Achtung Giftköder! Hunde wieder häufiger in Gefahr - So erkennt man eine Vergiftung

Süßes Hundebaby: Schon im Welpenalter kann man durch gezieltes Training seinem Hund beibringen, nichts vom Boden aufzunehmen. So minimiert man das Risiko von Vergiftungen. (Foto: Reni Hahn / pixelio.de)
 
Hunde schnuppern im Gras: Bemerkt man, dass sein Hund an etwas intensiv schnuppert oder bereits an etwas leckt, sollte man sofort reagieren und das Verhalten unterbinden. (Foto: M. Großmann / pixelio.de)

Erschreckend, aber leider wahr: Auch in diesem Jahr häufen sich wieder die Giftköderwarnungen und Berichte über vergiftete Hunde, teilt die Tierschutzorganisation Tasso e.V. mit.

Giftköder sind mit Gift oder scharfkantigen Gegenständen versehene Wurststückchen oder Hundeleckerlis. Hundehasser legen sie an durch Hunde gut frequentierten Orten aus: in Parks und Hundefreilaufflächen, hinter Büschen und Hecken sowie im hohen Gras.

Aufmerksam sein


Besteht der Verdacht, dass ein Hund einen Giftköder aufgenommen hat, muss schnell gehandelt werden. Obwohl die unterschiedlichen Giftstoffe auf verschiedene Arten wirken, verursachen die meisten Köder schon binnen kürzester Zeit erste Vergiftungsanzeichen. „Häufiges und oft erstes Symptom von Vergiftungen ist Erbrechen. Weitere Symptome einer Vergiftung können unter anderem ein übermäßiges Hecheln sowie eine vermehrte Produktion von weißem Speichel, blasse Schleimhäute, veränderte Pupillen sowie eine allgemeine Teilnahmslosigkeit sein“, erklärt TASSO-Tierärztin Dr. Anette Fach.

Tod durch Organversagen


Bei Rattengift können die ersten Symptome, wie beispielsweise Müdigkeit, Erbrechen, blutiger Durchfall oder auch eine herabgesetzte Körpertemperatur, auch erst nach einigen Tagen erscheinen. Zudem treten zwei bis drei Tage nach der Aufnahme von Rattengift Blutungen auf Schleimhäuten und aus den Körperöffnungen auf. Der Hund verstirbt meist innerhalb von drei bis fünf Tagen an Organversagen.

Auch das Insektenbekämpfungsmittel Schneckenkorn wird zum Präparieren von Giftködern genutzt. Aufgrund seines süßlichen Geschmacks wird es von Hunden, aber auch von Katzen gern gefressen. Darüber hinaus nutzen Hundehasser auch die tödliche Wirkung von überdosierten Sedativa für ihre Zwecke: Hat der Hund einen mit Beruhigungsmitteln gespickten Köder geschluckt, kommen die ersten Anzeichen binnen kürzester Zeit. Er beginnt zu torkeln oder verliert das Bewusstsein. Jedoch nicht nur Giftstoffe kommen zum Einsatz. Ebenso können Köder zum Beispiel mit Nägeln oder Rasierklingen gespickt sein.

Bemerkt man, dass der Hund an etwas intensiv schnuppert oder bereits an etwas leckt, sollte der Halter sofort reagieren und das Verhalten unterbinden. Vorsicht ist immer geboten, denn viele Gifte wirken bereits dann, wenn sie nur eingeatmet werden oder das Tier lediglich daran leckt.

Vorbeugen!


Halter sollten ihren Hund draußen nicht aus den Augen verlieren. Eine vertrauensvolle Bindung und ein guter Grundgehorsam bilden eine solide Basis, um den Hund im Zweifelsfall schnell abrufen zu können. Im Idealfall kann man durch gezieltes Training dem Hund beibringen, nichts vom Boden aufzunehmen. Hilfreich ist es auch, den Hund beim Spaziergang ausreichend zu beschäftigen, damit er sich nicht selbst auf die Suche nach interessanten Dingen begibt. Von einer Fütterung des Tieres vor einem Spaziergang ist abzuraten, denn übermäßige Bewegung nach einer Mahlzeit zählt zu den möglichen Risikofaktoren, die eine Magendrehung verursachen. Zudem wird auch ein satter Hund ein gefundenes Leckerli nicht verschmähen.

Ganz wichtig: Wer einen Giftköder findet, sollte das unbedingt bei der Polizei anzeigen, denn nur mit Erstattung einer Anzeige kann diese gegen die Täter ermitteln.

Rücksicht nehmen


In Hundekot zu treten ist selbst für den größten Tierfreund nicht angenehm. Das rechtfertigt natürlich noch lange nicht, Hunde zu vergiften. Jedoch gibt es extremen Hundehassern Anlass für ihre Giftköder-Anschläge. "Wir von TASSO wünschen uns, aber auch allen Hundehaltern und allen, die kein Tier haben, einen rücksichtsvollen Umgang miteinander. Dazu gehört auch, dass Hundekot vom Halter aufgesammelt und in Abfallbehälter entsorgt wird", sagt ein Sprecher der Tierschutzorganisation.

Quelle: Tasso e.V.
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