Job-Profil: Wie ist das Leben als Modedesignerin, Frau Deubner?

„Wir lieben schöne Stoffe, wie sie sich anfühlen und aussehen“, schwärmt Steffi Deubner.
 
Der Kunde muss seinen Stil finden und nicht einem Trend hinterherjagen, lautet ihre Maxime.
Gotha: Wishproject Deubner & Deubner GbR |

Steffi Deubner liebt ihren Job heiß und ­innig. Die Mode­designerin weiß aber auch, dass nicht jeder in ihrem ­Beruf so viel Glück hat.

Es ist ein hart umkämpfter Markt, keine leichte Arbeit und mancher Kollege sitzt Tag für Tag frustriert an der Nähmaschine und stellt Massenware her.

Doch Deubners Mut zur Selbstständigkeit hat sich ausgezahlt. Gemeinsam mit ihrer zwölf Jahren älteren Schwester Kathrin führt die 34-Jährige das Modelabel ­"Wishproject" mit Atelier in Gotha. Die kreativen ­Ideen und die Nähmaschinen rattern hier um die Wette. „Es fehlt nicht an Ideen, sondern an der Zeit, sie umzusetzen.“ Denn bei aller Freiheit: Die Sommer- oder Winterkollektionen geben den Takt vor. „Wenn man diesen Druck nicht hat als kreativer Mensch, dann verliert man sich in seinen Ideen.“

Mit bunten Taschen, den „Buddha-Bags“, fing alles an. Jeden Euro, den die Schwestern einnahmen, investierten sie wieder in neue Stoffe. Auf die Beutel folgten flotte Gürteltaschen, dann Kapuzenschals. „Dinge, von denen wir dachten: Die gibt es noch nicht. Und die braucht die Welt.“ Bis heute gilt: Die Schöpfungen sollen nicht nur modisch, sondern funktionell und praktisch sein. In den Röcken, Kleidern und Oberteilen, soll sich jede Frau wohl fühlen – auch ohne Modelmaße. Viel wichtiger ist dem Thüringer Modelabel, dass alles fair produziert wird.

"Wenn man mit dem Herzen komplett dabei ist, dann ist man auch gut in seiner Arbeit. Und das spüren auch die Kunden."


Auch sonst sperren sich die Deubners gegen viele Trends wie Strass, Pelz und Leder. „Wir gucken weniger auf ­andere. Wir toben uns lieber aus und machen, was wir selbst schön finden. Dadurch werden unsere Sachen authen­tischer.“ Der Kunde muss seinen Stil finden und nicht einem Trend hinterherjagen, lautet ihre Maxime.

Sehr erfolgreich vermarkten die Schwestern ihre eigenen Stoffdesigns, zum Beispiel maritime Grafiken und süße Füchse. Zum Wishproject-Universum gehören auch kleine Monster und andere Kuscheltiere, liebevoll „­Viecher“ genannt.

Die Schwestern sind Quereinsteiger und Auto­didakten als Designer. „Man muss sich für Mode und Stoffe interes­sieren, kreativ und offen sein für alles. Das Fachliche kann man lernen.“ Klar, als Modedesigner benötigt man gewisse Talente: Farbgefühl, einen Sinn für Ästhetik und Form – das könne man nicht erlernen. Das Handwerkliche aber, also nähen, zeichnen, designen, auch mit dem Computer, haben die Schwestern erst mit immer mehr Praxis gelernt. Learning by doing eben. Was die eine Schwester nicht so gut beherrscht, meistert die andere umso besser. „Und wenn was nicht so läuft, steht man wieder auf, richtet das Krönchen und dann geht es weiter.“

Hintergrund


Wo?
Modedesign kann auf Bachelor oder Master studiert werden. Alternativ bietet sich eine Ausbildung an einer Modeschule an, die dem Studium an Unis und FHs ähnelt. Eine ganz gute Übersicht bietet: ­www.­mode-studieren.de. Empfehlenswert als Einstieg in den Beruf ist eine Ausbildung zum Maßschneider.

Was?
Im praktisch angelegten Studium geht es ums Zeichnen und Erstellen eigener Designs, Modetheorie, Kenntnisse zur Konzeption, Realisation und Visualisierung von Mode. Viel Zeit verbringen die Studierenden mit Praxis in den Werkstätten.

Wie lange?

Zum Bachelor-Abschluss sollte man mit sieben Semestern rechnen.

VITA Steffi Deubner

• 2008: Abschluss des Kunststudiums in visueller Kommunikation
• Seit 2010: Geschäftsführerin und Teilhaberin
der Wishproject GbR.
• 2011: Eröffnung des Ateliers in Gotha
www.wishproject.de
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