Nur eine Frage: Warum brennen Holzpfeifen nicht einfach durch, Herr Filß?

Alles falsch gemacht: Ein schlechter Tipp ist es, neue Pfeifen zum Anrauchen aus dem fahrenden Auto zu halten. Auch Föhn und Co sollten nicht zum Einsatz kommen. Fotos: Axel Heyder
Tabarz/Thüringer Wald: Kallenberg Pfeifen |

+ Holz aus einer Wuzel + Tipps zum Anrauchen +

Warum brennt ein Holzpfeife nicht einfach durch, Herr Filß?

Die Frage ist berechtigt, denn das Glutbett entwickelt rund 200 bis 300 Grad im Pfeifenkopf. Und wenn sie nicht gut eingeraucht ist, kann sie auch tatsächlich durchbrennen. Im Internet gibt es eine Menge Tipps, mit denen man seiner Tabakspfeife oft nur Schaden zufügt.

Dort wird empfohlen, sie während der Fahrt aus dem Autofenster zu halten, sie mit einem Föhn zu bearbeiten und ähnliches. Die Brandschäden bekomme ich immer wieder zu sehen. Damit sie nicht durchbrennt, muss sie aus einem speziellen Holz sein: Bruyere-Holz stammt von einer Wurzel und hat somit keine Jahresringe, bei denen harte und weiche Schichten nebeneinander liegen. Das wäre nicht gut. Bis die Pfeife eingeraucht ist und sich einen schützende Kohlenstoffschicht auf der Oberfläche gebildet hat, die Pfeifenmacher Cake nennen, schützt die Gerbsäure des Bruyere vor dem Durchbrennen.

Wichtig ist auch, dass die Oberfläche im Inneren möglichst glatt ist und das Holz keine Fehlerstellen oder Äste hat, damit die Glut keine Angriffsfläche findet und sich doch einen Weg sucht. Zu DDR-Zeiten gab es nur selten Bruyere-Holz, deswegen wurde zum Einrauchen ein spezielle Paste verwendet, damit sich die Kohlenstoffschicht künstlich bildet. Somit konnte auch Kirschholz oder Buche verwendet werden. Diese sind aber nicht so langlebig.

Peter Filß, Pfeifenmacher in der Kallenbach Pfeifenmacherei

TIpp zum Anrauchen: Die Pfeife beim Anrauchen vorsichtig stopfen, unten ganz locker, in der Mitte etwas fester und mit mehr Druck ganz oben. Mit Streichhölzern anbrennen und ab und an mit dem Peifenstopfer nach unten drücken, das senkt die Temperatur etwas. Nicht suckeln, sondern leicht ziehen. Dann sollte nichts schief gehen. Vorraussetzung ist aber auch eine hochwertig gearbeitete Pfeife.
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