Zum alljährlichen Welttierschutztag am 4. Oktober

04.Oktober – Tag des jährlichen Gedenkens an unsere Mitgeschöpfe

Mahnende Worte zum Welttierschutztag
von der Unabhängigen Tierschutz-Union Deutschlands

Der 04. Oktober steht alljährlich im Zeichen der Tiere und des Heiligen Franziskus, seit im Mai 1931 der Internationale Tierschutzkongreß in Florenz den einstimmigen Beschluß gefaßt hat, einen Welttierschutztag ins Leben zu rufen.

Franz von Assisi wurde als Giovanni Bernardone geboren. Er war einziger Sohn eines reichen Kaufmannes und wurde in Glanz und Reichtum erzogen. Dennoch legte er im Alter von 25 Jahren das Gelübde der Armut ab und verschrieb sich den Ärmsten der Armen, wobei er sich aber nicht nur Menschen, sondern auch den armen gepeinigten Tieren zuwandte.
Er war der Erste, der den Mut aufbrachte, den Tieren als Prediger und Gottesmann auch eine Seele zuzubilligen und sie liebevoll "meine Brüder und Schwestern" nannte.
Franziskus hatte erkannt, daß ein Leben ohne Liebe für seine Mitgeschöpfe kein freudiges Leben sein kann.
Gerade die Einheit von Mensch, Tier, Natur und Umwelt, die in dem berühmten "Sonnengesang" des Franz von Assisi erkennbar ist, sollte uns bewußtmachen, wie wichtig Tier -, Natur- und Umwelt-schutz für uns Menschen ist.

Hemmungsloser Raubbau und brutales Vergehen des Menschen an seiner Umwelt, lassen an einem Gott zweifeln, der uns, wie es die Bibel lehrt, nach seinem Ebenbild geschaffen hat.
Wir Menschen sollten unserer Entbehrlichkeit bedenken, wenn wir daran gehen, in Mißachtung unserer Verantwortung, die Tierwelt zu bedrohen !
Wahre Tierfreunde sollten das verhindern !
Es gibt viele Tierfreunde in der Bundesrepublik Deutschland. Sehr viele. Wir gehören zu den tier-freundlichsten Ländern – sagt man – und schenkt man Politikeraussagen Glauben, haben wir das beste Tierschutzgesetz der Welt.
Kenner der Materie sprechen dagegen von einem "Tiernutzgesetz", das in der Praxis kein Tier vor Mißhandlungen schützt. Denn der Begriff "Tierschutzgesetz", auch wenn dieses jetzt in unserem Grundgesetz festgeschrieben ist, täuscht leider darüber hinweg, daß es ein Hauptanliegen des Gesetzes ist, die Ausbeutung von Tieren zu regulieren und letztendlich auch zu legalisieren.
Sei es bei Umfragen, sei es im privaten Gespräch, immer wieder wird auch von der Bevölkerung bekundet, wie "tierfreundlich" man doch eingestellt sei. Es gehört heutzutage einfach zum guten Ton, ein Herz für Tiere zu zeigen, sich zum Naturschutz zu bekennen.

Doch wie "tierfreundlich" sind wir im Alltagsleben, wie sieht es wirklich aus – ist vieles vielleicht nur ein leeres Lippenbekenntnis ?
So bezeichnet sich ein Tierexperimentator – tagsüber damit beschäftigt, ätzende Flüssigkeiten in Kaninchenaugen zu träufeln – abends bei einem Fernsehinterview, währenddessen er demonstrativ seinen schwanzwedelnden Hund streichelt, als "Tierfreund".
Der Betreiber einer Hühnerlegebatterie, dessen quälerisch gehaltene Tiere nach höchstrichterlicher Entscheidung "KZ-Hühner" genannt werden dürfen, sieht sich als Tierfreund und argumentiert : "Die Hennen seien vor natürlichen Feinden geschützt und legen wohlbehütet und umsorgt ihre Eier".
Reiter, die aus Ehrgeiz ihr "Sportwerkzeug" Pferd überanstrengen, ja sogar zu Tode schinden, Hunderennenbetreiber, die ihre "Freunde" oft tagelang in viel zu engen Behältnissen unterbringen, und dann bis zur völligen Erschöpfung – oft bis zum Tod – ihren Jagdtrieb auszunutzen, Jäger und Angler, die von sich behaupten "Tier – und Naturfreunde" zu sein, im gleichen Moment jedoch Tiere, zur Befriedigung ihrer Gelüste töten, ohne dabei auch nur im geringsten an die Ängste und Schmerzen dieser Tiere einen Gedanken zu verschwenden.

