Bis tief in die Seele

Manfred Haferanke Foto: Th. Gräser
  Gotha: Naturheilpraxis Haferanke | Heilpraktiker Manfred Haferanke schubst die Lebenskraft von Patienten an


Die Erlaubnis als Heilpraktiker zu wirken, wird nur erteilt, wenn die Ausübung der Heilkunde durch den Betreffenden keine Gefahr für die Volksgesundheit darstellt.




„Der Patient muss im Mittelpunkt stehen.“
Manfred Haferanke, Heilpraktiker aus Gotha




Nein, auf Trommel, Glaskugel und Orakel bin ich im Sprechzimmer des Heilpraktikers Manfred Haferanke nicht gestoßen. Er umtanzte mich auch nicht im Schamanen-Umhang. Es sah aus wie in einen normalen Behandlungsraum mit Anatomietafeln an den Wänden.

Im Vorfeld des Gesprächs machte ich mir Gedanken über den geschulten, krankheitslesenden Blick des Heilkundigen. Doch Manfred Haferanke nahm mir die Angst: "Ich kann das ausblenden." Sein Nachsatz über meine Empfindsamkeit brachten mich zwar nicht ins Wanken, aber zum Schmunzeln. Mit seiner Berufserfahrung aus über 20 Jahren stellt das Lesen aus meinen Gesichtszügen für ihn kein Problem dar.

Scharlatanerie, Esoterik, Handauflegen und Geisterheilung haben hier keinen Platz. "Wer zum Heilpraktiker geht, der muss auch eine Heilpraktiker-Behandlung erwarten können", sagt Haferanke. Die staatliche Zulassung hat es in sich. Das Wissen muss umfänglich sein. Nur wer 75 Prozent der 60 Fragen richtig hat kommt danach in die mündliche Prüfung. Diese entwickelte sich in Thüringen zu einem mündlich-praktischen Examen.

In Deutschland gibt es nur zwei Heilberufe - den Arzt und den Heilpraktiker. Wer ohne medizinische Vorkenntnisse Heilpraktiker werden möchte durchläuft in der Regel ein 2- bis dreijähriges berufsbegleitendes Studium an einer Heilpraktikerschule und muss obendrein viel zu Hause büffeln. "Die Kenntnisse, die er dann hat - anatomische, physiologische und pathophysiologische - sind denen eines Allgemeinmediziners etwa gleich. Sie sind im Vergleich mit einem spezialisierten Facharzt sogar noch größer", weiß Haferanke.

Der Heilpraktiker erfährt eine ganzheitliche Ausbildung. Er muss, da er - laut Heilpraktikergesetz von 1939 - keine Gefahr für die Volksgesundheit darstellen darf, diese enorm vielen Kenntnisse haben. Er muss sogar meldepflichtige Infektionskrankheiten erkennen, darf diese allerdings nicht behandeln.

Manfred Haferanke praktiziert die klassische Homöopathie und Ohrakkupunktur. Zu Beginn einer Behandlung von jahrelangen Beschwerden steht die umfangreiche Anamnese, also die Ermittlung der Vorgeschichte des Patienten. Die dauert ein bis zwei Stunden. Das Gespräch kann sehr weit gehen, auch bis tief in die Seele hinein. Das setzt Vertrauen voraus. Und vertrauen muss auch der Heilpraktiker seinen Patienten, denn er fordert regelrecht die stete Korrespondenz im Behandlungsverlauf, auch pünktlich per Telefon.

"Zu ihm kommen oft Patienten, die keine andere Chance mehr sehen", sagt Haferanke. Sie waren schon da, dort und bei jenem und keiner konnte helfen. "Viele sagen: Keiner weiß was ich habe", betont der 59-Jährige.

Der zugelassene Heilpraktiker ist eine Ergänzung zur Schulmedizin. Er kann schulmedizinische Behandlungen begleiten und ist mitunter die letzte Hoffnung für viele Patienten. Ein engeres Miteinander beider Heilberufe wäre zum Wohle des Patienten. Am besten ist, wenn der Patient intensiv mitarbeitet. "Wenn er nicht die Krankheit abgibt wie einen Mantel und sagt: nun mach mal", betont Haferanke. Sondern, dass er auf seinen Körper hört und mithilft alle Schädlichkeiten, allen Gram und Kummer zu beseitigen.
Dabei erkennt sich der Patient selbst. Er erkennt was ihm die Krankheit sagen will und dass es Grenzen gibt, dass man "absolute Gesundheit nicht kaufen kann", sagt Haferanke.

Die meisten alternativen Heilmethoden funktionieren nach der Reizreaktion. Kleiner Reiz löst Reaktion aus. Die meisten schulmedizinischen Therapien funktionieren mit Unterdrückung. Schmerz ist Warnung und wird oft bekämpft, anstatt der Ursache auf dem Grund zu gehen. Alles gehört zu allem, erkannte der Begründer der Homöopathie Christian Friedrich Samuel Hahnemann. In jedem Menschen steckt eine gewisse Lebenskraft, der Kern, der alles regelt, sich aber selbst nicht helfen kann. Wenn sie durch Erkrankung geschwächt ist, kann man die Lebenskraft mit homöopathischen Mitteln anschubsen.

Es ist eine indirekte Behandlung, bei der sich der Körper selbst hilft. Viele meiden aber den Gang zum Heilpraktiker, der Kosten wegen. Doch wer eine Odyssee hinter sich hat scheuen 120 Euro für das Erstgespräch und zwischen 40 und 60 Euro pro weiteren Besuch nicht. "Man kann darauf vertrauen, dass ein zugelassener Heilpraktiker zum Wohl des Patienten arbeiten wird", sagt Haferanke.


Hintergrund

• Homöopathie ist eine
Reizreaktionstherapie, bei
der die Lebenskraft einen
kleinen Schups erhält
• Pflanzenheilkunde
(Phytotherapie) erzielt
durch Heilpflanzen eine
direkte Wirkung
• Reflexzonenbehandlung:
spezielle Bereiche der Fußsohle
werden bestimmten
Organen zugeordnet, die
durch die Massage positiv
beeinflusst werden
• Akupunktur normalisiert
ein gestörtes Energiegleichgewicht
und unterstützt
den Heilungsprozess
• Chirotherapie: durch
spezielle Handgriffe werden
schmerzhafte Blockierungen
und Verspannungen
gelöst
• Hypnose bewirkt tiefe
Entspannung. Durch Fremdbeeinflussung
können
Verhaltensänderungen
herbei geführt werden

Heilende Hände
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3 Kommentare
Axel Heyder aus Erfurt | 11.02.2011 | 11:27  
1.851
Manuela Deutschland aus Sömmerda | 11.02.2011 | 18:20  
3.977
Thomas Twarog aus Erfurt | 12.02.2011 | 18:34  
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