Immer mehr Ältere haben einen Job

Dagegen fällt es arbeitslosen Älteren schwerer eine neue Beschäftigung zu finden


Beschäftigung Älterer steigt
Die demografische Entwicklung spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider. So war im Agenturbezirk Gotha im Jahr 2014 jede dritte Beschäftigte älter als 50 Jahre. Im Jahr 2009 lag dieser Anteil noch bei 28 Prozent. „Ältere Mitarbeiter sind für die Unternehmen der Region wichtig. Die Firmen bauen auf die Erfahrungen dieser Mitarbeiter und schätzen ihre Leistungs-
fähigkeit. Gleichzeitig bildet dies aber ein Risikopotential, denn ältere Mitarbeiter müssen durch Eintritt in die Rente ersetzt werden. Damit es hierbei zu keinerlei Wissensverlust kommt, ist eine gute Personalplanung in den Unternehmen wichtig. Die Arbeitsagentur kann insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen“, sagte Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Eine Auswertung der aktuellen Statistik zeigt, dass im Agenturbezirk Gotha im vergangenen Jahr 6.972 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte älter als 60 Jahre waren. Diese werden in den kommenden Jahren in Rente gehen und müssen durch die Unternehmen ersetzt werden.

Ältere Arbeitslose profitieren kaum
Während immer mehr Ältere einer Beschäftigung nachgehen, profitieren ältere Arbeitslose kaum von dieser Entwicklung. „Jeder dritte Arbeitslose ist 55 Jahre oder älter. Die Unternehmen, die schon einen hohen Altersdurchschnitt haben, scheuen sich davor, ältere Beschäftigte einzustellen. Sie suchen eher nach jüngeren Mitarbeitern, um künftig ausscheidende Mitarbeiter langfristig ersetzen zu können“, erläuterte Ina Benad die Situation auf dem Arbeitsmarkt.

Dass es für ältere Arbeitsuchende schwieriger wird einen neuen Job zu finden, zeigt sich auch in der Dauer der Arbeitslosigkeit. So waren im Agenturbezirk Gotha ältere Arbeitslose im Jahr 2014 rund 20 Wochen länger arbeitslos als andere Arbeitslose. „Kommen zum Alter noch gesundheitliche Beeinträchtigungen hinzu, sinken die Chancen auf einen regulären Job weiter“, so Ina Benad.

Regionale Betrachtung

Landkreis Gotha
Seit 2009 stieg der Anteil älterer Beschäftigter im Landkreis Gotha um 31 Prozent an. So waren 2014 im Kreisgebiet 19.744 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte älter als 50 Jahre. Dies entspricht einem Anteil von 36 Prozent aller Mitarbeiter in den Unternehmen. „4.083 Beschäftigte waren älter als 60 Jahre und werden in den kommenden Jahren in Rente gehen. Hier sind die Unternehmen gefragt, den Ersatzbedarf rechtzeitig zu decken. Die kann auch erfolgen, in dem ältere Arbeitslose ab 50 Jahren aufwärts eingestellt werden. Ein 52-jähriger hat immerhin noch 15 Jahre bis zum Eintritt in die reguläre Rente vor sich“, betonte Ina Benad. 2.378 Arbeitslose im Landkreis Gotha waren im vergangenen Jahr älter als 50 Jahre. Dies entspricht einem Anteil von 44 Prozent. Damit bildet die Gruppe der älteren die größte Gruppe unter den Arbeitslosen. Entgegen der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitierten die älteren Arbeitslosen nicht so gut. So betrug ihre Arbeitslosig-keit im Durchschnitt 53,4 Wochen, während die Dauer der Arbeitslosigkeit bei allen Arbeitslosen nur 35,4 Wochen betrug.

Unstrut-Hainich-Kreis
Im Unstrut-Hainich-Kreis stieg der Anteil älterer Beschäftigter seit 2009 um 32 Prozent an. So waren 2014 im Kreisgebiet 14.549 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte älter als 50 Jahre. Dies entspricht einem Anteil von 36 Prozent aller Mitarbeiter in den Unternehmen. „In den Unternehmen waren im letzten Jahr 2.889 Beschäftigte über 60 Jahre alt. Diese werden in den kommenden Jahren altersbedingt ausscheiden. Die Firmen sollten rechtzeitig mit der Situation auseinandersetzen und entsprechende Ersatzbedarf rekrutieren. Hierfür bilden auch die älteren Arbeitslosen ab 50 Jahren ein Fachkräftepotential. Ein 52-jähriger hat immerhin noch 15 Jahre bis zum Eintritt in die reguläre Rente vor sich“, betonte Ina Benad.

Im Unstrut-Hainich-Kreis waren im vergangenen Jahr 2.402 Arbeitslose älter als 50 Jahre. Dies entspricht einem Anteil von 42 Prozent. Damit bildet die Gruppe der älteren die größte Gruppe unter den Arbeitslosen. Entgegen der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitierten die älteren Arbeitslosen nicht so gut. So betrug ihre Arbeitslosigkeit im Durchschnitt 60,6 Wochen, während die Dauer der Arbeitslosigkeit bei allen Arbeitslosen 42,7 Wochen betrug.





Statistische Hinweise:
Stand der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist der 30.06.
Quelle: Statistikservice der Bundesagentur für Arbeit
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