommenzahlen. Da das Schwarzwild hier stets mit seiner ansteigenden Populationsgröße genannt wird, möge man hierbei bitte auch zugeben, daß in einer intakten Schwarzwildrotte lediglich die Leitbache Nachwuchs zur Welt bringt. Wird dann jedoch ein solch geordneter Familienverband durch Jäger zerschossen, bringen alle geschlechtsreifen weiblichen Tiere Nachwuchs zur Welt. Dazu kommen die alljährlichen und sogar ganzjährigen Fütterungen durch die Jäger, so daß sich keiner über steigende – und somit vorsätzlich gewollte – erhöhte Bestandsdichten aufregen braucht. Jäger wollen schließlich ja auch, wenn sie mit eingeladenen Freunden auf die Jagd gehen, etwas vor die Büchse bekommen!
Auch Verbißschäden an jungen Bäumen sind jägergemacht – so sucht, durch Bejagung verängstigt, ursprüngliches Steppenwild den schützenden Wald auf und ernährt sich dort von Laubbaumrinde.
Amüsant ist immer wieder die Argumentation der Jäger über eine angebliche Bedrohung der Artenvielfalt durch Beutegreifer wie Dachs, Marder, Fuchs, Wiesel, Iltis, Marderhund und Waschbär (der ja ungeheure Schäden anrichtet) sowie Rabenkrähe, Elster, Eichelhäher und andere Wildtiere, die dem Jäger bei seiner hinterlistigen Jagd auf unschuldige Tiere durch deren Warnrufe den Spaß am Töten verderben. Vorsätzlich verschwiegen wird dabei, daß dies alles Tiere sind, die sehr wichtig für ein Funktionieren des Naturhaushaltes sind und sich vorwiegend von Mäusen ernähren.
Wenn dann alljährlich Bauern wegen angeblicher Mäuseplagen nur laut genug schreien – stehen ja ausreichend Gifte und Behörden zur Verfügung, die dann Gifteinsätze gegen Mäuse genehmigen!
Daß wir später selbst diese Gifte wieder auf unseren Tellern haben – wen interessiert´s schon?
Und wären Wolf, Luchs und Bär nicht streng geschützt, gäbe es für Jäger kein Pardon, diese als Jagdkonkurrenten zu erlegen – haben sie ja schon einmal demonstriert, wie das gehandhabt wird!
Die Wut der Jäger gegen die Rückkehr des Wolfes (es wurden schon etliche abgeschossen), ist kaum zu verbergen. – Sie würden deren Rückkehr gelassen sehen, ist eine infame Lüge.
Die nicht zu akzeptierende Jagd auf ahnungslose unschuldige Tiere als „schönes naturnahes Hobby“ beim erstaunten Gegenüber anzubringen, erfordert schon ein ansehnliches Maß an dessen Naivität.

Harald von Fehr, Gotha - Kooperationsleiter
der Unabhängigen Tierschutz-Union Deutschlands

Harald von Fehr, Kooperationsleiter der UT-UD
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