Mit Tine und Dr. Raschke durch Gotha

 
Die gezeichnete Tine (Foto: Karolina Muszalski)

Die Gothaerin Dr. Helga Raschke hat ein Kinderbuch über Gothas Geschichte geschrieben und liest am 22. Januar daraus vor.

Tine ist der King



Tine ist mächtig stolz. Welche ihrer Freundinnen kann schon von sich behaupten, in einem Buch vorzukommen? Und das als Elfjährige! Oma Helga lacht und vermutet: „Jetzt ist sie bestimmt der King!“ Ganz bewusst hat sie ihrer Enkeltochter eine wichtige Rolle inklusive Titel-Ehre zugedacht, schließlich verdankt sie ihr die Inspiration für das Kinderbuch.

Ihr erstes Kinderbuch



Mit „Tine entdeckt das alte Gotha begibt sich Dr. Helga Raschke auf neues Terrain. In der Gothaer Geschichte kennt sich die diplomierte Ethnologin selbstverständlich aus, die ist seit Jahrzehnten ihr Steckenpferd. Auch mit dem Bücherschreiben hat sie genügend Erfahrung. Doch noch nie hat sie eines für Kinder herausgebracht. Die Idee kommt durch Zufall: Ein Besuch mit Tine in der Kinderbibliothek veranlasst sie zum Kopfschütteln. „Da stehen meine Bücher herum, die nutzen die Schüler für wichtige Arbeiten. Das ist doch unmöglich!“ Unmöglich deshalb, weil es schwer für Kinder ist, sie zu verstehen, sich die vielen Fakten aus der Geschichte zu erschließen. Dr. Raschke hat die Bücher für Erwachsene geschrieben. In der Bibliothek stellt sie fest: „Es gibt kein Buch über Gothas Geschichte für Kinder!“ Das will sie ändern.

Für Kinder schreibt sie anders



Ein Jahr lang arbeitet sie an ihrer selbstgestellten Aufgabe. Die Fakten hat sie alle parat, ihr geht es im Buch um die Zeit der Gründung der Stadt bis zum Jahr 1567. Die Autorin beantwortet jede Menge Fragen wie diese: Wie wurde anno dazumals gebaut, wie lebten die Christen und die Juden hier, wer baute den Kanal für die wasserarme Stadt, wie sah der Alltag aus, wer war überhaupt Myconius...? Beim Schreiben selbst muss sie umdenken. „Für Kinder schreibst du ganz anders als für Erwachsene“, weiß sie. Kurze Sätze, Aussagen, die es schnell auf den Punkt bringen, Worte, die Kinder verstehen, Absätze nach den Gedanken. Bevor sie zu schreiben beginnt, wälzt Helga Raschke Schulbücher, holt sich Unterstützung, liest pädagogische Literatur.

Mit Liebe gestaltet



Ganz viel Liebe steckt sie in die Gestaltung. Tine führt als gezeichnete Figur durch die Seiten. Aufgaben und Suchrätsel fordern die Kinder zum Mitdenken, Knobeln und Raten. „Du musst die Kinder immer einbeziehen“, hat die Buch-Schreiberin schnell erkannt. Erste Testlesungen in vierten und fünften Klassen bestätigen sie in dieser Ansicht. Die Schüler hören zu, wollen auf diese Weise gern mit Tine auf eine Wanderung durch Gothas Jahrhunderte gehen. Vielleicht, so wünscht es sich Helga Raschke, wird ihr Buch ja sogar zum festen Bestandteil im Gothaer Schulunterricht. Und Tines virtueller Spaziergang könnte durchaus von Schulkindern und ihren Lehrern in Auszügen nachgestellt werden. Wenn ihr gerade erschienenes Kinderbuch gut ankommt, dann wird sie eine Fortsetzung schreiben, das hat Dr. Raschke schon versprochen. Es ist noch längst nicht alles erzählt.

Termin für die Lesung:



Dr. Helga Raschke liest aus ihrem Buch „Tine entdeckt das alte Gotha“: am 22. Januar um 14 Uhr im Gothaer Klub „Galletti“, Jüdenstraße 44.


Zur Person von Dr. Helga Raschke:



Die 1935 geborene Dr. Helga Raschke ist examinierte Museologin und Diplom-Ethnografin. Sie leitete bis 1981 das Gothaer Museum für Regionalgeschichte (Historisches Museum), war anschließend in der Forschungsstelle für Regionalgeschichte der Akademie der Wissenschaften tätig. Sie gab von 1969 bis 1980 die Gothaer Museumshefte mit eigenen Beiträgen zur Regionalgeschichte heraus

Dr. Raschke hat bereits 17 Bücher geschrieben. Ihre Arbeiten befassen sich hauptsächlich mit heimatkundlichen Themen der Stadt und des Kreises Gotha. Seit 1964 beschäftigt sie sich mit zwei Themen: Dem Leben und Wirken von Josef Ritter von Gadolla und den überwiegend jüdischen Häftlingen im Außenlager S III des KZ Buchenwald.

Sie war ab 1995 forschend und federführend an der durch die Stadt Gothaeingeleiteten juristischen und politischen Rehabilitierung des Josef Ritter von Gadolla beteiligt. Einige ihrer Buchtitel: „Gotha. Die Stadt und ihre Bürger“, „Alltagsleben im Thüringer Wald“, „Bevölkerung und Handwerk einer Residenzstadt. Gotha 1640-1740“, „Josef Ritter von Gadolla und die letzten Kriegstage in Gotha“.
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