Sie alle werden in den Statistiken als "Tierfreunde" geführt.
Auch bei den Kleintierhaltern ist der Schritt von der Tierliebe zur Tierquälerei nicht allzugroß : Meist aus Unkenntnis der tierischen Bedürfnisse, sträflicher Dummheit oder Gleichgültigkeit vegetieren Vögel in viel zu kleinen Käfigen, Fische in schlecht belüfteten, überfüllten Aquarien, sind Hamster, Mäuse und Meerschweinchen dem Halter nach der ersten interessanten Zeit langweilig geworden und werden nur noch notdürftig versorgt, bis ein gnädiger Tod sie letztendlich erlöst.

Daß die meisten Heimtiere sehr gesellig lebende Tiere sind und die Einzelhaltung für sie schon eine Tierquälerei darstellt, wird sogar oft beim Kauf schon ignoriert.
Katzen werden wider besseren Wissens, oftmals sogar von "Tierfreunden", nicht sterilisiert oder kastriert – trotz der Katzenschwemme, dem unübersehbarem Katzenelend – trotz immerwährender eindringlicher Appelle der Tierschutzorganisationen
Der Hund hängt lebenslang an der Kette oder kommt kaum aus dem Zwinger heraus – sein Besitzer sieht sich ebenfalls als "Tierfreund", füttert er ihn doch täglich gewissenhaft mit Fertigfutter, was mittlerweile nachweislich nicht zum besten Gesundheitszustand des Tieres beiträgt.

Der deutsche Tourist, der mit dem Kauf einer Eintrittskarte die Barbarei des Stierkampfgemetzels in Spanien und anderen Ländern unterstützt ( Zitat: ….muß man doch gesehen haben, um mitreden zu können") und anschließend im Restaurant genüßlich dem bei lebendigem Leib in siedendheißem Wasser zu Tode gequälten Hummer als Spezialität verspeist, mag sich möglicherweise auch als "Tierfreund" bezeichnen, hat er doch zu Hause im Garten ein hübsches Vogelhäuschen aufgestellt.

Das Wort "Tierfreund", sprich "Freund des Tieres", wird vielfach zu leichtfertig gebraucht, ja mißbraucht, stellt es doch im Sinne des Wortes angewandt, einen hohen Anspruch.
So ist es leicht und eigentlich selbstverständlich, z.B. dem im eigenen Haushalt lebenden Hund oder der Katze, die artgerecht mit Familienanschluß gehalten werden, ein guter "Freund" zu sein. Aber ist man deshalb schon ein Tierfreund ?
Hier ist ein großes Fragezeichen angebracht.

Soll unsere Freundschaft, unser Mitgefühl zum Tier glaubhaft und ernsthaft sein, darf sie nicht klassifizieren in Streichel -, Nutz -, Versuchs – und Pelztiere, wie es oft noch gedankenlos auch von manchen "Tierfreunden" geschieht. Denn "Freunde" nutzt man nicht aus wie z.B. viele sogenannte "tierliebe" Landwirte in der tierquälerischen Massentierhaltung, die, die Wurzel allen Übels ist und von der Politik sogar noch unterstützt wird – ob Rinderwahn (BSE), ob Maul u. Klauenseuche (MKS), ob Schweinepest, ob Geflügelpest als angstmachende Vogelgrippe (H5N1), ob Blauzungenkrankheit und, und, und – das dürfte allen Verbrauchern bekannt sein, auch aus reiner Geldgier, ihre "ach so lieben" Tiere gewissenlos brutalen Tiertransporteuren übereignen, wobei diese qualvollen, unendlich langen Schlachttiertransporte noch mit unser alle Steuergelder subventioniert werden.

