Zeit geben – sich Zeit nehmen: Monatliches Trauercafé bei der Hospizinitiative Gotha

 

Bei der Hospizinitiative Gotha e.V. engagieren sich 55 ehrenamtliche Hospizbegleiter für Sterbende und ihre Angehörigen

80 Prozent der Bevölkerung möchte zu Hause sterben. Bei gerade einmal einem Viertel ist das dann wirklich Realität. Umfragen zu Folge fürchten sich die wenigsten Menschen vor dem Tod – fast alle aber haben Angst davor, allein zu sterben.
Genau hier setzt die Arbeit der Hospizinitiative Gotha e.V. an. Seit 1997 begleiten derzeit 55 ehrenamtliche Helfer Schwerstkranke und Sterbende sowie deren Angehörige. Die Hospizbegleiter gehen dabei auf die Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen ein, tragen ihre Hoffnungen und Ängste mit, sprechen über Sorgen und Nöte, spenden Trost, hören zu oder sind einfach nur da. Sie geben Sterbenden und Trauernden das Gefühl, nicht allein zu sein, auf Wunsch auch über den Tod hinaus – sie nehmen sich Zeit und geben diese Zeit zurück.

Um Hilfe zu bitten ist keine Schande


„Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 850.000 Menschen. Gerade einmal 4% davon werden in einem Hospiz oder durch ehrenamtliche Helfer begleitet“, sagt Susanne Lindemann, eine von zwei Hauptamtlichen Mitarbeitern bei der Hospizinitiative Gotha. „Viele Menschen kennen uns und unserer Arbeit nicht oder scheuen sich, um Hilfe zu bitten. Dabei kann in vielen Fällen ein Außenstehender deutlich mehr leisten“, bestätigt Cornelia Anton, die seit Jahresbeginn im Verein arbeitet und gemeinsam mit Susanne Lindemann den ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst koordiniert.

Die Arbeit der ehrenamtlichen Hospizhelfer des Vereins ist kostenfrei, überkonfessionell und an keine Mitgliedschaft gebunden. Dazu unterliegen die Hospizhelfer der Schweigepflicht. Durch eine spezielle Ausbildung, durch Hospiz-Seminare und regelmäßige Fortbildungen, sind die Begleiter gut auf ihre Aufgaben vorbereitet. „Natürlich wissen wir, wie auch unsere Begleiter, dass man trotz allerbester Vorbereitung sich immer wieder neu auf jeden Menschen einstellen muss. Manchmal reicht schon ein Gespräch aus, um zu helfen und Ängste zu lindern. Oft sind unsere Hospizbegleiter aber mehrfach bei den Betroffenen. Dabei wird gesprochen und geschwiegen, vorgelesen und gebetet, die Stirn gekühlt und etwas zu Trinken geholt – was immer der Sterbenskranke wünscht und braucht“, erklärt Susanne Lindemann.

NEU: Trauercafé an jedem 1. Montag im Monat


Seine Heimat hat der Gothaer Verein in der Versöhnungskirche in der Werner-Sylten-Straße 1. Hier treffen sich die Mitglieder und ehrenamtlichen Hospizbegleiter zu gemeinsamen Gesprächen, zur Supervision oder zum geselligen Vereinsleben, was bei der emotionalen Tiefe dieser wichtigen Arbeit natürlich auch nicht ganz unwichtig ist. Dank der vorhandenen Räumlichkeiten möchte der Verein ab dem 1. Juni mit einem Trauercafé sein Angebot erweitern. Es bietet eine Möglichkeit, im geschützten Raum miteinander ins Gespräch zu kommen, zu spüren, ich bin nicht allein mit meinen Sorgen und Ängsten. Dieser kostenfreie Gesprächskreis ist offen für Menschen aller Nationen und Konfessionen sowie jede Art von Trauerbewältigung. Auf Wunsch sind auch Einzelgespräche möglich. Denn auch das Trauercafé soll von der Hospizidee leben: „Du bist wichtig, weil du eben du bist. Du bist bis zum letzten Augenblick deines Lebens wichtig, damit du nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben kannst.“ Worte, die von Cicely Saunders stammen, die 1967 in London das erste Hospiz gründete, in dem Sterbende nicht nur ein Bett, sondern eine von Wärme, Menschlichkeit und Respekt geprägte Begleitung fanden. „Denn auch für uns als Hospizinitiative Gotha e.V. sind die drei Ziele: Leid lindern, Wohlergehen fördern und das Leid der anderen gemeinsam mit diesen zu ertragen die Grundlage unseres Handelns und unserer Arbeit“, bestätigt Susanne Lindemann.

INFOS:
Kontakt: Hospizinitiative Gotha e.V., Werner-Sylten-Straße 1, 99867 Gotha, Tel.: 03621-730943, E-Mail: hospiz-gotha@gmx.de; www.hospiz-gotha.de
Das Trauercafé findet am 1. Juni, in den Räumen der Versöhnungskirche, Werner-Sylten-Straße 1, in Gotha, statt. Beginn 17 Uhr. Weitere Termine sind: 29. Juni und am 3. September, ebenfalls 17 Uhr.
Anmeldung: persönlich, telefonisch oder per Mail
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