Jeder Dritte bricht Ausbildung vorzeitig ab

Hauptursachen: schlechtes Betriebsklima und Probleme mit Ausbildern


Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) hat die Ausbildungsabbrüche von Jugendlichen in Thüringen untersucht. Fast jeder dritte Jugendliche bricht die duale Ausbildung vorzeitig ab. Im Unstrut-Hainich-Kreis und im Landkreis Gotha lag die Abbruchquote bei fast 30 Prozent.

Als Hauptursachen hat das IAB ein schlechtes Betriebsklima, Konflikte zwischen Auszubildenden und Ausbilder sowie Qualitätsmängel in der Ausbildung identifiziert. Jeder vierte Abbrecher hatte eine falsche Vorstellung vom Beruf.

Die meisten Abbrecher waren bei den Friseuren, Köchen und Fachverkäufern im Lebensmittelhandwerk zu verzeichnen. Hier brach jeder zweite Jugendliche seine Ausbildung vorzeitig ab. Bei anspruchsvolleren Berufen, wie zum Beispiel Elektroniker, Bankkaufleuten und Werkzeugmechanikern lag die Abbruchsquote unter 10 Prozent.

„Die Untersuchung zeigt eindrucksvoll die Handlungsfelder auf. Der Übergang von der Schule in das Berufsleben ist ein sehr gravierender Einschnitt im Leben der jungen Menschen. Wer für ein gutes Betriebsklima sorgt, Probleme erkennt und ernst nimmt und diese mit den Auszubildenden bespricht und löst, wird kaum einen Azubi vorzeitig verlieren. Des Weiteren sollten die Unternehmen die Jugendliche vor der Ausbildung in einem Betriebspraktikum kennenlernen. Hier kann den Jugendlichen einen praktischen Eindruck vom Berufsbild vermittelt und die Stärken der Jugendlichen erkannt werden“, sagte Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Auszubildende mit höheren Schulabschluss brechen seltener ab
Der Schulabschluss hat einen maßgeblichen Einfluss auf das Abbruchsverhalten. So lösen Jugendliche mit einem Abitur deutlich weniger die Ausbildung vorzeitig aus als Hauptschüler. Fast jeder zweite Hauptschüler brach die Lehre vorzeitig ab, während nur jeder vierte mit Realschulabschluss und nur jeder 8 Abiturient die Ausbildung vorzeitig auflöste. „Abiturienten sind auch durch die längere Schulzeit reifer und befassen sich bewusster mit der eigenen beruflichen Karriere. Die Entscheidung fällt gezielter aus, als bei Jugendlichen mit Haupt- oder Realschulabschluss. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Abiturienten ihren Berufswunsch realisieren können als bei Hauptschülern“, so Ina Benad weiter.

Damit die Zahl der Ausbildungsabbrüche sinkt, ist es wichtig, dass sich die Unternehmen auf die Jugendlichen einstellen und ihnen eine gute Arbeitsatmosphäre bieten. Von Seiten der Bewerber ist eine noch intensivere Vorbereitung auf die Berufswahl notwendig. So sollten sie in Praktika erkunden, ob der Traumberuf ihre Erwartungen und Wünsche erfüllt. Die Berufsberater der Agentur für Arbeit Gotha stehen allen Jugendlichen bei der Berufsorientierung zur Seite. Ein individuelles Beratungsgespräch können Ausbildungssuchende kostenlos unter der Telefonnummer 0800 4 5555 00 vereinbaren.

Quelle: IAB –Regional 2/2012
http://www.iab.de/de/publikationen/regional/sachse...
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