Freunden zieht man auch nicht zur Befriedigung der Eitelkeit "das Fell über die Ohren" !
Der Begriff "Tierfreund" beinhaltet Verantwortung gegenüber allen Tierindividuen und Arten, gegenüber aller Kreatur, auch wenn sie uns persönlich nicht nahesteht oder besonders sympathisch ist.
Zur Veranschaulichung sei ein Beispiel angeführt : Wer zwingt uns, das "Ekeltier" Spinne in der Wohnung totzuschlagen, anstatt das nützliche Krabbeltier zu fangen und unversehrt aus dem Fenster zu befördern ? Ist es das Gefühl uns lächerlich zu machen oder nur Gedankenlosigkeit und Bequemlichkeit ?

Schon vor über 150 Jahren schrieb Heinrich Heine dazu : "Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten, aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen."
Ein wenig mehr Nachdenklichkeit im täglichen Leben könnte die Tierschutzarbeit sehr viel weiter bringen.
Das beginnt bereits beim Einkauf.

Wenn alle Hausfrauen, die für sich in Anspruch nehmen, Tiere zu lieben, keine Eier aus Legebatterien kaufen würden, wäre das Problem der Käfighühnerhaltung längst gelöst. Denn die Nachfrage regelt das Angebot. Eier aus artgerechter Freiland – oder Bodenhaltung sind mittlerweile an fast allen Orten erhältlich.
Verzichten wir auf den Kauf von Pelzerzeugnissen, die von barbarisch gefangenen Wildtieren oder aus sogenannten "Zuchtfarmen" stammen, würden auch in diesem Bereich völlig unnötige Tierquälereien – der Mode – und Geschäftemacherei wegen – vermieden.
Denn wir können uns im Zeitalter der Weltraumflüge und Computer warm und elegant kleiden, ohne auf Haut und Haare von in Fallen gefangenen Luchsen oder verkrüppelten Zuchtnerzen angewiesen zu sein.
Allein bei der Entwicklung neuer (überflüssiger) Kosmetikartikel und für Waren aus der Putz – und Waschmittelindustrie werden täglich Tausende von Tieren "verbraucht".
Sie leiden und sterben in den Laboratorien zur Erprobung von Rasierwasser, Hautcremes, Lippenstiften und ähnlichen Erzeugnissen – alles Artikel, die ohnehin in unüberschaubarem Überfluß auf dem Markt vorhanden sind. Dies müßte nicht sein, wenn der Verbraucher sich seiner Verantwortung bewußt, ausschließlich auf altbewährte Erzeugnisse oder Naturprodukte zurückgreifen würde, die nicht (mehr) im Tierversuch getestet werden. (Positivlisten von Herstellern, die dekorative und pflegende Kosmetika ohne Tierversuche herstellen, sind bei allen größeren Tierschutzorganisationen erhältlich.)

Schließlich im medizinischen Bereich: Wann werden wir endlich begreifen, daß mit "Veterinärmedizin – Wissen" – gewonnen im Tierexperiment – unsere Menschenkrankheiten nicht kurierbar sind ? Und gerade hier, wie auch bei den in der letzten Zeit ins Gespräch gekommenen Genmanipulationen trifft besonders zu : "Nicht alles , was machbar ist, ist auch erlaubt, denn Moral und Ethik sind nicht nach Belieben teil – und anwendbar".

So ist Tierschutzarbeit heute mehr denn je noch eine traurige Notwendigkeit.
Und: Mitleid allein genügt nicht – helfen ist wichtig !
Jeder kann helfen, auf seine eigene, ihm mögliche individuelle Art und Weise : Sei es durch aktive Mitarbeit in der Tierschutzbewegung, oder durch finanzielle Unterstützung einer engagierten Tierschutzorganisation, oder nur durch sein überlegtes Kaufverhalten – kurz seinem verständnisvollen Verhalten gegenüber allen Tieren.
Jeder einzelne, jeder Tierfreund im rechten Sinne des Wortes – als Freund des Tieres – kann durch sein Verhalten seinen Teil dazu beitragen, die Tierschutzarbeit mit Leben zu erfüllen : Indem er verantwortungsvoll allen Tierarten gegenüber handelt und sich gerade in Alltagssituationen – auch über den Tellerrand seinen eigenen Bereiches hinaus – engagiert für das Recht und den Schutz des Mitge-schöpfes "Tier" einsetzt.
Harald von Fehr, Gotha
Unabhängige Tierschutz-Union Deutschlands
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