Helfen, lesen & zuhören - Lesepaten engagieren sich ehrenamtlich

Die neuen Lesepatinnen Hannelore Horn und Karla Fleischhauer (von liks) mit der Leiterin der Heinrich Heine Bibliothek Nicole Stohrmann (rechts). (Foto: Foto: Igel)
 
Lesepatin Hannelore Horn (liks) und die Leiterin der Heinrich Heine Bibliothek Nicole Stohrmann. (Foto: Foto: Igel)
Gotha: Stadtbiliothek "Heinrich Heine" | Von Uwe-Jens Igel


Tim (Name geändert) fällt das Lesen schwer. Immer wieder wird er deshalb von seinen Mitschülern verspottet. Kann die Nachhilfe hier Unterstützung bieten? „Da würde ich meinen Sohn gern hinschicken”, erzählt Tims Mutter und fügt kleinlaut hinzu: „Ich kann mir das aber leider nicht leisten.”

„Kindern wie Tim wollen wir helfen”, sagt Nicole Stohrmann, die neue Leiterin der Stadtbibliothek Heinrich Heine in Gotha. „Gebraucht werden geduldige Zuhörer, die Kinder ermutigen können und ihnen gute Vorbilder sind. Denn für Kinder sind Erfolgserlebnisse und Ermutigung wichtig. Vorlesepaten haben die Chance, Schülern zu helfen und sie zu unterstützen. Sie lesen nachweislich besser, vor allem aber stärkt es die Motivation gerade von lern- und leseschwachen Kindern, wenn ihnen ein Erwachsener zuhört, sei es auch nur für kurze Zeit”, berichtet die Bibliothekarin und freut sich, dass sich nach dem Aufruf schon Lesepaten-Kandidaten wie Hannelore Horn und Karla Fleischhauer gemeldet haben.

Die beiden rüstigen Damen aus Gotha sind bestens gelaunt und hochmotiviert, als sie sich vor wenigen Tagen für diese ehrenamtliche Tätigkeit anmelden. „Diese Idee finden wir richtig Klasse. Mich reizt diese Tätigkeit, weil ich die Problematik kenne. Als Kind ist mir das Lesen auch immer sehr schwer gefallen”, gesteht Hannelore Horn. Als Kind hat sie immer mit ihrer Oma geübt. Und als sie selbst Kinder hatte, „war ich immer sehr hinterher, dass sie in der Schule gut mitkommen. Schon deshalb möchte ich mich, auch wenn ich schon 70 Jahre alt bin, gern hier einbringen.” Lesepate kann übrigens jeder werden, der Freude am Lesen und Spaß an der Arbeit mit Kindern hat. Das Wichtigste dabei ist, dass die Lesepaten den Schülern ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. „Das kann ich prima. Ich möchte den Kinder helfen ihre schulischen Leistungen zu verbessern”, platzt es aus Karla Fleischhauer heraus, und sie erzählt, warum ihr dieses Engagement so wichtig ist: „Ich liebe Kinder über alles, auch wenn mir die eigenen nie vergönnt waren.”

Die heute 75-jährige ehemalige Kindergärtnerin kennt es auch aus eigenem Erleben, was es heißt, aus verschiedenen Gründen in der Schule ein Außenseiter zu sein. „Ich hoffe, den Kindern damit die Angst zu nehmen”, plappert Karla Fleischhauer, und möchte am liebsten sofort anfangen. „Alles geschieht in Absprache mit den Klassenlehrern und den Eltern”, bestätigt Stephanie Härter, Schulleiterin der Staatlichen Grundschule Andreas Reyher. In ihrer Schule, wie in weiteren Schulen in Gotha startet das Projekt nach den Osterferien.

Die Lesepaten kommen während der regulären Unterrichtszeit, setzen sich mit einzelnen Kindern zusammen, lassen sich von ihnen Texte vorlesen oder lesen selber vor, sprechen mit dem Kind oder hören einfach nur zu. „Und wenn wir auch nur einem Kind wie Tim helfen können, dann hat sich der Aufwand schon gelohnt”, sagt Nicole Strohrmann, die von der Aktion überzeugt ist und noch viele weitere interessante Pläne im Kopf hat.


Kontakt
Weitere Interessenten für eine Lesepatenschaft wenden sich an die Leiterin der Stadtbibliothek „Heinrich Heine”, Nicole Strohrmann, Telefon: 03621/893348.
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